Digitaler Diabetes-Datenschatz

Schlagwörter wie „Big Data“, „Digitalisierung“ und „Künstliche Intelligenz“ werden geradezu inflationär benutzt und auch in der Diabetologie mit großen Erwartungen versehen. Doch welche Anforderungen müssen zunächst erfüllt werden, um mit neuen Methoden der Datenauswertung einen Fortschritt für die Patienten zu erreichen?

Prof. Dr. Martin Hrabě de Angelis vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung erläuterte in seinem Vortrag zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) im Symposium „Innovative Diabetesforschung“ zunächst die FAIR-Kriterien. Das Bedeutet, dass Datenquellen findable, accessible, interoperable und reusable sein müssen, um genutzt werden zu können. Gerade die Interoperabilität und damit Zusammenführung verschiedener Quellen – von der Grundlagenforschung bis zu klinischen Registern – wäre aus meiner Sicht in der Diabetologie besonders spannend, auch weil die Diabetologie mit den CGM-Daten wie kaum ein anderes klinisches Fach bisher kontinuierliche vom und am Patienten erfasste Daten aufweist.

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Closed-loop-Systeme: nur mit hohem Schulungsaufwand und das ist auch gut so!

Als junge Assistenzärztin in einer Kinderklinik mit einer Diabetesstation in Nordrhein-Westfalen interessierte mich das Symposium „Von CGM und SUP zum closed loop“. Ich sehe, wie viele Kinder aus unserer Klinik von den Continuous Glucose Monitoring (CGM)-Systemen und den Insulinpumpen profitieren. Der großen Frage „Wann kommt die künstliche Bauchspeicheldrüse?“ ist Dr. T. Danne aus Hannover nachgegangen.

Zu Beginn des Symposiums stellte Dr. R. Holl die Studie HypoDe vor. In dieser konnte gezeigt werden, dass die Nutzung von CGM Hypoglykämien um ca. 2/3 reduziert. Er zeigte auch, dass der Anteil der Patienten mit Pumpentherapie in den letzten Jahren rasant gestiegen ist, gerade in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Der Anteil der Patienten mit Insulinpumpe bei Kinder <5 Jahren liegt aktuell bei ca. 90%. Auch der Anteil der Patienten mit CGM liegt zwischen 50-70% in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen.

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Von der Stimmgabel zur Smartphone-App – Neue Diagnostik-Wege in der Polyneuropathie

Unkonventionell – was könnte in einem Programm mit einer Vielzahl an verheißungsvollen Themen aus der Masse herausstechen, wenn zwischen mehreren gleichzeitig laufenden Symposien entschieden werden muss? Diese Frage haben mehr Kongress-Teilnehmer mit „Unkonventionelle Diagnostik bei Neuropathie“ beantwortet, als der Saal Sitzplätze geboten hat. Passenderweise begann PD Dr. Ovidiu Alin Stirban augenzwinkernd mit den Worten, er habe einen unkonventionellen Titel für sein Thema gesucht.

Ein großes Problem der distalen sensorischen Polyneuropathie (DSPN) ist, dass sie häufig nicht erkannt wird. In einer Studie von Ziegler et al. (2018) wurde gezeigt, dass die schmerzhafte DSPN bei bekanntem Diabetes in 62% der untersuchten Fälle nicht diagnostiziert wurde, bei der schmerzlosen DSPN waren es sogar 81%.

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Herausforderung Diabetes: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Mit der Diagnose Diabetes ändert sich vieles im Leben – vielen Betroffenen fällt es schwer, neue Verhaltensregeln umzusetzen. Eine Hilfestellung bieten Diabetiker-Schulungen. Welche Neuerungen wird es dabei in den nächsten Jahren geben? Professor Bernhard Kulzer zeigte in seinem Vortrag „Akzeptanz für Patienteninformation und Schulungsprogramme heute und in der Zukunft“ einige bedeutende Trends auf.

