Mikrobiommodulation: Konzept oder Evidenz?

Das Mikrobiom ist in den letzten Jahren in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Studien konnten u.a. bereits zeigen, dass metabolische Störungen – wie sie bei Diabetes mellitus auftreten – mit einer intestinalen Dysbiose assoziiert sind (Gurung et al. 2020 EBioMedicine). Trotz der hohen Anzahl an bereits veröffentlichen Publikationen sind nach wie vor viele Fragen ungeklärt, wie zum Beispiel die genaue Rolle ernährungsbasierter Modulatoren.

Einen guten Einblick lieferte der Vortrag von Professor Dr. med. Christian Sina. Besonders spannend waren hier die aufgeführten Ergebnisse durch den Einsatz von Parabiotika. In einer RCT mit Reizdarmpatienten konnte eine Verbesserung der Symptomatik durch die Einnahme von hitzeinaktiviertem B. bifidum erreicht werden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass positive Effekte nicht nur mit dem lebenden Bakterium assoziiert sind, sondern dass zusätzlich noch andere Aspekte, die im Zusammenhang mit diesen Bakterien auftreten, eine entscheidende Rolle spielen (Andresen et al. 2020 Lancet Gastro & Heptat).

Bezugnehmend auf die im Titel gestellte Frage „Konzept oder Evidenz?“ denke ich, dass wir uns aktuell noch im Bereich des Konzeptes bewegen. Die steigende Anzahl an Publikationen und Patenten deutet aber daraufhin, dass die Rolle des Mikrobioms und die Möglichkeiten der Modulation einen wichtigen Stellenwert in der Prävention und Therapie diverser Erkrankungen spielen werden. Wie Professor Dr. med. Christian Sina in seinem Vortrag so treffend gesagt hat, der Blick auf das Mikrobiom lohnt sich und wird die Zukunft der Art und Weise, wie Medizin betrieben wird, beeinflussen!

Linda Jakobs

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