Wie der Diabetes mit dem Alter zusammenhängt und wie man im „Minkowski“-Saal einen Motivationsschub bekommt

„Typ-1-Diabetes – auf zu neuen Ufern“ – nachdem ich diesen Titel im Kongressprogramm gesehen habe, war für mich klar, wie mein Donnerstagmorgen in Berlin aussehen wird. Ich wusste nämlich, dass ich um 8:30 im „Minkowski“-Saal sitzen werde, unabhängig davon, wie wichtig mir der Schlaf in dem Moment erscheinen wird. 

Mir war ebenfalls bewusst, dass ich als Hannoveranerin dieses Symposium besonders genießen werde. Und so war es auch: Prof. O. Kordonouri als Vorsitzende, Prof. T. Danne und Dr. T. Biester als Vortragende – alles mir bekannte Namen und Gesichter vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. „Da fühlt man sich doch sofort wie zu Hause“ – dachte ich mir, als der erste Vortrag der Session begonnen hat. Frau Prof. A. G. Ziegler hat über Zusammenhänge zwischen dem Alter und dem Typ-1-Diabetes berichtet. Dank durchgeführten Studien hat man beispielweise erkannt, dass das Risiko für Inselautoimmunität mit dem Alter exponenziell abnimmt. Dabei beträgt die Halbwertszeit ca. 3,5 Jahre. Das bedeutet: Je später ein Kind im Verlauf seines Lebens auf das erste Stadium vom Typ-1-Diabetes gescreent wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, ein positives Screeningergebnis festzustellen. 

Die zweite Kernaussage des Vortrags war: „Das Alter bestimmt die Art der Autoimmunität“. Daraus lässt sich ableiten, dass auch Familienangehörige auf Autoimmunerkrankungen getestet werden sollen. Und zwar je nach Autoimmunerkrankung zu unterschiedlichem Alter. Im Anschluss an den Vortrag wurde von der Vorsitzenden Prof. O. Kordonouri, nochmals betont, dass dieses Statement eine Aufgabe für uns Diabetologen darstellt: Es geht nämlich darum, nicht nur die Diabetes-Patienten selbst gut zu betreuen, sondern auch deren Familien an die Hand zu nehmen und sie zu beraten. Und auch wenn ich noch mitten drin im Studium bin, habe ich mich angesprochen und motiviert gefühlt, diese Aufgabe mit den Diabetesteams in meiner beruflichen Zukunft zu meistern. 

In dem Moment musste ich an Herrn Prof. D. Müller-Wieland denken, der in der Einführungsveranstaltung für die Stipendiaten gesagt hat: „Sie haben sich bereits für die Diabetologie entschieden, aber ansonsten herrscht hier Meinungsfreiheit“. Eins ist sicher: Bei solchen Kongressen, Veranstaltungen für den Nachwuchs und spannenden Sessions wie diese am Donnerstagmorgen, wird einem das Treffen einer Entscheidung, in welche Richtung es denn beruflich weitergehen soll, besonders leicht gemacht.

Irena Drozd

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