Weitere Erkrankungen bei und durch Diabetes

Diabetes hat verschiedenste allseits bekannte mikro- und makroangiopathische Folgekomplikation. Doch es gibt noch eine handvoll weiterer Erkrankungen, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Schilddrüse

Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Die Schilddrüse

Das erste ist, dass man beim Vorliegen eines Typ 1 Diabetes (T1DM) immer auch an Schilddrüsenerkrankungen, sowie an polyglanduläre Autoimmunsyndrome (PAS) denken sollte. Die meisten Patienten mit PAS haben den Typ 2. Dabei liegen Schilddrüsenerkrankungen, T1DM und eine Nierenrindeninsuffizienz vor. Wobei der Großteil der Patienten gleichzeitig Schilddrüsenerkrankungen und einen T1DM haben. Das Auftreten einer weiteren Autoimmunerkrankung bei T1DM beträgt im Mittel zwei Jahre nach Diagnosestellung. Kann aber auch bis zu 30 Jahre andauern. Folglich sollten alle Diabetiker ein Mal im Jahr serologisch untersucht werden, um frühzeit PAS diagnostizieren zu können.

Der Darm

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sollte man stets auch an eine Diabeteserkrankung denken und umgekehrt. Sobald sich also ein Diabetiker öfters mit Diarrhoe oder Obstipation vorstellt, sollten alle differentialdiagnostischen Möglichkeiten eines banalen Magen-Darminfekts ausgeschlossen werden.

Zahngesundheit

Die Prävalenz, Progression und der Schweregrad der Parodontitis ist mit Diabetes assoziiert. Desweiteren beschleunigt der Diabetes das Entstehen einer Parodontitis, reziprok verschlechtert die Parodontitis die glykämische Stoffwechsellage. Bei einer zahnärztlichen Untersuchung kann die Sondierungstiefe des entzündeten parodontalen Gewebes bestimmt werden, wodurch auf den HbA1c geschlossen werden kann. Denn es besteht eine Korrelation zwischen Sondierungstiefe und HbA1c. Desweiteren ist die Prävalenz diabetischer Folgeerkrankungen dadurch erhöht. Weshalb es notwendig ist dass der Diabetologe auch den Zahnstatus seines Patienten regelmäßig kontrollieren lassen sollte, sowie der Zahnarzt bei Vorliegen einer Parodontitis Diabetes im Hinterkopf behalten sollte.

Entzündete Gelenke

Die diabetische Arthropathie ist keine entzündlich-rheumatische Erkrankung, sondern eine neuropathische Arthrose. Die rheumatoide Arthritis hingegen gehört zum rheumatischen Formenkreis und entspricht mit ihren Folgeerkrankungen, denen des Diabetes. Die Therapie wird initial mit Glukokortikoiden begonnen, anschließend folgt eine DMARD (Disease modified antirheumatic drug) plus Biologicals. Remissionserhaltend kann eine Therapie nur mit Biologicals ausreichend sein.

Haut

Last but not least: Hautveränderungen bei Diabetes. Diese können verschiedenster Ätiologie sein. Zunächst einmal sind allergische Reaktion, z. B. durch Sulfonylharnstoffe getriggert, zu nennen. Diese reichen von ihrer Intensität von leichten Exanthemen bis hin zum anaphylaktischen Soforttyp. Außerdem kann eine Lipiddystrophie durch subcutane Insulininjektionen entstehen. Generell können Hautveränderung bei Diabetes durch die pathophysiologische Ablagerung von Zucker im Gewebe, zu einer enormen Vielfalt an Effloreszenzen führen. Diese reichen von einfachen Pruritus bis hin zum diabetischen Fußsyndroms.

Alles in allem sollte man sich zu den bekannten Folge- und Begleiterkrankungen bei Diabetes mellitus, diese genannten Komplikationen zusätzlich ins Gedächtnis rufen. Denn Diabetes sollte grundsätzlich multimodal behandelt werden und ist eine lebenslange interdisziplinäre Herausforderung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.