Self-Empowerment der Patientinnen und Patienten

Im Rahmen der diesjährigen DDG Herbsttagung in Wiesbaden, wurde ein Aspekt hervorgehoben, der die Diabetes-Behandlung der Zukunft maßgeblich prägen wird: Im Zuge der Digitalisierung werden mehr und mehr Patientinnen und Patienten von sich aus digitale Anwendungen benutzen und damit ihre eigenen (Gesundheits-)Daten tracken. Die Gründe dafür sind vielfältig und teils übereinstimmend mit dem gesamtgesellschaftlichen Wandel: Viele sind es aus dem Alltag gewohnt, Daten auf ihrem Smartphone zu speichern, damit sie schnell zur Hand sind. Das kann von der alltäglichen Einkaufsliste bis hin zu medizinischen Daten (Arzttermine, Medikamentenlisten, Zyklustracking etc.) reichen. Gerade bei der jungen Bevölkerung ist die Benutzung von Smartphones in den letzten Jahren ein prägendes Element geworden und nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Diese werden damit mit die ersten Nutzergruppen von digitalen Gesundheitsanwendungen sein und folglich ihre digital erfassten oder organisierten Daten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin austauschen wollen. Damit ist es für den medizinischen Behandelnden wichtig, sich mit den Grundzügen solcher eHealth-Anwendungen zu beschäftigten. Macht er/sie es nicht, könnte eine Unzufriedenheit bei den Patientinnen und Patienten entstehen. Unter Umständen würde in diesem Fall dann ein Patient auch einen anderen medizinischen Ansprechpartner bevorzugen. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird daher zukünftig vor allem auch von den Patientinnen und Patienten selbst ausgehen. Wichtige Kernelemente sind:

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„Fruchtbare“ Interaktion – Apps für Gestationsdiabetes

Hier auf dem Kongress war auch der Gestationsdiabetes ein Hot Topic, das den Saal am Freitagnachmittag zum Überlaufen brachte. Unter dem Thema „Schwangerschaft und Technologie“ hat uns Dr. Bernhard T. Gehr einen spannenden Einblick in die Nutzung von Apps bei Gestationsdiabetes gegeben.

Das Smartphone ist heute der ständige Begleiter und somit ein vielversprechender Zugang zum Patienten. Es gibt inzwischen schon etwa 100 Apps für Diabetes-Patienten, die beispielsweise die Dokumentation der Blutzuckerwerte und der Mahlzeiten erleichtern oder zur mehr Bewegung motivieren. Auch Apps für die gezielte Information der Patienten sind auf dem Vormarsch. Weiterlesen

Praktisch: Blutzuckermessung mit dem Handy

Zur Blutzuckermessung verwende ich weiterhin mein Flash Glucose Monitoring-System, das ja in der Regel sehr zuverlässige Werte erbringt. Mithilfe eines Sensors kann ich meine Blutzuckerwerte aus einem Chip ablesen, der gewöhnlich in den Oberarm implantiert wird. Was ich aber neu entdeckt habe, ist die Blutzuckermessung mit dem Handy. Hierzu muss das Handy die Funktion Near Field Communication (NFC) besitzen – eine Funktechnik, mit der sich Daten auf kurzem Wege übertragen lassen. Passenderweise funktionierte gerade jetzt mein altes Handy nicht mehr, so dass ich ein Handy mit „NFC“ kaufte. Jetzt kann ich meinen Blutzucker einfach mit dem Handy messen, die Genauigkeit ist gleich mit dem Messgerät. Finde ich super, da man das Handy ja sowieso meistens dabei hat.

 

Dem Diabetes davonlaufen – jeder ist gefragt, auch Sie!

Prävention ist zwar in den Praxen, jedoch noch nicht im Alltag angekommen.  Das Projekt „Dem Diabetes davonlaufen– 10.000 Schritte mit dem Ankerprinzip“ soll dies ändern. Es ist ein App-basiertes, neues Präventions-Produkt, welches den Großteil der Bevölkerung erreichen soll.

Turnschuhe

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Hat noch nicht geklAPPt

Von Jonas Kortemeier

Die  App zum Diabetes Kongress ist eine tolle Idee: alle Infos auf einen Blick, schneller Zugriff auf Zusatzinfos, Organizer und leichter als das dicke Ringbuch. Bei der Informationsfülle und leichten Verfügbarkeit übersieht man leider schnell, was alles fehlt, falsch ist oder an welchen Stellen Informationen suboptimal positioniert sind.

App zum Diabetes Kongress 2015

App zum Diabetes Kongress 2015

Beispiele:

Im Kongress Programm werden bei den einzelnen Sitzungen die Themen der Vorträge in alphabetischer statt zeitlicher Folge aufgelistet. Dadurch weiß man als Teilnehmer nicht, was wann kommt und kann nicht planen bzw. – falls man zwischendurch den Saal wechselt – weiß man nicht, was schon war und was wann noch kommt.

Weiterhin sind die verschiedenen Veranstaltungen unter der Sortierung nach Sitzungstypen eindeutig zu identifizieren. Sobald man aber die viel sinnvollere Sortierung nach Tagen wählt, gibt es bis auf die Farbe der Icons keine Informationen, um was für einen Typ Veranstaltung es sich handelt. Dies sollte unter der Zeit und Ortsangabe hinzugefügt werden, sonst steht man plötzlich vor der Tür und wird nicht reingelassen, weil die Veranstaltung leider ein Workshop ist und damit registrierungspflichtig. Kein Mensch hat hier die Zeit, Farben und Bedeutungen der Icons auswendig zu lernen.

Wenn man sicher planen will, muss man also weiterhin das Papierprogramm mit sich rumschleppen. Die App hat so viel Potenzial und so tolle Ideen. Wenn dadurch aber die Hauptfunktion leidet, ist was falsch gelaufen und sollte für den nächsten Kongress dringend nochmal nachgebessert werden.