Reden wir mal über Endokrine Disruptoren

Wir wissen alle nur zu gut, dass sich die Prävalenz für Typ-2-Diabetes (T2D) in den letzten Jahrzehnten verzehnfacht hat und dass unsere Ernährungsweise und das dauerhafte Rumgesitze nicht gerade von Vorteil sind. Worüber aber kaum gesprochen wird, sind die vielen weiteren Faktoren in unserem alltäglichen Leben, die kumulativ doch eine ziemlich große Rolle spielen können. Im Jahr 2015 wurde das erste Mal notiert, dass die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt und zwei Drittel der Menschen mit Typ-2-Diabetes in städtischen Regionen wohnhaft sind. Eine Ansammlung von Menschen hat nicht nur einen Einfluss auf die Umwelt, sondern andersrum genauso.

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Wissenschaft trifft Trends – welche Ernährung ist sinnvoll und gesund?

Schlagzeilen wie „MEHRFETT!“, „Kokosöl – natürliches Superfood“ begleiten uns und unsere Patienten ständig. Aber welche Ernährung ist nun die Beste? Dieser Frage ging bei der digitalen Herbsttagung Prof. Dr. Stefan Lorkowski –Lehrstuhl für Biochemie und Physiologie der Ernährung an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena nach.

Unser Lebensstil bringt uns allmählich um – Daten aus der Global Burden of Disease Study zeigten auf, welche Bedeutung die Ernährung für unsere Gesundheit hat.

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Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes – sinnvoll oder nutzlos?

Ob in Apotheken, Drogerien oder Supermärkten, man findet sie mittlerweile überall. In Kapseln, Tabletten oder Pulverform werden Ihre vorteilhaften Wirkungen bei unterschiedlichen Erkrankungen sowie auch Diabetes angepriesen. Ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes jedoch wirklich notwendig ist, stellte Prof. Karsten Müssig in seinem Vortrag zum Thema „Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes“ im Rahmen des Symposium „Abenteuer Ernährung“ bei der Diabetes Herbsttagung dar.

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Ernährungsmedizin als Wendepunkt im Kampf gegen Diabetes mellitus und den Klimawandel?

Ernährungsmedizin und die Forschung in diesem Feld gewinnen zunehmend an Bedeutung und stellen einen neuen Ansatzpunkt in der modernen Medizin dar, da laut der Global Burden of Disease Study der Lebensstil für den weltweiten Inzidenzanstieg der sogenannten „Noncommunicable Diseases“ (NCDs), wozu Diabetes mellitus Typ 2 zählt, verantwortlich ist. Als bisher umfassendste weltweite epidemiologische Beobachtungsstudie kommt ihr im Kampf gegen die NCDs eine Schlüsselrolle zu (Global Burden of Disease Study 2020).

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Grünes Licht für gesunde Ernährung?!

Es ist allseits bekannt, dass die Flut an Diabetes größten Teils dem ständigen Überangebot an Nahrung geschuldet ist. Die Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert, doch noch immer gibt es keine eindeutige Kennzeichnung ungesunder Lebensmittel und das erlaubt weiterhin viele Schlupflöcher für Zuckerfallen. Barbara Bitzer gab auf dem Deutschen Diabetes Kongress einen erschreckend interessanten Einblick in die aktuelle Ernährungspolitik. Um gezielt gesunde Ernährung umzusetzen, werden in vielen Ländern Nährwertkennzeichnungen eingeführt, wie z.B. der Nutri-Score.

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Diabetes Typ 2 – Heilbar durch Ernährung?

