Adipositas als Gehirnerkrankung?

Die für mich wohl prägnanteste Aussage der Paul-Langerhans-Vorlesung war: „Adipositas als Gehirnerkrankung“. Hierbei war oft von einer Insulinresistenz im Gehirn der adipösen Menschen die Rede. Dies ist ein Zusammenhang, der mir als Medizinstudent im klinischen Abschnitt vorher nicht geläufig war. Anscheinend ist die Lehre an den Universitäten noch nicht an diesen Punkt gelangt.

Die Preisträger des diesjährigen DDG-Kongresses Prof. Dr. Dr. Matthias Tschöp (Paul-Langerhans-Medaille) und Prof. Dr. Martin Heni (Ferdinand-Bertram-Preis) referierten über ihre jeweiligen aktuellen Forschungsergebnisse.
Neben guter Rhetorik und spannenden Aussichten auf zukünftige Forschung bleibt dabei vor allem eines hängen: Adipositas scheint unter anderem eine Erkrankung des Gehirnes zu sein und hieraus ergeben sich neue potenzielle Möglichkeiten der Therapie. Ob man damit die sogenannte „Adipositasepidemie“ eindämmen kann, wird sich wohl erst in der Zukunft zeigen. Weiterhin stelle ich mir nun die Frage, ob zukünftig die Diabetologen in enger Zusammenarbeit mit der Neurologie und Psychiatrie an diesen Themen arbeiten.

Weiterlesen

Adipositas – Neuer Ansatzpunkt zur Behandlung im Gehirn?

Ferdinand-Bertram-Preis der DDG auf dem Diabeteskongress 2019

Übergewicht behandeln? Eine Problematik bei der Behandlung von Adipositas liegt sicher darin, dass eine Lifestyle-Änderung oft nur schwierig umzusetzen ist. Leider ist Adipositas oft durch den Lebensstil (fehlerhafte Ernährung, mangelnde Bewegung) verursacht. Gibt es vielleicht andere Faktoren, die Adipositas begünstigen, an denen eine Therapie ansetzen könnte?

Bei der Verleihung des Ferdinand-Bertram Preises der DDG stellte Prof. Dr. med. Heni heraus, dass das Gehirn eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Adipositas einnimmt. Grundlage dafür ist die Insulinwirkung auf Neurone des Hypothalamus. Tatsächlich werden die hypothalamischen Neurone durch Insulin erregt und hemmen die Glukoneogenese in der Leber. Insulineffekte auf den Hypothalamus haben somit einen positiven Effekt auf den peripheren Glukosestoffwechsel. Interessanterweise fehlt dieser Mechanismus bei übergewichtigen Personen und begünstigt die Entwicklung von Übergewicht. Ursache dafür ist eine Insulinresistenz im Gehirn, die bei adipösen Personen häufig vorliegt.

Weiterlesen

Ist Krebs leichter zu therapieren als Adipositas? Oder: Wie schaffen wir es, dass uns Haferbrei mesokortikal (wieder) ausreichend stimuliert?

Gibt es den „süchtigen Adipösen“? Existiert Fresssucht und wenn ja, wie können wir eine solche diagnostizieren und welche therapeutischen Besonderheiten gilt es zu beachten?

Im Symposium zur interdisziplinären Adipositastherapie wurde die spannende Frage diskutiert, ob der Suchtbegriff für psychoaktive Substanzen reserviert ist oder er auch auf die ins Belohnungssystem eingreifenden Nahrungsmittel ausgeweitet werden kann. Die Frage, ob es Menschen mit Adipositas gibt, bei denen eine Substanzabhängigkeit ursächlich für ihren metabolischen Zustand ist, kann nicht abschließend beantwortet werden. Hierbei wiederum ist unklar, ob nur eine Substanz der „Fresssucht“ zugrunde liegt oder eher von einer „refined highly palatable food use disorder“ ausgegangen werden sollte. Weiterlesen

Wenn der Schwerpunkt falsch gesetzt scheint – Kritik eines Students

Weltweit gibt es circa 425 Millionen Diabetiker. Jährlich erkranken 600 000 Menschen an Diabetes. Sechshunderttausend – das entspricht ungefähr der Größe von Düsseldorf.

Ein kleines bisschen Mathematik mit ‚Augenzwinkern‘:
1 Düsseldorf = 600.000 Menschen
425.000.000 Diabetiker weltweit = 708,33 „Düsseldorfs“
Das entspricht einem neuen Düsseldorf neue Diabetiker jedes Jahr Weiterlesen

Schlechte Parksituation für Nahrungsfette: Ist Typ-2-Diabetes eine Kalorienresistenz?

800 Kalorien pro Tag – was wie eine Crash-Diät für Magermodels klingt, soll Patienten mit Typ-2-Diabetes helfen, innerhalb einiger Wochen frei von Symptomen zu werden. Das bedeutet: Sie haben einen normalen Blutzuckerspiegel, ohne dass sie Medikamenten einnehmen oder Insulin spritzen müssen.

Schwer beladener VW-Käfer

Fotolia/Gunnar Assmy

Weiterlesen

Schlecht eingestellter Diabetes könnte Risiko auf Alzheimer erhöhen

Schwankungen im Blutzucker spiegel schaden nicht nur dem Herz-Kreislauf-System, sondern scheinbar auch dem Hirn. Darauf weist eine tier-experimentelle Untersuchung der Aberdeen University in Schottland hin, die diese Woche im Fachblatt Diabetologia veröffentlicht wurde. Dementsprechend könnte man Alzheimer zur Liste der potenziellen Folgeerkrankungen bei Diabetes bald hinzufügen: Rund 80 Prozent aller Alzheimer-Patienten leiden auch an einem Diabetes.

Bild: ein Alzheimer-Patient hat seinen Namen auf seine Hand geschrieben

Fotolia

Weiterlesen

Adipositastherapie: Welche Therapiestrategie für welchen Patienten?

Adipositas ist ein globales Problem und mit zahlreichen Erkrankungen assoziiert. In der Klinik spielt die Bestimmnug des BMI zur Einschätzung des Erkrankungsgrades immer noch eine große Rolle. Doch was sagt dieser Wert eigentlich aus und sind Menschen mit einem erhöhten BMI generell krank? Über diese Fragen hat Dr. Sharma in einem spannenden Vortrag nachdedacht.sharma-edmonton-obesity-staging-system Weiterlesen

Diabetes und Übergewicht wegtrinken?

Mehr Wasser trinken – das ist ein einfacher und wirkungsvoller Tipp der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. Studien zeigen: Wer täglich mindestens 1,5 Liter Wasser trinkt, senkt sein Risiko auf Übergewicht und Diabetes.

Glas mit Wasser und Krug

Quelle: Fotolia

Weiterlesen

Adipositas und metabolische Chirurgie: Was ist das?

Die Adipositas-Chirurgie beinhaltet bariatrische Operationen, die dem Patienten mithilfe eines Magenbypasses oder eines Magenschlauchs ermöglichen, enorm an Körpergewicht zu verlieren und seinen BMI zu reduzieren. Diese ist nach wie vor die Therapie der Wahl bei morbider Adipositas. Weitere Indikation sind Patienten mit Adipositas Grad III und Adipositas Grad II, bei denen Folge- und Begleiterkrankungen vorliegen (z.B. Hypertonie und Diabetes) und diese mit ausgeschöpfter intensiver konservativer Therapie keine weiteren Fortschritte mehr erzielen können. Weiterlesen