Schwangerschaftsdiabetes in COVID-19-Zeiten

Der Beitrag von Frau Stichling in meiner Session „Diabetes und Schwangerschaft – Was gibt es Neues?“ ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Mit einem Arbeitsalltag in der Grundlagenforschung blickt man manchmal etwas selten über den Tellerrand hinaus auf den klinischen Alltag mit akuten Herausforderungen, denen sich Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen mit Gestationsdiabetes stellen müssen. Andersherum wird es wohl ähnlich sein und so finde ich es erfrischend, wenn man dann doch Einblicke aus der jeweils anderen Perspektive erhält.

Wie aktuell so alles andere auch berührt die Corona-Pandemie den klinischen Alltag und ganz akut auch Schwangere. So gilt es als sicher, dass Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Komplikationen sowie einen schwerwiegenden COVID-19-Infektionsverlauf haben.

Auf Grundlage dessen ist es so Frau Stichling enorm wichtig, das Screening und Management-Assessment für den Schwangerschaftsdiabetes der pandemischen Situation anzupassen. So raten verschiedene untersuchte nationale Guidelines, beispielsweise aus Deutschland, Kanada und Großbritannien, zu alternativen opportunistischen Methoden mit einer Fokussierung auf Marker wie HbA1c, RPG und NBZ. Durch diese angepassten Screening-Strategien sollen auf der einen Seite eine effektive Behandlungsmöglichkeit gewahrt und auf der anderen Seite mögliche Gefährdungslagen durch COVID-19-Kontakte unterbunden werden.

Insbesondere die Telemedizin bietet hier nach Frau Stichling bereits gute aber auch vielversprechende neue Ansätze, nicht nur aktuell, sondern auch für eine zukünftig engmaschigere Behandlung der Patientinnen nach der Pandemie. Hier schlummert wohl noch viel unentdecktes Potential, sodass ich gespannt bin was für Strategien im Hinblick auf Digitalisierung und deren erfolgreichen Umsetzung in Zukunft folgen werden.

Moritz Liebmann

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