Welcher Blutdruck darf es sein?

Eine konsequente Blutdruckeinstellung bei Typ-2-Diabetikern ist von großer Bedeutung. Die richtige Einstellung des Bluthochdrucks bei Diabetikern ist ein zentraler Baustein in der Prävention von (kardiovaskulären) Folgeerkrankungen. Doch was ist ein optimaler Blutdruck? Und wie ist dieser am besten zu erreichen?
Prof. Dr. Schmieder (Erlangen) gab in seinem Vortrag „Therapie der Hypertonie: Was sind optimale Blutdruckwerte bei Diabetes?“ einen strukturierten Überblick über die neuesten Empfehlungen der European Society of Cardiology (ESC).

Eine antihypertensive, medikamentöse Therapie ist demnach bei allen Diabetespatienten mit einem „office“-Blutdruck >140/90 mmHg empfohlen. Als Zielbereich sollte ein systolischer Druck von 130 mmHg angestrebt werden, oder darunter, sofern der Patient dies toleriert. Als diastolischer Druck sollten <80 mmHg angestrebt werden. Als untere Grenze gelten Werte von 120/70 mmHg, da unterhalb dieser Schwelle die Koronarperfusion ungünstig beeinflusst wird und Studien eine J-Kurve zeigen.
Eine Ausnahme gilt auch für ältere Patienten >65 Jahre: in diesem Kollektiv sollte sich der systolische Druck zwischen 130 und 140 mmHg bewegen, um Sturzereignisse zu verhindern.

Therapeutisch sollte nach den neuen Leitlinien direkt mit einer Zweifachkombination, nach Möglichkeit in einer Tablette, begonnen werden. Der Beginn mit einer Monotherapie ist nur noch für Patienten mit einer Grad-I-Hypertonie und niedrigem Risiko oder für ältere Patienten >80 Jahren empfohlen.

Die Essenz seines Vortrages fasste Prof. Schmieder mit einem schönen Bild aus dem Straßenverkehr zusammen: als „Richtgeschwindigkeit“ gilt 130, Geschwindigkeiten über 140 und unter 120 sind im Allgemeinen nicht erwünscht.

Niels-Ulrik Hartmann

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