Was man von Industrievertretern lernen kann

Nachdem wir Stipendiaten beim Nachwuchstag begrüßt wurden und das erste Wissen von der höchsten diabetologischen Prominenz Deutschlands aufsaugen durften, ging ich mit drei Mitstipendiatinnen in die Industrieausstellung.

Es war genau das, was ich erwartete! Kugelschreiber, Essen, helles Licht, Goodies zum Mitnehmen und eben passend zum Ausstellungsstand angezogene Vertreter der jeweiligen Firma.

Eine Stipendiatin, die selber Typ 1 Diabetikerin ist, ließ sich an verschiedenen Ständen zu Insulinpumpen beraten. Ein komisches Gefühl so mitumworben zu werden und das bei Produkten, von deren Verschreibung wir gefühlt noch unfassbar weit weg sind… Schmeichelnd, beängstigend und verwirrend zugleich.

Spannend waren auch die verschiedenen Herangehensweisen der Vertreter. Von kumpelhaften „Aber mal ehrlich, diese Details interessieren keine Sau.“ über überkorrekte Detailversessenheit, alles war dabei. Jeder versuchte auf seine Art uns emotional für sein Produkt zu begeistern, die Vorzüge ins Licht zu rücken und die technischen Unzulänglichkeiten zu kaschieren. Viele versuchten in den wenigen Minuten eine persönliche Beziehung aufzubauen und wurden sehr kreativ dabei.

Die Verkaufspsychologie ist ja auch in der ärztlichen Tätigkeit mit Patienten später von Relevanz. Verkaufen wir nicht auch ein Therapiekonzept und müssen dafür eine gemeinsame Ebene schaffen? Kreieren wir nicht so Therapieadhärenz?
Wenn jemand dir sein Produkt „andrehen“ will, kann es manchmal ganz spannend sein zuzuhören. Ich zumindest konnte so nicht nur sehr viel zum Thema Diabetes, sondern auch interdisziplinär vom Kongress für meine zukünftige Tätigkeit als Diabetologe mitnehmen.

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