Mein erster Kongress – wie es trotz Online-Format gesellig wurde

Als Stipendiatin des Diabetes Kongresses 2021 zu Pandemiezeiten dachte ich erst, dass die zwischenmenschlichen Interaktionen wohl leider wegfallen würden, doch ich wurde eines Besseren belehrt.

Auf dem Bundeskongress der bvmd im Dezember 2019 in Gießen hatte ich meinen ersten Kontakt zur DDG. Dort wurde im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ verschiedenen Dachverbänden, Firmen und auch der KV Hessen die Möglichkeit gegeben Studierende zu informieren und Interesse zu wecken. Auf dieser Veranstaltung wurde ich über die Möglichkeit eines Reisestipendiums zum Diabetes Kongress in Berlin informiert und motiviert, mich dafür zu bewerben. Es war beeindruckend, mit welchem Herzblut die Vertreterinnen der DDG vor Ort aufklärten. Da mein Physikum jedoch nahte, beschloss ich erst nach dessen Bestehen auf diese Möglichkeit zurückzukommen.

Und nun 2021 war es so weit. Im Herbst hatte ich das Physikum hinter mich gebracht und mich daran erinnert, wie verlockend das Angebot der DDG doch klang. Ich weiß zwar schon, dass ich später einmal in einer chirurgischen Disziplin meinen Facharzt machen möchte, doch ist mir bewusst, dass der Diabetes eine der Volkskrankheiten in Deutschland ist, die einem in jeder medizinischen Laufbahn unterkommen werden. Und ich bin der Meinung, dass es nie schadet sich auch grundlegendes Wissen über andere Gebiete anzuschaffen. Zudem sind in meiner Familie einige von Diabetes Typ 2 betroffen, weshalb man als Medizinstudentin auch ständig Fragen dazu bekommt – diese möchte ich auch einigermaßen kompetent beantworten können. Ich habe mich also für den Diabetes Kongress beworben, wohlwissend, dass er wahrscheinlich nicht in Präsenzform stattfinden kann. Aber hauptsächlich ging es mir ohnehin um den Erkenntnisgewinn, obwohl eine Reise nach Berlin mit mehrtägigem Aufenthalt und Verpflegung natürlich ein toller Bonus gewesen wären.

Die Kommunikation vor dem Kongress war sehr transparent. Ich fühlte mich gut und früh darüber informiert, wie es ablaufen wird und konnte mir viele spannende Workshops und Symposien frei wählen. Am Mittwoch wurde ein kompletter Nachwuchstag von der AG Nachwuchs organisiert, bei dem es nach einer Begrüßung nochmal toll aufbereitete Grundlagenvorträge, sowie ein „Ask me anything“ gab, bei dem man schnell merkte, dass es auch trotz Online-Format möglich ist, andere herzlich willkommen zu heißen. Die Atmosphäre war locker, fröhlich und sehr einladend. Mir war es fast unangenehm zu sagen, dass ich mich für eine chirurgische Laufbahn interessiere, da man spürte mit wieviel Engagement und Interesse die Mitglieder der AG Nachwuchs das Fach der Diabetologie beschrieben, doch ich bekam dennoch nur positives Feedback. Es wurde sich gefreut, dass ich dennoch gewillt bin, mich zu informieren und Interesse am Fach zeige. Durch die lockere und schöne Stimmung hatte man auch kaum Hemmungen, Fragen zu stellen, die gerne beantwortet wurden. Es gab einem zumindest eine kleine Ahnung davon, wie liebevoll man wohl während eines Präsenzkongresses begrüßt worden wäre.

Auch der eigentliche Kongress war in meinen Augen ein großer Erfolg. Die Plattform war intuitiv und übersichtlich sowie gut zu bedienen. Es waren gut recherchierte und interessante Vorträge zu vielen verschiedenen Themen zu hören, sodass man schon fast Schwierigkeiten hatte sich zu entscheiden, welche davon man sich anhören möchte. Besonders hervorheben möchte ich da das Symposium „Verschiedene Aspekte der Bewegungsförderung bei Diabetes“. Ich fand alle drei Vorträge dazu sehr zukunftsorientiert und angepasst an die immer fortschreitende Digitalisierung. Vor allem der Vortrag von Herrn Knöll, der kein Mediziner, sondern in der Stadtplanung tätig ist, hat mir unheimlich gut gefallen. Wie Aspekte des menschlichen Handelns sich auf die Planung von Städten auswirken, um diese bewegungsfreundlicher zu gestalten fand ich sehr faszinierend.

Alles in allem war es für mich eine schöne und gewinnbringende Erfahrung, für die ich der DDG sehr dankbar bin. Die Organisation war in meinen Augen top und man fühlte sich gut aufgenommen!

Svenja Sürth

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