Posterpräsentation: Mutter und Kind – und Vater?

Bei den Posterpräsentationen wurden in diesem Jahr wieder zahlreiche interessante Forschungsergebnisse von Medizinern und Wissenschaftlern vorgestellt und diskutiert. Gerade das Thema „Mutter und Kind“ ist aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet worden. Vor allem die Poster von Frau Füeßl (Klinikum der Universität München, LMU), Frau Fritsche (Universitätsklinikum Tübingen) und Frau Eberle (Hochschule Fulda) sind mir im Gedächtnis geblieben.

Frau Füeßl stellte in der Arbeit zum Thema „No negative effect of an additional pregnancy on glucose metabolism in women with previous gestational diabetes mellitus“ die Mutter in den Fokus. Hierbei wurden Auswirkungen auf den Glukosemetabolismus durch eine Folgeschwangerschaft bei Frauen mit vorherigem Gestationsdiabetes (GDM), im Vergleich zu Frauen ohne weitere Schwangerschaft, in Form einer Nested Case-Control-Study mit Probandinnen aus der PPSDiab Kohorte untersucht. Eine weitere Schwangerschaft nach GDM zeigte in dieser Untersuchung keine negativen Effekte für den Glukosemetabolismus, was betroffene Frauen durchaus ermutigen kann.

Um die Kinder ging es bei der vorgestellten Arbeit von Frau Fritsche: „Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft aber nicht GDM assoziiert mit einer veränderten Herzratenvariabilität bei 2-jährigen Kindern“. Die Herzratenvariabilität, welche Auskunft über die Aktivität des autonomen Nervensystems gibt, wurde hier bei 2-jährigen Kindern von Müttern aus der „Deutschen Gestationsdiabetes Studie“ untersucht. Die Gewichtszunahme der Mutter in der Schwangerschaft war assoziiert mit Veränderungen der Herzratenvariabilität der Kinder, eine Assoziation mit GDM zeigte sich allerdings nicht. Dies ist interessant, da in früheren Arbeiten gezeigt wurde, dass die Herzratenvariabilität des Fötus durch einen GDM beeinflusst wird.

Die metabolische Entwicklung eines Kindes wird von verschiedensten präkonzeptionellen Faktoren beeinflusst – sowohl von maternaler und aber auch von paternaler Seite. Wo doch häufig Mutter und Kind im Fokus stehen, kam bei Frau Eberle auch der Einfluss des Vaters nicht zu kurz. Sie stellte die Forschungsarbeit zum Thema „Paternale Programmierung: Präkonzeptionelle Risikofaktoren in Bezug auf das Diabetes-Risiko der Nachkommen“ vor.
In den empirischen Analysen epidemiologischer Studien zeigte sich eine Assoziation der paternalen Ernährung und eines gesteigerten Diabetesrisikos des Kindes. Eine präkonzeptionelle paternale High-Fat-Diet (pHFD), aber auch eine paternale Unterernährung zeigten diese Assoziation.

Die Teilnahme an der diesjährigen Posterpräsentation bot für mich einen umfangreichen Überblick in die aktuellen Themen der Diabetologie und die Zusammenhänge von Eltern und Kindern. Sie macht neugierig auf das nächste Jahr und die weitere Forschung in dieser Richtung.

Stefanie Kern

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