Die Diabetes-Schulung in Deutschland blickt auf eine in manchen Bereichen bis zu 50 Jahre alte Entwicklungsgeschichte zurück und stellt einen wichtigen Pfeiler der Diabetes-Therapie dar. Weiterlesen

Der Arzt als Auslaufmodell? Tim und DINA: eHealth im Alltag der Zukunft

Braucht es uns Ärzte in der Zukunft überhaupt noch? Oder sind uns digitale Algorithmen vielleicht doch überlegen? In seiner Eröffnungsrede des diesjährigen DDG Kongresses in Berlin präsentierte Professor Bertram Häussler vom IGES Institut einen möglichen Ausblick für das Gesundheitswesen im Jahr 2037 – und eins vorweg, künstliche Intelligenz wird diesem Szenario zufolge Ärzte nicht in die Bedeutungslosigkeit verdrängt haben und auch ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht wird weiterhin möglich sein. Weiterlesen

Darf ich meinen Patienten dazu raten, (selbst gebaute) closed loop Systeme zu benutzen?

Dies fragte eine junge Ärztin, die sich selbst als „Looperin“ bezeichnete, nachdem Prof. Heinemann über closed loop Systeme berichtet hatte.

Das Entsetzen im Saal war groß! Aufgrund der Haftung wurde der Dame vehement davon abgeraten, ihren Patienten zu dem Gebrauch eines selbst gebastelten closed loop zu raten. Aber genau diesen (nightscout) Bastlern verdanken wir, dass die 670 G (erste hybrid closed loop Pumpe) so schnell in den USA zugelassen wurde. Ich bestaunte den Mut der jungen Ärztin, sich selbst als „Looperin“ zu bezeichnen und hoffe, dass sie in den nächsten Jahren keinen unverschuldeten Autounfall bauen wird. Weiterlesen

Bio oder Heavy Metal? – Bare-Metal-Stents versus bioresorbierbare Drug-Eluting-Scaffolds

Bare-Metal-Stents verbleiben dauerhaft in den Koronarien, während sich ein sogenannter bioresorbierbarer Drug-Eluting-(DE-)Scaffold, dessen Innenseite entweder mit Paclitaxel (1. Generation) oder Everolimus (2. Generation) beschichtet ist, üblicherweise binnen 12 bis 24 Monaten komplett auflöst.

Diese Fähigkeit zur kompletten Resorption soll die Restenosegefahr reduzieren. Außerdem soll die normale Gefäßmotorik so wieder hergestellt werden. Beides klingt vielersprechend! Weiterlesen

DDG-Symposium Diabetologie Task Force 2025: Telemedizin und Digitalisierung

Digital Diabetes: Kommentar

Das sich Technologie im letzten Jahrhundert immer mehr in unser Leben schleicht, beobachten manche mit Freude, manche mit Misstrauen, manche bemerken es gar nicht. Das es aber passiert, ist nicht zu leugnen und dabei stellt sich unmittelbar die Frage: Was bedeutet diese Entwicklung für den Patienten? Und was bedeutet sie für den Arzt? Weiterlesen

Praktisch: Blutzuckermessung mit dem Handy

Zur Blutzuckermessung verwende ich weiterhin mein Flash Glucose Monitoring-System, das ja in der Regel sehr zuverlässige Werte erbringt. Mithilfe eines Sensors kann ich meine Blutzuckerwerte aus einem Chip ablesen, der gewöhnlich in den Oberarm implantiert wird. Was ich aber neu entdeckt habe, ist die Blutzuckermessung mit dem Handy. Hierzu muss das Handy die Funktion Near Field Communication (NFC) besitzen – eine Funktechnik, mit der sich Daten auf kurzem Wege übertragen lassen. Passenderweise funktionierte gerade jetzt mein altes Handy nicht mehr, so dass ich ein Handy mit „NFC“ kaufte. Jetzt kann ich meinen Blutzucker einfach mit dem Handy messen, die Genauigkeit ist gleich mit dem Messgerät. Finde ich super, da man das Handy ja sowieso meistens dabei hat.

 

Was Börsenkurse mit der automatischen Bauchspeicheldrüse zu tun haben

Die automatische Bauchspeicheldrüse: Ein Gerät, das völlig nebenbei und unauffällig für eine perfekte Stoffwechseleinstellung sorgt und somit den Betroffenen Stunde für Stunde, Tag für Tag, viel Arbeit abnimmt, das klingt nach einem Traum. Aber ist dieser vielleicht schon bald Realität? Weiterlesen