Nicht jeder ist gleich: Erste Biomarkerstudie in den neuen Diabetes-Subtypen

T1D und T2D – bald nicht mehr aktuell? Vielfach thematisiert wurde auf dem diesjährigen Online-Kongress der DDG die im Jahr 2018 von Ahlqvist et al. publizierte neue Klassifizierung des manifesten Diabetes in fünf Diabetes-Subtypen basierend auf sechs Clustervariablen. Diese neuen fünf Subtypen umfassen den SAID, severe autoimmune diabetes (Personen, die aktuell als T1D oder LADA klassifiziert sind) und unterteilen Personen mit aktueller Diagnose des T2D in SIDD, severe insulin-deficient diabetes, SIRD, severe insulin-resistant diabetes, MOD, mild obesity-related diabetes und MARD, mild age-related diabetes. Dass sich diese fünf Subtypen in ihrem Risiko für Diabetes-assoziierte Komplikationen unterscheiden, konnte bereits gezeigt werden.

Professor Dr. Christian Herder stellte sich mit seiner Arbeitsgruppe am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf nun die weiterführende Frage, ob es Biomarker der Inflammation gibt, in denen sich die Subgruppen unterscheiden und die dann auch die Unterschiede in der Progression der Komplikationen erklären können. Basierend auf Querschnittsdaten der multizentrischen longitudinalen Deutschen Diabetes-Studie konnte Herder an 414 Personen mit neu-diagnostiziertem Diabetes und Messwerten zu 74 Biomarkern der Inflammation folgende Erkenntnisse teilen: Die neuen Diabetes-Subtypen unterscheiden sich in vielen Biomarkern der Inflammation, mit den höchsten Biomarker-Konzentrationen in Personen mit SIRD und niedrigsten Konzentrationen in Personen mit SIDD. Das deutet darauf hin, dass die subklinische Inflammation relevanter für die Insulinresistenz als für die Insulindefizienz sein könnte.

Interessanterweise zeigte sich nach einer zusätzlichen Adjustierung der durchgeführten paarweisen Vergleiche der Biomarker-Konzentrationen zwischen den Diabetes-Subtypen mit den Cluster-Variablen keine klare Differenzierung zwischen SAID, also aktuell Personen mit T1D sowie MARD und MOD, den beiden größten Gruppen mit Personen mit T2D.

Weitere Studien müssen nun zeigen, ob die dargestellten Unterschiede in den Biomarkern der Inflammation auch erklären können, warum sich das Risiko für Diabetes-assoziierte Komplikationen zwischen den Subgruppen unterscheidet, so schlussfolgerte Herder.

Katharina Weber

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