Adipositas bei Kindern

Immer mehr Kinder sind übergewichtig und leiden an Adipositas. Das kann nicht nur zu Wachstumsstörungen und vaskulärer Dysfunktion im Jugendalter, sondern auch zu Folgeerkrankungen, z.B. Typ-2-Diabetes, im Erwachsenenalter führen. Aber warum entwickeln eigentlich schon Kinder so früh Adipositas? Dieser Frage ging Prof. Dr. Antje Körner in ihrem Vortrag nach.

Im Rahmen der KiGGS-Studie wurden die wichtigsten Risikofaktoren für kindliches Übergewicht identifiziert:

  1. elterliches Übergewicht
  2. niedriger sozioökonomischer Status
  3. perinatale und Umweltfaktoren

Zu den einflussreichen Umweltfaktoren zählen neben Lebensstilfaktoren wie erhöhtem Medienkonsum auch die Umgebung (z.B. viel Asphalt vs. viele Grünflächen oder die Nähe zu Fast-Food-Restaurants) und veränderte Lebensumstände, z.B. während der Corona-Pandemie. So stieg zum Beispiel der Anteil an Kindern mit einem relevanten Gewichtszuwachs innerhalb des Jahres 2020 unverhältnismäßig stark an.

Dennoch haben auch erbliche Komponenten einen wichtigen Einfluss (ca. 60-80 Prozent) bei der Entstehung von kindlichem Übergewicht. Viele der identifizierten Risiko-Gene beeinflussen den Energiehaushalt zentral im Gehirn. Studien aus der Gruppe von Prof. Körner konnten aber auch zeigen, dass Regulatoren des Fettgewebes, z.B. TMEM18 bei Adipositas fehlreguliert sind.

Insgesamt wird die Entwicklung von Adipositas bei Kindern also durch viele Risikofaktoren beeinflusst. Doch ein Gegensteuern lohnt sich – eine frühe Intervention kann schwere Folgeerkrankungen verhindern.

Jacqueline Ratter-Rieck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.