Laufen für die Leber

Gewichtverlust bisher wichtigster Behandlungsbaustein bei Fettleber

18 Millionen Deutsche leiden an einer NAFLD, einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung. Diese kann in eine Stetohepatitis, in eine Leberzirrhose und schließlich in ein hepatozelluläres Karzinom übergehen und stellt mittlerweile die häufigste chronische Lebererkrankung da.

Nach einiger Zeit auf der Gastroenterologie und vielen Patientinnen und Patienten mit einer NAFLD, denen man leider nur wenige Therapieoptionen anbieten konnte, interessierte mich der Vortrag von Frau Dr. Kahl vom Deutschen Diabeteszentrum in Düsseldorf daher besonders.

Sie sprach über Therapieoptionen bei der NAFLD und den möglichen Nutzen der SGLT2-Hemmer.

70-80 Prozent der Patienten mit Typ-2-Diabetes leiden an einer NAFLD, außerdem besteht bei Typ-2-Diabetes ein fünffach erhöhtes Risiko daran zu erkranken. Jeder Patient mit Typ-2-Diabetes sollte daher auf das Vorliegen einer NAFLD gescreent werden.

Wird ein Gewichtsverlust von 10 Prozent erreicht, ist die Steatosis bei allen Patienten verbessert und die Fibrose ebenfalls rückläufig.

Die aktuellen Therapieoptionen bei NAFLD sind begrenzt. Wichtigster Baustein ist nach wie vor der Gewichtsverlust, der allerdings nur von wenigen Patienten dauerhaft erreicht werden kann.

Eine medikamentöse Therapie für die NAFLD gibt es in Deutschland aktuell nicht.

Die Hoffnung stützt sich auf die SGLT2 Hemmer, da diese einen Gewichtsverlust bewirken und den Leberfettgehalt reduzieren. Noch effizienter wird die Wirkung bei Kombination mit einem GLP1 Agonisten vermutet. Daher wird am Deutschen Diabetes Zentrum die COMBAT _T2_NASH Studie durchgeführt und geschaut, ob Empagliflozin oder die Kombination von Empagliflozin und Semaglutid das histologische Bild der Leber im Vergleich zu Placebo verbessert. Die Ergebnisse werden für 2024 erwartet und könnten die lang ersehnte Therapie für Patienten mit Typ-2-Diabetes und nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung bieten.

So lange heißt es: Gewicht verlieren und Laufen für die Leber!

Dr. med. Liesa Barz

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