Was tun, wenn die Pumpe streikt?

Die Präsentation eines achten Harry Potter-Bandes, die Bekanntgabe des WM-Kaders oder gar der Rücktritt unserer Bundeskanzlerin? All dies hätte die Anzahl der gezückten Kameras und Handys mit Sicherheit erklären können… aber ein Vortrag?

Die Situation sowie der voll besetzte Saal (die ersten Zuschauer wandelten auf den Spuren ihres Studentendaseins und lehnten bereits an den Wänden) zeigten, wie ausgeprägt das Interesse an einem der zentralen Themen des heutigen Tages war: Herzinsuffizienz.

Nach den ersten beiden Vorträgen – ein klassisches Unentschieden mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten, ging es in die Verlängerung: Welche Therapie braucht denn nun der diabetologische Patient bei HF?

ACE-Hemmer oder Beta-Blocker – für die Prognose ist die Wahl irrelevant, solange man eines anwendet (Ponikowski et al. Eur Heart J 2016), schließlich interessiert auch keinen, ob mit rechts oder links – hauptsache der Ball ist drin. Sollte dies nicht wirken, muss die Taktik geändert werden – Stichwort Aldosteronantagonist – wobei man sich beziehungsweise den Patienten dabei nicht ins Abseits manövrieren sollte (Kalium- und Kreatin-Kontrollen sollten nach vier bis sechs Tagen durchgeführt werden, cave bei Krea > 2,5 mg/dl o. K> 5 mmol/l). Als weitere Möglichkeiten kämen danach noch ARNI (I/B) sowie Ivabradin und Digoxin (IIb/B) in Frage – letztgenante Medikamente stellen dann allerdings eher die „Brechstange“ dar (könnte funktionieren,  müssen aber nicht).

Abschließend: Der Ball war drin, das Spiel in der Verlängerung gewonnen, die Kameras klickten – und das völlig zurecht. Der Vortrag schien die Fragen vieler Zuhörer beantwortet zu haben.

Bleibt zu hoffen, dass Özil, Müller und Co. es diesen Sommer ähnlich bravourös meistern wie Professor Marx (Aachen)…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.