Wie man das Scheitern von Patientinnen und Patienten nicht selbst durchlebt

Allen Therapieempfehlungen und Absprachen zum Trotz, werden häufig vereinbarte Ziele in der Therapie des Diabetes mellitus von Patientinnen und Patienten nicht erfüllt. Eindringlich reden wir auf unsere Patienten ein. Informieren sie, schulen sie, warnen sie und behandeln sie lange Jahre. Nur um zu verfolgen, dass es ihnen nach und nach körperlich immer schlechter geht. Eigene Gefühle der Hilflosigkeit und des Scheiterns setzen ein. Folgende Frage drängt sich hier jedoch auf: wer scheitert hier eigentlich? Ich? Der Patient oder die Patientin? Beide?

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Zwei Züge kollidieren: Klimawandel und Diabetes – Frontalaufprall oder Teufelskreis?

Der menschengemachte Klimawandel gefährdet unsere Gesundheit. Mit dieser Aussage überraschte mich Professor Rainer Sauerborn in der Session Klimawandel und Diabetes zunächst nicht. Vermehrt findet die Tatsache Einzug ins Medizinstudium, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit KLUG informiert darüber, Health for Future geht dafür auf die Straße. Und dennoch: Wieso gerade Diabetes? Infektionskrankheiten, Nahrungsmittelunsicherheit und Atemwegserkrankungen kamen mir schnell in den Sinn – ein hoher Blutzucker wäre ehrlich gesagt nicht meine erste Idee gewesen. Professor Sauerborn aber erklärt wie Klimawandel und Diabetes sich gegenseitig verschärfen.

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,,Morgens reicht mir mein Kaffee‘‘ – Warum wir doch Frühstücken sollten!

Bei der Frage, wann man essen sollte und welche Form des Fastens denn jetzt die richtige ist, gibt es bestimmt genauso viele Meinungen wie es Methoden gibt. Etwas Licht ins Dunkel brachte Professorin Anja Bosy-Westphal von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In ihrem Vortrag „Intervallfasten“ im Rahmen der Sitzung „Ernährung und Bewegung bei Adipositas“ bei der Diabetes Herbsttagung 2021, die gemeinsam mit der Deutschen Adipositas Gesellschaft ausgerichtet wurde, berichtete sie über den Zusammenhang vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme und den Auswirkungen auf Körpergewicht, kardiometabolisches Risiko sowie Zucker- und Fettstoffwechsel.

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Adipositas – Prävention im Fokus

Laut Daten der WHO aus dem Juni dieses Jahres, sterben jährlich mehr als 2,8 Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Adipositas und Übergewicht. Und das, obwohl mit einer frühen und effektiven Behandlung Folgeerkrankungen und Mortalität deutlich reduziert werden könnten. Als Angehörige der Gesundheitsberufe sollten wir deshalb bereits stärker in der Prävention ansetzen und unsere Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen für diese Problematik sensibilisieren.  

Dieser Thematik widmet sich derzeit ein interdisziplinäres Board im Rahmen der Überarbeitung der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“, aus der einige Punkte während der DDG-Herbsttagung vorgestellt wurden. Neu ist, dass hier neben Empfehlungen zur Lebensführung und zur Individualprävention auch Aspekte der bevölkerungsbasierten Prävention einfließen sollen. Unter anderem z.B. die Einhaltung der DGE-Empfehlungen zur Gemeinschaftsverpflegung in Kitas oder Betrieben sowie die öffentliche Förderung von körperlich aktiven Formen der Freizeitgestaltung (z.B. Schwimmbäder, Sportvereine). Während in den vorherigen Fassungen der Leitlinie hauptsächlich Ernährung und körperliche Bewegung als Risikofaktoren für eine Gewichtszunahme im Fokus standen, könnten nun erstmals auch Faktoren wie zum Beispiel psychische Erkrankungen mehr an Bedeutung gewinnen. Diskussionsbedarf besteht aktuell auch bei der Frage, wie politisch sich eine Leitlinienempfehlung positionieren darf, etwa mit einer Empfehlung zur Einführung einer Steuer auf Softdrinks. Auch auf eine einfache Translation von der Leitlinie in die Praxis auf den verschiedenen Ebenen soll wertgelegt werden, etwa durch gezielte Angebote wie eine Patientenleitlinie, verstärkte Öffentlichkeits- und Medienarbeit, aber auch durch eine Praxisleitlinie und politische Lobbyarbeit. 

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Wie wir noch Vertrauen lernen müssen – Und warum das völlig okay ist

In diesem Jahr durfte ich, nach längerer (Corona-bedingter) Pause, endlich wieder vor Ort Reisestipendiatin in Wiesbaden zum Herbstkongress 2021 am 5. bis 6. November sein. Nachdem mir der Kongress in Berlin 2019 gut gefallen hatte, hatte ich mich entschlossen, mich erneut bei der DDG zu bewerben. Die Freude war groß, als im Oktober die positive Rückmeldung kam und für mich klar war: ich reise nach Wiesbaden und bringe mich vor Ort thematisch auf den neuesten Stand.

