Wie kleine Dinge Großes vollbringen

Überall sieht und erkennt man sie, die kleinen, flachen, weißen Sensoren an Armen, Bauch oder Hüfte. Egal ob jung, ob alt, ob Sportler oder Couch-Potato. Der digitale Fortschritt hat sie alle überzeugt und eine neue Community kreiert.

Es ist DIE neue digitale Technik, das continuous glucose monitoring, welches ganz eindeutig in den letzten Jahren zu der Neuerung unter den Therapieoptionen des Diabetes mellitus zählt. Ob das Flash Glukose Messsystem (FGM) von Abbott oder das Real-Time-CGM-System (rtCGM) von Dexcom, wer auf dem diesjährigen Diabetes Kongress seiner Umgebung nicht nur mit Ohren sondern auch mit Augen gefolgt ist, hat sie erkannt: in der Schlange am Kaffeestand, in der Sitzreihe direkt vor einem oder morgens früh in der S-Bahn auf dem Weg zum ersten Vortrag des Tages.

Ganz konkrete Zahlen präsentierte am Freitagvormittag Herr Prof. Dr. Heinemann, als er in seinem Vortrag zum Thema „Wie häufig werden neue Technologien wie CGM, Flash-Glukose-Monitoring, Insulinpumpen in der klinischen Praxis angewandt?“ über die Ergebnisse aus einer Befragung unter Arztpraxen in ganz Deutschland sprach.

In eindrücklichen Graphiken vermittelte Herr Prof. Heinemann dem Saal interessierter Zuhörern ein anschauliches Bild von der derzeitigen Situation in den diabetologisch tätigen Arztpraxen. So nutzten zum Zeitpunkt der Befragung ungefähr 47% der befragten Typ 1 und 87% (!) der Typ-2-Diabetiker ein FGM-System. Und auch die CGM-Systeme mit einer Anwenderhäufigkeit von 20% (T1) und 9% (T2) sowie die Insulinpumpen mit 33% (T1) und 4% (T2) sind aus dem ärztlichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

In Kenntnis der im Vortrag präsentierten Gesamtzahlen von 67.769 FGM-, 17.169 CGM- und 25.007 Pumpenträgern und mit dem Wissen um die steigende Mitgliederzahl dieser Community, dürfen wir nun den diabetologischen Nachwuchs nicht aus den Augen lassen. Junge Ärzte und Ärztinnen, unsere Kollegen und Kolleginnen sollten bereits früh im Umgang mit digitalen Systemen und in der Auswertung der Daten geschult werden, damit den Diabetespatienten neben einem Zugewinn an Lebensqualität auch ein therapeutischer Nutzen vergönnt sein wird.

Und so blicken wir gespannt in die Zukunft, darauf hoffend, dass diese neuen Systeme nur den Anfang des digitalen Fortschritts repräsentieren!

Clara Möser

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