Zustimmung und Ablehnung

Von Tobias Baumgartner

Diabetes mellitus ist ein Krankheitsbild, das mittlerweile auf vielfältige Weise und mit guten Erfolgen medikamentös behandelt werden kann. Zahlreiche Forschungsgruppen weltweit forschen an immer neueren und besseren Pharmaka, die die Lebensqualität der Patienten erleichtern soll.

Wie allen Medizinern bekannt, liegt der Pharmaindustrie nicht einzig und allein das Patientenwohl am Herzen. Für die Firmen geht es um sehr viel Geld und besonders bezüglich der Diabetes-Medikamente herrscht ein harter Konkurrenzkampf.

Ein wichtiger Mitspieler in diesem Prozess ist die FDA – das ist die Food und Drug Administration der USA. Diese Behörde ist für die Zulassung von Medikamenten in den USA zuständig, was natürlich auch auf uns Europäer Einfluss hat. In den letzten Tagen und Wochen hat die FDA einige Entscheidungen getroffen, die an den Börsen für Aufsehen gesorgt haben und manche Konzerne erfreut, andere aber in Schwierigkeiten geführt haben.

Ende September wurde ein neues Medikament unter dem Namen Tresiba zugelassen – dabei handelt es sich um ein lang-wirksames Insulin, das einmal täglich injiziert werden muss. Auch eine Kombinationstherapie aus Tresiba und einem anderen Insulin wurde unter dem Namen Ryzodeg zugelassen. Noch im Jahr 2013 hat die FDA diesen Wirkstoff abgelehnt, da die Studienergebnisse zur Herzverträglichkeit nicht überzeugend waren. Mit einer neuen klinischen Studie wurden diese Zweifel von der Firm Novo Nordisk anscheinend ausgeräumt.

Für AstraZeneca lief die letzte Woche hingegen nicht so gut – diese Firma wollte eine Fixkombination aus Saxagliptin und Dapagliflozin auf den Markt bringen. Die FDA lehnte dieses Vorhaben nun vorerst ab und verlangt mehr klinische Daten. AstraZeneca muss darauf nun mit großen klinischen Studien reagieren. Die neue Kombination wird nun erst in einigen Monaten oder Jahren auf den Markt kommen. Für den Konzern stellt dies wirtschaftlich natürlich eine große Herausforderung dar, da mit den Einnahmen wohl schon gerechnet wurde.

Die Patienten und Ärzte im klinischen Leben bekommen von all diesen Prozessen natürlich nicht viel mit – wir sollten aber nicht vergessen, welche große wirtschaftlichen und globalen Interessen hinter unserer Medizin stecken.

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