Antidiabetika in der kardiovaskulären Prävention

Im Rahmen der Session „Neue Superheldinnen und Superhelden in der kardiovaskulären Prävention?“ beleuchtete Herr Professor Marx (Uniklinik RWTH Aachen) die Evidenz für die medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 hinsichtlich dessen Nutzen für die kardiovaskuläre Prävention.

Zunächst wurden einige ältere Outcome-Studien zur intensivierten gegenüber konventioneller Glukose-senkenden Therapie angeführt, welche die Basis für die für jeden Patienten individualisierte Therapie des Diabetes legten.  Die damaligen Empfehlungen der American Diabetes Association von 2015 zeigten vom kardiologischen Standpunkt aus noch keine Präferenz für eine bestimmte Medikamentenklasse. Nun wurden die von der FDA geforderten kardiovaskulären Sicherheitsstudien besprochen, beispielhaft zu den DDP-IV Inhibitoren, welche auch bei Hochrisikopatienten mit Diabetes keine negativen (aber auch keine positiven) Auswirkungen auf harte kardiovaskuläre Endpunkte (Major Adverse Cardiac Events) gezeigt haben.

Nicht nur sicher und verträglich, sondern auch einen positiven Effekt hinsichtlich kardiovaskulärer Endpunkte konnte bekannterweise die SGLT2-Inhibitoren zeigen. Diesen therapeutischen Benefit konnten ebenso die GLP-1 Analoga bei DiabetespatientInnen mit bereits vorhandener KHK demonstrieren durch die Reduktion Atherosklerose-assoziierter Events.

Auf Basis dieser Daten wurden darauf 2018 die Empfehlungen der Fachgesellschaften erneuert und in den Behandlungsalgorithmus die Frage nach kardiovaskulären Erkrankungen der PatientInnen vermehrt in den Vordergrund gerückt, um dann den Risikopatienten eine Therapie mit SLGT2-Inhibitoren oder GLP-1 Analoga zukommen zu lassen.

Weiterführend wurde dann die aus kardiologischer Sicht relativ schwache Evidenzlage für Metformin belichtet. Dies war ein sehr erhellender Punkt, der im Sinne der Evidenz-basierten Medizin sicher diskutiert werden sollte und womöglich wie im ESC Rondtable 2018 angeklungen zu einem Umdenken in der Therapie führen könnte.

Insgesamt war dies für mich ein sehr interessanter Vortrag, der nicht nur die jüngere Vergangenheit und den aktuellen Stand der medikamentösen Therapie des Diabetes Typ 2 aus Sicht eines Kardiologen wiedergegeben hat, sondern auch gelebte Evidenz-basierte Medizin auf Basis von Studien darstellte.

Felix Hardt

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