SGLT 2 Inhibitor vs. GLP1 Analogon? Ein Überblick.

„Entweder
 oder
? SGLT2-Inhibitoren oder GLP1-Rezeptoragonisten? – Überlegungen zur modernen Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes!“ Mit diesen Fragen beschĂ€ftigte sich das Industriesymposium, organisiert von Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co.KG in Allianz mit Lilly Deutschland.

Angefangen mit dem Wirkstoffmechanismus, verbessern SGLT2 Inhibitoren den Glucosestoffwechsel, indem sie das System mittels Glucosurie entlasten, sowie eine verbesserte InsulinsensitivitÀt bewirken. Auch GLP1 Rezeptoragonisten verbessern die InsulinsensitivitÀt und modulieren dabei auch endogene GlucosestoffwechselvorgÀnge auf verschiedenen Ebenen.

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Mehr als nur Blutzuckersenkung!

Als internistische AssistenzĂ€rztin, die in Zukunft als Endokrinologin arbeiten möchte, ist die Behandlung von Menschen mit Diabetes mellitus fĂŒr mich eine besondere Herausforderung. Dieses Jahr durfte ich als Stipendiatin an der DDG Herbsttagung teilnehmen, dabei war der Vortrag von Dr. Grundner zum Thema „Individuelle Therapie“ fĂŒr mich besonders informativ.

Ein sehr eindrĂŒcklicher Aspekt von Diabetes mellitus, ist die VerkĂŒrzung der Lebenszeit, die die Erkrankung zur Folge haben kann. So muss man bei Betroffenen von Diabetes mellitus von einer VerkĂŒrzung der Lebenszeit mit bis zu sechs Jahren rechnen. Wenn neben dem Diabetes noch andere KomorbiditĂ€ten auftreten, kann dies die Lebenszeit sogar um bis zu zwölf Jahren verkĂŒrzen.

Die Leitlinien zur Behandlung von Diabetes mellitus von 2018 empfehlen, nachdem die Möglichkeiten der Basistherapie ausgeschöpft wurden, Metformin zu verabreichen. Dies hat sich in den neuen Leitlinien geÀndert. Hier werden deutlich die Arzneimittel SGLT2-I und GLP1-RA in AbhÀngigkeit des individuellen Patienten-Risikos empfohlen. Bei Patientinnen und Patienten mit einem niedrigen Risikoprofil empfiehlt die Leitlinie nach erfolgter Basistherapie die Gabe von Metformin. Wenn das Risikoprofil von Erkrankten erhöht ist, besteht die Empfehlung einer Kombinationstherapie aus Metformin und GLP1-RA oder SGLT2-I. Bei einem makrovaskulÀren Ereignis wird die Therapie mit GLP-1RA empfohlen. In jedem Fall sollte eine genaue und individuelle RisikoabschÀtzung des Patienten oder der Patientin vorgenommen werden.

Durch die individuelle Behandlung der Betroffenen, kann nicht nur der Blutzucker und der HbA1c-Wert gesenkt werden, sondern auch die LebensqualitÀt und Gesundheit der Patientinnen und Patienten verbessert werden.

Vielen Dank.
Marziyeh Salehi

„Nehme ich etwas, was den Pinguinen die Nahrungsgrundlage wegnimmt?“

Auf der diesjĂ€hrigen DDG-HT besuchte ich ein Symposium der Firma Amarin bezĂŒglich ihres neuen Medikaments Vascepa zur kardiovaskulĂ€ren Risikoreduktion in einem Hochrisiko-Patientenkollektiv.
WĂ€hrend des Vortrags von Michael Lehrke aus Aachen kam die Frage auf, ob man nicht mit einem Fischöl-PrĂ€parat „per Rezeptblock Anweisung gebe, dass wieder ein StĂŒck Meer leer gefischt wird“. Ob es denn nicht möglich sei, in dieser Synthese einen Schritt frĂŒher einzusteigen, das Öl direkt aus den Algen zu gewinnen?  

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Adipositas – „Bitte Bewegungs- und ErnĂ€hrungstherapie optimieren“

Das Thema Adipositas betrifft durch die hohe PrĂ€valenz (ca. 25% aller Deutschen BMI >30 kg/mÂČ) und erhöhte MorbiditĂ€t und MortalitĂ€t fachĂŒbergreifend fast jeden Arzt oder Ärztin. Hierbei wird die Adipositas hĂ€ufig als Lifestyle-Problem abgestempelt und im Arztbrief heißt es, man solle „sich bitte gesund ernĂ€hren und mehr Sport treiben“. Hiermit werden Betroffene oft alleine gelassen, obwohl es sich bei der Adipositas um eine chronische Erkrankung handelt, die strukturierte BehandlungsansĂ€tze erfordert. Seit 2020 ist die Adipositas erfreulicherweise auch vom Deutschen Bundestag als Erkrankung offiziell anerkannt und es wird aktuell an einem „Disease-Management-Programm“ (DMP) gearbeitet.

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Große Herausforderung fĂŒr alle Beteiligten: Gestationsdiabetes bei Frauen mit Migrationshintergrund

Im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2021 durfte ich einen Workshop zum Thema „Diabetes – Schwangerschaft – Migration“ unter der Leitung von Dr. Stupin aus Berlin, Frau Karapinnar aus OsnabrĂŒck und Frau KrĂŒger aus Gevelsberg besuchen, in welchem die großen Herausforderungen sowohl fĂŒr die betroffenen Patientinnen als auch das betreuende medizinische Fachpersonal nĂ€her erlĂ€utert und mögliche LösungsansĂ€tze diskutiert wurden.