Ein Vortrag, dem ich unter anderem beiwohnte, galt dem Thema Digitalisierung und der Frage: „Dropoutrate bei Insulinpumpe/CGM: sind Merkmale dieser Patientengruppe schon erkennbar?“ von Frau Sandra Schlüter (Northeim). Da ich selbst Pumpen- und CGM-Trägerin bin und den Kongress auch explizit nutzte, mich auf der Messe über die neuesten Closed-Loop Systeme schlau zu machen, fand ich diese Frage durchaus interessant. Denn für mich ist ein Leben ohne Pumpentherapie mittlerweile undenkbar.

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Kopf über Bauch? – Unser Gehirn im Zentrum des Zusammenwirkens von Insulinsensitivität, Essverhalten und Körpergewicht

„Ohne Adipositasepidemie gäbe es keine Diabetes mellitus Typ 2 Epidemie.“ In Zeiten, in denen der Begriff „Epidemie“ fest im alltäglichen Sprachgebrauch etabliert ist, wies dieser eindrückliche Satz von Professor Tschöp im Rahmen der diesjährigen Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Kooperation mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG) nicht nur auf die dramatisch steigende Prävalenz von Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 in der Weltbevölkerung hin, sondern öffnete außerdem ein komplexes Themenfeld rund um die Fragestellung nach Zusammenhängen zwischen Insulinresistenz, Adipositas und Essverhalten. 

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Schlank und fit?

Schöne Menschen umgeben uns, wohin auch immer wir uns wenden. Sie sind schlank, makellos und äußerlich perfekt, sie lächeln uns von den Titelseiten der Boulevard-Blätter an, sprechen im Fernsehen zu uns und wecken ein Verlangen in uns. Der Traum von der guten Figur ist oft auch verknüpft mit dem Gedanken, an ein gesünderes Leben.

Adipositas ist eine Krankheit. Weltweit leiden mittlerweile mehr Menschen an den Folgen von Übergewicht als an Hunger. Und zu all den gesundheitlichen Einschränkungen kommt der gesellschaftliche Druck hinzu, der oftmals schwer auf den Menschen lastet. Sie werden stigmatisiert, vorverurteilt und ausgegrenzt. Auch unbewusst fallen wir alle in dieselben Denkmuster und müssen jeden Tag daran arbeiten, einander nach dem zu beurteilen was in uns steckt und nicht nach dem, was man uns von außen ansieht. Die Session „Stigmatisierung bei Adipositas und assoziierten Erkrankungen“ (moderiert von C. Luck-Sukorski und S. Clever) zeigte uns in beispielhafterweise, worauf Ärztinnen und Ärzte in ihrer täglichen Arbeit mit von Stigmatisierung betroffenen Patientinnen und Patienten achten sollten.

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Happy Birthday, Insulin! Rückblick, Überblick und Ausblick über die Insulintherapie in der Kinderheilkunde

Die erste Insulingabe am 11. Januar 1922 war eigentlich kein vollkommener Erfolg – die Ketonwerte blieben gleich und es gab einen sterilen Abszess. Am 25. Februar war es viel besser: das Insulin war rein genug, um die Glukosewerte bei Leonard Thomson zu senken und die Ketone verschwinden zu lassen.

Das Insulin hat viele Gesichter, sagt Professor Thomas Danne in seinem Vortrag zur „Insulintherapie in den letzten 100 Jahren“. Zum Einen ist es ein Lebensretter, zum Anderen aber ein Ziel des Immunsystems (als Autoantikörper) und somit auch vielleicht eine potentielle  Möglichkeit in der Prävention des Diabetes.

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Konvex oder konkav?

Nach 7 Jahren Wartezeit und 6 ½ Jahren Medizinstudium (inklusive der Geburt von 2 Kindern) startete ich voller Tatendrang und Wissen in mein berufliches Leben in einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis weit weg von zu Hause. Nach einer so langen Zeit mit Höhen, Tiefen, Generalwiederholung und einer Neurologieprüfung am Tag nach dem WM-Finale 2014 dachte ich, ich bin auf alles vorbereitet. Dann traf ich auf meine größte Herausforderung: Die Patientinnen und Patienten.

Ich bin kläglich gescheitert.

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Ärztinnen und Ärzte als Grenze der Digitalisierung?

Seit Ende 2019 das Digitale Versorgungsgesetz in Kraft getreten ist, haben Patientinnen und Patienten den Anspruch auf digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs), welche von den Krankenkassen erstattet werden. Voraussetzung um als erstattungsfähige DiGA in einem Verzeichnis gelistet zu werden, ist das Durchlaufen eines Prüfverfahrens des Bundesministeriums für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dieses Verfahren prüft nicht nur Produkteigenschaften und Datensicherheit, sondern auch den Nachweis eines positiven Versorgungseffektes. (https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Aufgaben/DiGA/_node.html)

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