Insulin, weit mehr als ein peripherer Blutzuckersenker!

Genau 100 Jahre ist es nun her, dass das Hormon Insulin entdeckt und isoliert wurde und fast genauso lange wird Insulin auch schon zur erfolgreichen Behandlung von Diabetes eingesetzt. Doch Insulin kann weit mehr als nur den Blutzucker in der Peripherie senken, denn auch das Gehirn besitzt Insulinrezeptoren und das obwohl die Glukoseaufnahme im Gehirn weitestgehend Insulin-unabhängig stattfindet.

Die Untersuchung der Insulinwirkung im menschlichen Gehirn stellt sich dabei aber als schwieriger heraus und auch die Erkenntnisse aus dem Tiermodell sind nicht uneingeschränkt auf den Menschen übertragbar. Mittlerweile gibt es allerdings einige Arbeitsgruppen, die Insulin intranasal- also mittels Nasenspray- in unterschiedlichsten Studien verabreicht haben. In diesen Studien konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass das Insulin im Gehirn einen reduzierenden Effekt auf das Hungergefühl, die Essenaufnahme, das Körpergewicht aber auch die Glukoneogenese in der Leber hat, während die Gedächtnisleistung, aber auch die periphere Insulinsensitivität verbessert werden.

Intranasales Insulin als neue Therapiemöglichkeit bei Prädiabetes und Übergewicht? So einfach scheint es nicht zu sein, denn auch im Gehirn scheint es eine Art Insulinresistenz zu geben, sowie einen großen Einfluss von Übergewicht und Geschlecht auf die Insulinwirkung im Gehirn. Auch ist aktuell nicht bekannt, ob es zu einem Gewöhnungseffekt im Gehirn kommen könnte, wenn das Insulin über einen längeren Zeitraum verabreicht wird.

Nichtsdestotrotz zeigen die Studien eindeutig, dass auch die Insulinwirkung im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Regulation des Stoffwechsels spielt. Es bleibt abzuwarten, ob das intranasale Insulin irgendwann zu Therapiezwecken eingesetzt werden kann oder ob es ein rein wissenschaftliches Tool zur Untersuchung der Insulinwirkung im Gehirn bleibt.

Lore Wagner

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