Schützt die Betazelle vor Reizüberflutung!

Sicher kennen auch Sie die Situation, wenn der Kopf einfach mal aussteigt, weil er nicht mehr hinterherkommt. Ähnlich geht es vermutlich auch der Betazelle, wenn sie von Glucose und Fett-Stimuli überschwemmt wird und dann einfach mal aussteigt. Das nennt sich dann Funktionsverlust. Und wenn die Zelle überarbeitet ist wegen der vielen Reize, dann wird sie abgebaut, auch Abnahme der Betazellmasse genannt.

Spielt jetzt aber der Verlust der Funktion oder der Verlust der Zellmasse die größere Rolle in der Pathogenese des Typ 2 Diabetes?

Die Gruppe um Stephan Speier hat dazu die Hypothese, dass der Verlust der Betazellmasse überschätzt wird. Anhand von humanen Pankreasproben von Nicht-Diabetikerinnen und -Diabetikern, IGT-Patientinnen und Patienten und T2D-Patienten prüften sie die Morphologie, die elektrische Aktivität und die Hormonsekretion. Die Untersuchungen ergaben, dass hier vor allem ein Funktionsverlust, wie zum Beispiel der ersten und zweiten Phase der Insulinsekretion zu beobachten ist. Weder bei den IGT- noch bei den T2D-Patienten war ein Masseverlust zu verzeichnen.

Wir haben also erst eine Dysfunktion und dann einen Masseverlust. Therapeutisch heißt das erst einmal, die Funktion schützen. Welche Therapie-Optionen bestehen? Eine Behandlung mit Sulfonylharnstoffen wird kontraproduktiv gesehen. Wieder nur ein Stimulus für die Zelle und die möchte gerne mal Ruhe haben. Besser: GLP-1-Rezeptor-Analoga. Am Besten noch mit einer entsprechenden Ernährung und Bewegung kombiniert, dann lässt sich das Ziel – den Schutz der Betazelle – erreichen.

Anne Gresch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.