Diabetes und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – eine interdisziplinäre Herausforderung

Diabetes ist eine multifaktorielle Krankheit, welche die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche fordert. Tritt diese in Kontext mit weiteren Komorbiditäten auf, wird die Behandlung zu einer interdisziplinären Herausforderung.

Zum Eingang müssen wir uns allerdings die Frage stellen: „Was ist anders bei pAVK-Patientinnen und Patienten mit Diabetes?“ Patienten mit Diabetes haben ein drei bis viermal höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Dazu kommt meist eine Vorstellung in einem höheren Stadium. Besonders schwierig wird es durch einen raschen Progress und weniger eindeutige
Symptome. Genau deshalb benötigt man eine gute Zusammenarbeit von verschiedenen Disziplinen, wie der Diabetologie, Innerer Medizin, Radiologie, Infektiologie, aber auch der Gefäßchirurgie, um dem Patienten das bestmögliche Outcome zu gewährleisten.

Am Beginn der Behandlung steht die Diagnose. Diese kann durch die symptomatische Einteilung nach Fontaine oder der symptomatisch/funktionellen Einteilung nach Rutherford erfolgen. Nach der Schwere der pAVK wird dann schließlich auch die Behandlung festgelegt. Hier startet die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Der Zustand der Arterien im Bein wird durch einen Radiologen beurteilt. Nun muss gemeinsam mit ihm entschieden werden, welche Behandlung am besten geeignet ist. Die obersten Ziele sind den Einstrom zu verbessern, die Gehstrecke zu verlängern und nach Möglichkeit die bedrohte Extremität
zu erhalten. Das Ärzteteam muss also zwischen verschiedenen  Behandlungsprinzipien auswählen. Es heißt also endovaskulär vs. chirurgisch vs. konservativ. Schon in dieser Entscheidung ist die gute und
flüssige Zusammenarbeit von drei Fachbereichen erforderlich. Natürlich stehen auch danach immer noch individuelle Schritte in jedem weiteren Behandlungsweg an. In der endovaskulären Behandlung, z.B. Aufweitung des Gefäßes, die Art des zu benutzenden Ballons, die Einlage eines Stents oder in der chirurgischen Intervention, die Ausdehnung des Bypasses, die Wahl des Materiales zwischen eigener Vene oder eines künstlichen Interponats, um nur einige Punkte zu nennen. Des Weiteren bedarf es
auch bei chronisch auftretenden Wunden oder bei Infektionen des eingesetzten Materials den Einsatz weiteren Personals, beispielweise aus der Infektiologie und der Chirurgie, für die optimale Antibiotikatherapie und Wundbehandlung. Schon an diesen kleinen Auszügen der Behandlung sehen wir, wie notwendig die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Patienten mit Diabetes ist.

Zum Schluss müssen wir uns nur noch die Frage stellen: „Schaffen wir das auch schon in unseren Kliniken?“

Juan Dikou

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