Wenn sportliche Betätigung keine Wirkung zeigt

Im allgemeinen Volksmund ist bekannt, dass Bewegung und sportliche Aktivität positive präventive Effekte auf metabolische und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Menschen, die trotz ausreichender Bewegung keine Gewichtsreduktion erreichen wird jedoch häufig unterstellt das Trainingsprogramm nicht korrekt auszuführen oder in ihrer Ernährungsweise ungesund zu leben. Solch eine Unterstellung könnte diesen Menschen Unrecht geben, die, bezogen auf körperliche Aktivität, zu den sogenannten Non-Respondern gehören.
Dr. Pesta (Düsseldorf) sprach zu diesem Thema und über neue Forschungsinhalte in dem Symposium „Neue Ansätze bei der Prävention durch Sport“.

Normalerweise würde man folgende Dinge bei Bewegung erwarten:
Der Metabolismus wird erhöht, ebenso die Hautdurchblutung und der Sauerstoffbedarf und -transport, das zentrale Nervensystem wird angeregt, die Skelettmuskulatur verstärkt genutzt und aktiviert.
Ein Responder würde auf diesen Reiz mit der Anschaltung von bestimmten Genen und Transkriptionsfaktoren reagieren und z.B. eine bessere Insulinsensitivität erreichen. Es stellt sich ein Trainingseffekt ein. Bei Resistenz oder sogenannten Non-Respondern bleibt dieser positive Bewegungseffekt weitestgehend aus.

In einer Studie mit Patienten mit Typ-2-Diabetes zeigte sich eine heterogene Anpassung auf ein standardisiertes Trainingsprogramm (10 Wochen, 4x/Woche Training, Messung von in-vivo Mitochondrienfunktion und Insulinsensitivität). Während Responder mit einer verbesserten Insulinsensitivität reagierten, zeigten Non-Responder keine Verbesserung oder sogar eine Verschlechterung des HbA1c. Dr. Pesta und seine Arbeitsgruppe sind nun bemüht, herauszufinden, was molekulare Grundlage für diese unterschiedliche Trainingsantwort sein kann und wie Patienten geholfen werden kann, die auf ein Standardtraining nicht ansprechen.

Diskutiert werden Methylierungsunterschiede im Muskel, die Einfluss auf den Glutathionstoffwechsel und damit die antioxidative Abwehr haben; sowie genetische Faktoren. In Bezug auf den NDUFB6-Polymorphismus konnte gezeigt werden, dass Träger eines bestimmten Allels nach Bewegung eine bessere Insulinsensitivität zeigten. Dieses Gen, das für die Untereinheit 1 der Atmungskette kodiert, moduliert möglicherweise auch den Effekt der Bewegung.

Dr. Pesta machte in seinem Vortrag deutlich, dass es keine standardisierte Reaktion bei Menschen auf bestimmte Trainingseinheiten gibt: Es ist daher wichtig herauszufinden, wie man Menschen helfen kann, die nicht auf herkömmliche Bewegungsangebote ansprechen.

Debora Ruf

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