Catch me if you can – GDM und wie eine zuverlässige Nachsorge aussehen könnte

Von der Diagnose des Gestationsdiabetes (GDM) über die Risikosenkung durch das Stillen und den Transgenerationenzyklus. Das waren die Schlagwörter im Rahmen des Symposiums zum Thema „Diabetesprävention nach GDM“ der 55. Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2021, welches mich nachhaltig beeindruckt hat.

Die Themen des Symposiums machen deutlich, wie wichtig es ist, dass Frauen mit GDM eine sorgfältige Nachsorge bekommen, um mögliche Spätfolgen und Risiken einzudämmen. In dem Vortrag von Dr. med. Heinke Adamczewksi wurde deutlich gemacht, dass ein 7-fach erhöhtes Diabetesrisiko in den Jahren nach GDM besteht (Song et al., 2018). Damit einhergehend verdoppelt sich das Risiko für Koronarkalk (Gunderson et al., 2021), wie eine Studie aus den USA gezeigt hat.

Somit ist schnell klar: GDM kann langfristige Folgen für Mutter und Kind beinhalten. Ein besonderer Fokus in dem Vortrag war die Frage:

„Wo stellt man die Weichen für eine langfristige Nachsorge bei Frauen nach GDM?“

Denn: Trotz eines ausgereiften Konzepts vom Diabetesscreening zur Überleitung in die langfristige Nachsorge nehmen immer noch zu wenige Frauen diese Chance der Nachsorge wahr (O’Reilly et al., 2016) – was tun?

Hier setzt der Vortrag von Herrn Lechner an, zum Thema „GDM-Apps“. Herr Lechner betont hierbei vor allem die Flexibilität von GDM-Apps bei der doch sehr heterogenen Pathophysiologie von GDM und dem Ruf nach „Individualisierungen von Präventionsempfehlungen“. Und das leuchtet ein. Die Lösung soll hier die App Triangle bieten, da sie zum einen die notwendige Individualisierung erlaubt und zum anderen den Frauen einen unkomplizierten, schnellen und alltagstauglichen Zugang bietet. In der heutigen Zeit kann das ein wichtiger Ansatz sein, denn sein Handy hat man ja sowieso ständig bei sich. Der Informationsfluss kann fließen. Und so könnten wir die Nachsorge verbessern – mit elektronischen auf unsere jetzige Lebenswelt angepassten Modulen. Es wäre möglich die Frauen im Alltag zu begleiten und zu beraten und viel wichtiger noch – das Risiko für Diabetes und andere Faktoren so zu senken.

Ach ja – und pandemietauglich wäre es auch.

Literatur:

  • Song C, Lyu Y, Li C, Liu P, Li J, Ma RC, Yang X. Long-term risk of diabetes in women at varying durations after gestational diabetes: a systematic review and meta-analysis with more than 2 million women. Obes Rev. 2018 Mar;19(3):421-429. doi: 10.1111/obr.12645 . Epub 2017 Dec 20. PMID: 29266655.
  • Erica P. Gunderson, Baiyang Sun, Janet M. Catov et al. Gestational Diabetes History and Glucose Tolerance After Pregnancy Associated With Coronary Artery Calcium in Women During Midlife. Circulation. 2021; 143:974–987. https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.120.047320.
  • O’Reilly SL, Dunbar JA, Versace V, Janus E, Best JD, et al. (2016). Mothers after Gestational Diabetes in Australia (MAGDA): A Randomised Controlled Trial of a Postnatal Diabetes Prevention Program. PLOS Medicine 13(7): e1002092. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1002092

Ilena Bauer

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