Stoffwechselkontrolle bei Peritonealdialyse-Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus handelt es sich um die häufigste Ursache einer terminalen Niereninsuffizienz in den Industrienationen der vergangenen zehn Jahren. In Ihrem Vortrag „Diabetestherapie bei eingeschränkter Nierenfunktion und Dialysebehandlung“ erläutert PD Dr. Martina Guthoff Besonderheiten in der Stoffwechselkontrolle von Peritonealdialyse-Patientinnen und Patienten.

Die terminale Niereninsuffizienz stellt durch die reduzierte renale Gluconeogenese und die erhöhte Insulinresistenz aufgrund von Urämie, Anämie, Azidose und chronischer Inflammation eine Herausforderung in der Glukosekontrolle dar. Der HbA1c-Wert ist aufgrund von Anämie und Urämie falsch niedrig, so dass die Aussagekraft als Therapiemarker eingeschränkt ist. Generell werden bei terminaler Niereninsuffizienz nach KDIGO und DDG höhere HbA1c-Werte u.a. aufgrund des erhöhten Hypoglykämie-Risikos bei reduzierter Insulin-Clearance angestrebt. Eine Alternative zum Monitoring der Stoffwechselkontrolle stellen CGM/FGM-Technologien dar, die formal nicht bei Dialyse-Patienten zugelassen sind und die schnellen Blutglukose-Änderungen in diesem Patientenkollektiv nicht immer gerecht werden können.

Bezüglich der Ernährung müssen Peritonealdialyse-Patienten zusätzliche Restriktionen in der Aufnahme von Kalium und Phosphat sowie der Trinkmenge in Abhängigkeit der Restdiurese beachten. Als orale Blutglukose-senkenden Medikamente sind Sitagliptin, Vildagliptin und Repaglinid zugelassen, wobei letztgenanntes bei erhöhten Hypoglykämie-Risiko nur mit besonderer Vorsicht verwendet werden sollte. Bei unzureichender Stoffwechselkontrolle bleibt die Insulintherapie.

Bei der Peritonealdialyse wird Glukose in Konzentrationen bis 3860mg/dl als osmotisches Agens verwendet, was einen Blutglukose-Anstieg bewirkt. Aus diesem Grund ist eine parallele Insulintherapie, welche sowohl intraperitoneal als auch subcutan erfolgen kann, ratsam. Bei der Cycler-gestützten Peritonealdialyse ist beispielsweise die subcutane Gabe von NPH-Insulin sinnvoll, da nach Dialyse-Ende kein Insulin-Überhang entsteht. Eine Alternative können wenig Blutglukose-wirksame Glukosepolymere wie Icodextrin darstellen. Weiterhin weist PD Dr. Martina Guthoff darauf hin, dass eine gleichzeitige orale Glukose-Zufuhr unmittelbar nach Beutelwechseln bei manueller durchzuführender kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse zu vermeiden ist.

CG

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