Als Teil der Session „Curing diabetes – dream or reality“ hielt der Brite Roy Taylor einen Vortrag zum Thema „Diet as a cure of type 2 diabetes – lessons from the DiRECT Study“.
Bei dieser Studie nahmen 298 PatientInnen mit Typ 2 Diabetes aus 49 verschiedenen Praxen teil. Die ProbandInnen waren zwischen 20 und 65 Jahre alt, hatten einen BMI von 27-45kg/m² und ihre Diabetesdiagnose lag nicht länger als 6 Jahre zurück. DiRECT steht in dieser Studie für Diabetes Remission Clinical Trial. Roy Taylor und sein Team teilten die PatientInnen in zwei Gruppen: eine Gruppe mit 149 Personen, die über mehrere Monate eine Ernährungsintervention durchführte, um Gewicht zu verlieren, eine Kontrollgruppe mit ebenso 149 Personen erhielt eine herkömmliche leitliniengemäße Verabreichung von Antidiabetika.
Die „Interventionsgruppe“ erhielt über einen Zeitraum von 3-5 Monaten ~800kcal/Tag mittels einer Formuladiät. Darauf folgte innerhalb von 2-8 Wochen ein Wiedereinstieg in feste Nahrung. Während der gesamten Zeit wurde keine Einnahme von Antidiabetika vorgenommen. Die PatientInnen erhielten über einen Zeitraum von 12 Monaten eine fachgerechte Ernährungsberatung, damit sie ihren Gewichtsverlust halten konnten. Bereits nach 7 Tagen zeigte sich ein 30%iger Abfall von Leberfett, was eine Normalisierung der Insulinsensitivität der Leber zur Folge hatte. Nach mehr als 8 Wochen zeigte sich ein sukzessiver Abfall von Pankreasfett und somit eine Wiederherstellung der Insulinantwort.
Die Gewichtsreduktion der Personen, die einer Ernährungsintervention unterzogen wurden, betrug nach 12 Monaten bei 24% der ProbandInnen min. 15 Kilogramm des Körpergewichts. Der durchschnittliche Gewichtsabfall lag bei 10 Kilogramm. Die Kontrollgruppe nahm lediglich ein Kilogramm ab.
Aber nicht nur die Gewichtsreduktion war höher. Der Hba1c der Interventionsgruppe war im Mittel besser, als der in der Kontrollgruppe. Außerdem beschrieben die Personen, die ihre Ernährung umstellten einen Anstieg der Lebensqualität, im Vergleich dazu verschlechterte sich die Lebensqualität für die Personen der Kontrollgruppe, die lediglich Medikamente erhielten.
Remission des Diabetes bedeutet definitionsgemäß, dass die Probanden über min. ein Jahr normoglykämische Blutzuckerwerte haben mussten – ohne die Einnahme von Antidiabetika. Die Heilung eines Diabetes wäre erreicht, wenn der Patient über min. 5 Jahre normale Blutzuckerwerte hätte.
Nach 24 Monaten wurden die ProbandInnen erneut untersucht. Bei den Personen, die weniger als 5kg an Körpergewicht verloren hatten, erlangten lediglich 5% eine Remission. Bei einer Abnahme von 5-10 kg stieg die Remissionsrate bereits auf 29%. 60% Remission wurde erreicht, wenn die Personen zwischen 10 und 15kg an Gewicht verloren. Eine Remission gelang bei 70%, wenn mehr als 15kg abgenommen wurde.
Die Personen, die ihr abgenommenes Gewicht weiterhin halten konnten, blieben weiterhin in Remission, obwohl sie wieder anfingen „normal“ zu essen. Sobald die Probanden jedoch wieder das Anfangsgewicht hatten, waren auch die Blutzuckerwerte nicht mehr im Normbereich.
Diese Studie ist ein eindrucksvolles Beispiel wie wichtig es ist, dass Patienten mit Typ 2 Diabetes geholfen wird eine Lebensstilintervention durchzuführen, Gewicht abzunehmen und dieses dann auch zu halten.

Katharina Lang

Prädiabetes mit Darmbakterien behandeln?

Unsere Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes als mögliche Folgeerkrankung. Beide Erkrankungen gehen mit einer chronischen, niedrigschwelligen Entzündung einher. Doch welchen Einfluss haben unsere Darmbakterien auf diesen pathologischen Prozess?

Diese interessante Frage adressierte Prof Dr. Laudes vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in seinem Vortrag „Microbiota als Determinanten von Inflammation und kardiometabolischem Risiko“ und berichtete von seinen eindrucksvollen Studienergebnissen.

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Nutzen populärer Diäten für Typ-2 Diabetiker

In Zeiten, in denen bei vielen Menschen Ernährungsratgeber über die Art und Häufigkeit der täglichen Nahrungsaufnahme mitentscheiden, war ich interessiert, inwiefern es gerade für Typ-2-Diabetiker mit Adipositas von Vorteil ist, sich der einen oder anderen dieser Kostformen anzuschließen. Der Vortrag von Prof. Dr. Anette Buyken versprach über den Sinn oder Unsinn dessen Aufschluss zu geben. Wie allerdings ist „sinnvoll“ in diesem Zusammenhang zu definieren? Prof. Buyken stellte dazu zunächst drei Hauptkriterien auf: 1. erfolgreiche Gewichtsreduktion, 2. Gewichtserhalt, 3. Verbesserung der Stoffwechseleinstellung bei Typ-2-Diabetes bis hin zur Remission.

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Gewichtsreduktion bei Adipositas durch einen Wirkstoff aus traditioneller chinesischer Arzneipflanze

Zum Thema „Adipositas“, als einer der Hauptrisikofaktoren für Typ-2-Diabetes mellitus, gab es viele Beiträge und Diskussionen auf dem Diabetes-Kongress in Berlin.

In der Session „Neue Mechanismen für die Prävention und Therapie des Diabetes“ sprach Dr. Paul Pfluger über die Rolle des Sättigungshormons Leptin und Leptin-Sensitizer in der Adipositas-Therapie.

Nach einer kurzen Einführung über die Funktion von Leptin in der Regulation der Nahrungsaufnahme erläuterte er den Begriff der Leptinresistenz. Diesen definierte er als Funktionsmangel von exogen zugeführtem Leptin, da die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen kontrovers und noch nicht eindeutig geklärt sind.

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Kaffee – Unser ständiger Begleiter?

Die Ernährung gilt als modifizierbarer Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Entsprechende diätische Interventionen können bekanntermaßen zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes führen, indem das Körpergewicht reduziert wird.

Allerdings stellt sich natürlich die Frage, was eine diabetesgerechte Ernährung wiederspiegelt. Welche Lebensmittel wirken sich protektiv auf den Stoffwechsel aus und welche sollte man lieber in Maßen genießen oder sogar lieber meiden? Und wie gesund ist das Lieblingsgetränk vieler Deutscher? Schließlich zählt Kaffee zu den am häufigsten konsumierten Getränken. Weltweit werden pro Tag 3 Millionen Tassen an Kaffee verzehrt. Ist es ratsam diesen Kaffeekonsum einzuschränken?

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