Wie sicher ist eigentlich unsere Therapie?

Mit diesem Thema beschäftigten sich vier Dozenten.

Im ersten Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Forst aus Mainz ging es um die Sicherheit von Sulfonylharnstoffe. Dieser zeigte auf, dass die Sulfonylharnstoffe den Blutzucker gut senken, allerdings nur temporär, also ca. 6 bis 24 Monate, dann sei die Wirkung nicht mehr so gut. Insgesamt verschlechtert sich der Proinsulinspiegel, das viszerale Fett und das Gewicht steigen, es besteht eine Hypoglykämiegefahr und die Gegenregulation vermindert sich. Viele Daten und Metaanalysen zeigen, dass die Mortalität durch Sulfonylharnstoffe steigt. Herr Prof. Dr. med. Forst schließt mit den Worten, dass diese Medikamentengruppe heute nicht mehr zugelassen würden, allerdings aus ökonomischen Gründen dennoch oft verschrieben werden, allerdings immer weniger.

Der zweite Vortrag war von Prof. Dr. med. Seufert aus Freiburg. Thema war die Sicherheit der SGLT2-Inhibitoren. Diese Substanzgruppe hemmt die Glukoserückresorption im proximalen Tubulus und verursacht eine therapeutische Glukosurie, wirkt insulin-unabhängig. Letztlich sinkt dadurch der HbA1cum 0,5 bis 1 Prozent, der systolische Blutdruck sinkt um 3 bis 5 mmHg und das Gewicht sinkt. Eine orale Triple-Therapie ist möglich. Es ist abhängig von der Nierenfunktion, allerdings ist es bei einer niedrigen GFR nicht toxisch, sondern nur in der Glukosesenkung weniger wirksam. Es zeigen sich keine Hypoglykämien, keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion und eine Reduktion des Albumin-Kreatinin-Quotient. Allerdings sollten sie nicht angewendet werden von Patienten über 85 Jahren, Patienten mit hohem Risiko von Genitalinfektionen, Hypovolämie und Neigung zur Ketoazidose, was eine bisher unklare und ungeklärte Nebenwirkung ist.

Kurz zusammengefasst noch die Sicherheit der inkretinbasierten Therapie. Es zeigt sich kein Hinweis auf eine vermehrte Pankreatitis-Rate. Daten über ein erhöhtes Risiko für Pankreaskarzinom sind nicht haltbar, da alle Studien kürzer als 10 Jahre liefen und Entstehnung eines Pankreaskarzinoms mehr als 10 Jahre dauert. Das in der SAVOR-Studie gezeigte erhöhte kardiovaskuläre Risiko wertet der Referent Herr Prof. Dr. med. Göke aus Marburg eher als Zufall.

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