SGLT-2 Hemmer bei Typ-1-Diabetes – Eine Diskussion über das Pro und Contra

Der Zusatznutzen von SGLT-2 Hemmern beim Typ-2-Diabetes ist bekannt, gilt dies jedoch auch bei der Therapie des Typ-1-Diabetes? Unter anderem widmete sich dieser Frage das Symposium „Praxisrelevante aktuelle Themen zur Therapie des Diabetes“.

Zunächst wurden von Herrn Professor Danne die vielfältigen positiven Einflüsse der SGLT-2-Hemmer auf den Krankheitsverlauf von Menschen mit Typ-1 Diabetes aufgezeigt. Neben den viel diskutierten Mikroangiopathien möchte er ein stärkeres Augenmerk auf ein geringeres Risiko für Makroangiopathien richten, welche letzendlich tödlich sein können. So führt Dapagliflozin nicht nur zu einer merklichen Steigerung der Lebensqualität der Patienten, sondern auch zur Senkung des kardiovaskulären Risikos. Weiterhin führt Dapagliflozin u.a. zu einer Senkung des Übergewichts, der Glucosevariabilität und des HbA1c-Wertes ohne dabei zu erhöhten Hypoglykämieraten zu führen. Jedoch lässt Professor Danne nicht außer Acht, dass auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen auftreten könen, wie eine Erhöhung des Risikos einer diabetischen Ketoazidose.

Der Gegenpart wurde von Herrn Professor Fritsche übernommen. Dapagliflozin ist in Deutschland für den Typ-1-Diabetes zugelassen, jedoch hat die FDA für die USA die Zulassung nicht erteilt. Weiterhin werden zur Zeit auch nur 0,3 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland mit SGLT2-Hemmern therapiert, nämlich diejenigen, welche sehr stark übergewichtig oder schwer einstellbar sind. Auch ist der Langzeiterfolg nicht so hoch wie es wünschenswert wäre: Die Gewichtsreduktion liegt im Durchschnitt bei lediglich drei Kilogramm und der HbA1c-Wert sinkt langfristig nur um 0,5 Prozent. Dennoch spricht er seine Empfehlung für Dapagliflozin für Typ-1-Diabetiker mit Herzinsuffizienz und bestehender Niereninsuffizienz aus.

Insgesamt wurde in dem Symposium über das Für und Wider des Einsatzes der SGLT-2 Hemmer beim Typ-1 Diabetes diskutiert, wobei der Patient im Mittelpunkt stand.

B.G.

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