Pressekonferenz: Spannende Themen der DDG Herbsttagung

Das Programm der Diabetes Herbsttagung bietet nicht nur Vorträge für Ärztinnen und Ärzte, Mitglieder des diabetologischen Behandlungsteams und Forschende, die DDG und DAG nutzen diese Gelegenheit auch, um wichtige Themen rund um die Behandlung von Diabetes und Adipositas mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Copyright: DDG/Henning Schacht

Die Pressekonferenz der Herbsttagung am Freitag thematisierte spannende und zukunftsweisende Schwerpunkte der diesjährigen Tagung: Wie hat die Corona-Pandemie die Versorgung von Diabeteserkrankten verändert? Inwieweit wird sich der Klimawandel auf die Lebensrealität von Diabetespatientinnen und -patienten auswirken und findet die psychosoziale Behandlung von Betroffenen zu wenig Beachtung in der Therapie von Diabetes und Adipositas? 

Die DDG und die DAG sind sich einig: Ihr Hauptziel liegt darin, in enger Zusammenarbeit die Patientinnen und Patienten in diesen herausfordernden und schwierigen Zeiten zu unterstützen.  Dafür stellte die DDG eine neue Praxisempfehlung zur Nationalen Versorgungsleitlinie zur Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes vor und äußerte gemeinsam mit der DAG ihre Forderungen an die Politik. Sie betonten dabei auch, wie wichtig eine ganzheitliche Versorgung von besonders vulnerablen Gruppen wie Kindern ist. 

Professor Dr. med. Andreas Neu, Präsident der DDG erklärt auf der Pressekonferenz: „Die Diabetesbehandlung von Kindern muss im Alltag funktionieren, doch das Leben mit Diabetes im Alltag ist schwer. Unsere Struktur ist nicht auf chronisch kranke Kinder ausgelegt.“

Deshalb fordert die DDG unter anderem die Einführung einer Schulgesundheitsfachkraft, die chronisch kranke Kinder in Ihrem Schulalltag adäquat begleitet. Neu ruft außerdem zur besonderen Sensibilität bei Eltern und Betreuenden auf, wenn es darum geht, die Warnsignale einer Diabeteserkrankung richtig zu deuten und ernst zu nehmen. Dazu zählen: häufiges Trinken, häufiges Wasserlassen und Gewichtsverlust.

Einen besonderen Blick auf den Zusammenhang von Adipositas/Diabetes und psychischen Erkrankungen gab Susan Clever, Psychologin an der Diabetespraxis Hamburg-Blankenese. „Die Behandlung von Adipositas hängt wesentlich von den Selbstmanagementfähigkeiten der Betroffenen ab, deshalb müssen wir alle Störfaktoren, die sie an ihrer Selbstversorgung hindern, identifizieren und vermeiden. Die psychosoziale Versorgung von Menschen mit Diabetes und Adipositas muss in unseren Versorgungsleitlinien verankert werden und dafür brauchen wir dringend ausgebildete diabetologische Psychologen.“

Eine psychologische Behandlung ohne spezielles diabetologisches Fachwissen kann dem komplexen Krankheitsbild Adipositas nicht gerecht werden. Die Ausbildung von Fachpersonal muss stärker gefördert werden.

Die vollständigen Informationen zu den Themen der Pressekonferenz können hier nachgelesen werden: Pressekonferenzen – Diabetes Herbsttagung 2021 (herbsttagung-ddg.de)

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