Wird man Insulin jemals essen können?

Für fast jeden Diabetiker wäre das sicher ein Traum: kein ständiges Spritzen oder Katheter-Setzen, keine blauen Flecken, keine schmerzhaften und unschönen Spritzstellen mehr. Beim Symposium „Was gibt es Neues unter der Sonne“ spricht Dr. Tim Heise vom Profil Institut für Stoffwechselforschung in seinem Vortrag über den Stand der Dinge bei oralen Insulinen, welche die Forschung schon lange beschäftigen.

Doch auch heute stehen die Forscher noch vor den selben Problemen wie früher. Zum einen besitzt Insulin eine extrem niedrige Bioverfügbarkeit, was bedeutet, dass ein großer Teil der eingenommenen Menge gar nicht erst im Kreislauf ankommt. Zum anderen ist aber genau diese vom Körper aufgenommene Menge nicht von konstanter Größe, sodass man nie voraussagen kann, wie viel letzten Endes wirklich im Organismus wirken kann. Dennoch gibt es hierfür gute Forschungsansätze: um das Problem der fraglichen Bioverfügbarkeit zu überwinden, nahmen sich Forscher wie so oft die Natur zum Vorbild. Angelehnt an einen Schildkrötenpanzer konstruierten sie eine Kapsel um die Insulin-Moleküle, die zudem eine winzige Nadel enthält, welche schmerzfrei an die Magenschleimhaut andockt, um das Insulin dort zu injizieren. In Tierversuchen ließen sich hierbei vergleichbare Effekte wie zur subcutanen Injektion erzielen. Trotzdem äußert sich Dr. Heise pessimistisch bezüglich eines oralen Insulins, das in absehbarer Zeit auf den Markt kommen werde, da fraglich ist, ob beim Menschen dieselben Effekte wie bei Tieren eintreten.

Aber wer weiß, vielleicht können wir uns in ein paar Jahr(-zehnt)en ja wirklich auf eine Insulinpille als stetige Vorspeise freuen.

Hanna Gmehling

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