Eine Immigration in ein fremdes Land mit einer fremden Sprache und Kultur – eine riesige Herausforderung, die ich mir kaum zutrauen wĂŒrde. Wenn in dieser Ausnahmesituation noch eine Schwangerschaft hinzukommt und dann auch noch ein Gestationsdiabetes festgestellt wird, kann man die Überforderung und Unsicherheit der werdenden MĂŒtter gut nachvollziehen. Auch fĂŒr medizinisches Fachpersonal ist die Betreuung dieser Patientinnen nicht gerade leicht. Dabei sind Sprachbarrieren bei Weitem nicht das einzige Problem. Die Patientinnen sind zum Teil in einer völlig anderen Kultur sozialisiert worden, das Herkunfts- und Sozialisierungsland spielt eine große Rolle. Auch religiöse Unterschiede, Aspekte wie das Gesundheits- und KrankheitsverstĂ€ndnis, genetische Besonderheiten, Lebensformen, die finanzielle Situation, der Bildungsgrad, der Migrationsstatus und eine individuelle Esskultur mĂŒssen berĂŒcksichtigt werden. Vor allem im Bereich der Diabetologie, wo Lifestyle-Änderungen einen entscheidenden Therapiebaustein darstellen, ist eine kultursensible Herangehensweise mit entsprechend geschultem Personal eine wichtige Voraussetzung fĂŒr den Therapieerfolg.

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Stigmatisierung: Eine ernstzunehmende Belastung

“Thoughts about people you didn‘t know you had”, so beginnt Susan Clever, Psychologin in einer Schwerpunktpraxis fĂŒr Diabetologie in Hamburg, ihren augenöffnenden Vortrag ĂŒber die Stigmatisierung bei einem Symposium der Diabetes Herbsttagung im November 2021 in Wiesbaden. ZunĂ€chst wurden von der Referentin generelle Aspekte der Stigmatisierung beleuchtet, bevor im Verlauf von weiteren Rednerinnen und Rednern der Fokus auf die spezifischen Erkrankungen Diabetes und Adipositas gelenkt wurde.

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Mit ‚dick und dĂŒnn‘ auch durch (hormonelle) Hochs und Tiefs

InterdisziplinaritĂ€t wird in der Diabetologie großgeschrieben – demnach passend referierte in der Sitzung ‚Hormone und Diabetestherapie‘ die Endokrinologin und Diabetologin Professor Petra-Maria Schumm-Draeger aus MĂŒnchen zum Thema Hyper- und Hypothyreose. Einleitend stellte sie anhand großer epidemiologischer Studien dar, dass Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, weit ĂŒber den Bevölkerungsdurchschnitt hinaus, auch an den ohnehin schon hĂ€ufigen SchilddrĂŒsenĂŒber-/ und-unterfunktionen leiden.

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EindrĂŒcke der DDG Herbsttagung 2021

Im Folgenden möchte ich ĂŒber meine persönlichen EindrĂŒcke von der DDG Herbsttagung 2021 berichten. Der erste Tag (05.11.) begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde der DDG-Stipendiaten. Hier ergab sich die Möglichkeit, sich je nach Interessensschwerpunkt fĂŒr die bevorstehenden Kongresstage in Kleingruppen zusammenzufinden.

Los ging es mit der Eröffnungsveranstaltung. Hier wurde das Motto der Herbsttagung „Gemeinsam durch dick und dĂŒnn“ sehr eindrĂŒcklich durch die Rede des Key-Note-Speakers Simon Dietl (Bergsteiger) veranschaulicht. Auch die Diabetologie kann nur durch ein tatkrĂ€ftiges multiprofessionelles Team funktionieren.

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Diabetes-Technologie auf dem Vormarsch – Ein wenig Skepsis ist angebracht

Die Diabetes-Technologie, insbesondere die neuerliche VerfĂŒgbarkeit von neuen AID-Systemen, war ein großes Thema auf der diesjĂ€hrigen Herbsttagung der DDG. So wurden die Eigenschaften und angeblichen VorzĂŒge der neuen AID-Systeme in mehreren VortrĂ€gen vorgestellt. Da diese nun die Basalrate und Abgabe von Korrekturboli automatisch steuern, ist dies sicherlich als ein Meilenstein zur „kĂŒnstlichen BauchspeicheldrĂŒse“ anzusehen. Meiner Meinung nach sollte hier jedoch etwas Skepsis an den Tag gelegt werden.

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Wie effektive PrĂ€vention durch Bewegung gelingen kann – fĂŒr alle

Im Ton rheinisch-locker, in der Botschaft ernsthaft und bestimmt: Im Symposium „Diabetes – Adipositas – Migration“ hielt Professor Joisten einen lebhaften Vortrag ĂŒber die Gesundheitsrelevanz von Bewegung und Sport und ĂŒber die Besonderheiten, die fĂŒr Erwachsene und Kinder mit Migrationshintergrund im Alltag bedeutsam sind. Sie benannte die HĂŒrden, die es zu ĂŒberwinden gilt, damit Sport als PrĂ€vention und als Mittel gegen Adipositas gelingen kann.

ZunĂ€chst ging Professor Joisten auf den Wert von Sport in Bezug auf Gesundheit ein: „Bewegung ist Medizin“, so der Titel einer Publikation, die dies untermauert und die die Vielzahl der Erkrankungen benannte, bei denen Bewegung heilsam ist. Sie selbst hob jedoch besonders die Bedeutung des Sports fĂŒr die soziale Teilhabe und die Integration hervor und schlug damit den Bogen zu ihrem eigenen Forschungsfeld, „Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen“. Denn rein zur Gewichtsreduktion sei Sport gar nicht so geeignet, wie man denken wĂŒrde. Dass es fĂŒr das Wohlbefinden dennoch von immenser Bedeutung ist, sei eben durch andere Faktoren erklĂ€rbar, wie auch durch die hormonelle AktivitĂ€t des Organs Muskel.

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