Was Gene über unser Diabetesrisiko verraten

von Christian De Wendt

Um die genetischen Grundlagen zur Entstehung von Typ-2-Diabetes ging es unter anderem bei der englischsprachigen Session „Modulation of insulin secretion in type 2 diabetes“. Leslie J. Baier aus Phoenix, USA konnte in ihrem Vortrag „Genetics of insulin secretion failure in type 2 diabetes“ eindrucksvoll darstellen, wie sehr unsere Gene das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, beeinflussen.

In genomweiten Assoziationsstudien, sogenannten „GWAS“, welche den Zusammenhang zwischen Genen und deren Ausprägung untersuchen, konnten bereits einige Gene identifiziert werden, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Typ-2-Diabetes stehen. Meist haben diese einen Einfluss auf die Insulinsekretion.

Frau Baier und Kollegen hoffen nun durch solche Studien weitere Kandidaten in verschiedenen ethnischen Gruppen zu identifizieren. Diese sollen ermöglichen, Diabetes schon zu erkennen, bevor die ersten Symptome auftreten. Ihre bisherigen Ergebnisse besagen unter anderem, dass, wenn ein Elternteil schon in frühen Jahren an Diabetes erkrankt ist, das Krankheitsrisiko für die Nachkommen enorm ansteigt. Dabei ist es nicht egal, welcher Elternteil betroffen ist. Bei den amerikanischen Pima-Indianern z.B., von denen jeder zweite im Laufe seines Lebens an Diabetes erkrankt, konnte eine genetische Variante des KCNQ1-Proteins ausgemacht werden. Von der Mutter vererbt, bewirkt allein dieses Gen eine Erhöhung des Risikos, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um ganze 4 Prozent. Wird es vom Vater vererbt, bleibt dieser Effekt jedoch aus.

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