Wissenswertes zu zirkadianer Rhythmik und Typ-2-Diabetes

Mediale Aufmerksamkeit wird häufig durch Schlagzeilen wie „Am Abend Kohlenhydrate vermeiden, um Gewicht zu verlieren“ generiert. Doch was steckt aus wissenschaftlicher Sicht hinter dieser Aussage?

In einem Beitrag auf dem diesjährigen Diabetes Kongress wurde der Einfluss der zirkadianen Rhythmik auf die Entwicklung und Manifestation des Typ-2-Diabetes vorgestellt. Die Referierenden zeigten einen differenzierten Überblick von aktuellen Forschungsergebnissen der zirkadianen Rhythmik in Bezug auf die Schlafdauer, die Nahrungsaufnahme, die Muskelkomposition, die zentrale Uhr aber auch die peripheren Uhren im menschlichen Körper.

Funktioniert die innere zirkadiane Rhythmik im menschlichen Körper, können sowohl die zentrale Uhr im Gehirn (Hypothalamus) als auch die peripheren Uhren in allen anderen Organen gut arbeiten. Bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes oder Adipositas sind die Einstellungen dieser Uhren gestört, wie humane Studien belegen. Besonders die post-prandiale Insulin-Ausschüttung findet nach dem Essen verspätet statt. Wenn nun der tägliche Rhythmus der Esszeiten verändert wird, verschiebt sich auch die sogenannte clock-Regulation der Patienten. Eine Studie zeigt, dass bei Menschen, die gezwungen werden nachts zu essen, die Insulinsensitivität und die Glukosetoleranz am nachfolgenden Tag verschlechtert sind.

Bezüglich der Aufnahme von Makronährstoffen gibt es eine klare Meinung. Man kann per se nicht unterstreichen, dass gesunde Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel Kohlenhydrate am Abend meiden sollten. Allerdings ist sehr wohl belegt, dass kohlenhydratreiches Essen am Abend bei Menschen mit einer Störung im Glukosestoffwechsel einen negativen Einfluss auf den Glukosewert hat im Vergleich zu anderen Makronährstoffen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die obige Schlagzeile differenziert betrachtet werden muss, und dass dies in Bezug auf Patienten mit Typ-2-Diabetes durchaus positive Effekte auf den Stoffwechsel haben kann – aber eben nicht auf alle Menschen.

LH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.