Kontinuierliches Glukose-Monitoring im stationären Bereich: Wo geht die Reise hin?

Im Rahmen des Projekts SmartDiabetesCare, vorgestellt von S. Reger-Tan (Universitätsklinikum Essen), wurden Patientinnen und Patienten mit (Prä-)Diabetes mit einem FreeStyle Libre 2 und einem dafür eingerichteten Handy ausgestattet. Das zuständige Personal konnte mittels der App Libre Link Up die Glukoseverläufe mehrerer Patienten gleichzeitig monitoren.

Dieses Projekt demonstriert relevante Vorteile von Systemen der kontinuierlichen Glukosemessung im stationären Bereich: Das unkomplizierte Scannen, ggf. durchgeführt vom Patienten selbst, spart viel Zeit und entlastet das Pflegepersonal. So können vermutlich auch nächtliche Glukosewerte in größerem Umfang ermittelt werden. Auch ohne aktives nächtliches Scannen kann durch das Alarmsystem proaktiv einer drohenden Hypoglykämie entgegengewirkt werden, statt dass sie unentdeckt bleiben und „verschlafen“ werden. Fallende Trendpfeile schützen vor vorschnellem Korrigieren. Zudem erleichtert die Digitalisierung die Diabeteseinstellung durch das Diabetesteam. Großes Potential liegt in der besseren Erreichung von angestrebten Glukosewerten, weniger Akutkomplikationen und kürzerer Liegedauer.

Persönlich finde ich den Aspekt, dass Patienten ein anschauliches Abbild ihres Glukosestoffwechsels erhalten, sehr wertvoll. Dies wirkt motivierend für Verhaltensänderungen.

Anweisungen zum Umgang mit Trendpfeilen und kapillaren Gegenmessungen beispielsweise sind unerlässlich; auch aufgrund der bisher fehlenden offiziellen Zulassung1 von FGM/CGM-Systemen im stationären Bereich.

Lina Faust

1https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/06_Gesundheitspolitik/01_Stellungnahmen/2019/20190621_SN_CGM_im_KH_AGDT.pdf

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