Von Gingi und Pari – Zahnheilkunde und Diabetes – wie passt das zusammen?

Haben Sie schon mal etwas von der großen Relevanz der Gingivitis und Parodontitis gehört, die deutlich größer sei, als die des „banalen“ Karies? Nein? Dann geht es Ihnen genauso wie vielen anderen Ärzten, die Opfer der fehlenden Aufklärung der doch häufig sich überschneidenden Fächer Human- und Zahnmedizin sind.

Besonders Diabetiker neigen nicht selten zu chronischen Entzündungen. Eine Parodontitis ist nichts anderes als das. Gingivitis und Parodontitis schaffen einen hervorragenden Nährboden für Allgemeinerkrankungen, nicht zuletzt die Sepsis. Ursache ist nicht das orale Mikrobiom, sondern die Zahntaschen und die Hygiene. Doch wer fragt schon im Rahmen des Diabetes-Management-Programms nach der Mundgesundheit? Und welcher Zahnarzt fragt bei schlechter Mundhygiene, Zahnlockerungen, verstärktem Zahnfleischbluten oder Zahnfleischschwellungen/-rötungen nach Diabetes? Diese beiden Fächer stellen nicht nur im Studium eine gewisse Konkurrenz dar. Auch im alltäglichen Leben mit dem Patienten ist eine intensivere Kooperation zu Gunsten der Patienten wünschenswert. Eine Leitlinie „Parodontitis und Diabetes“ ist in der Planung. Und auch die Möglichkeit der direkten Überweisung vom Diabetologen zum Zahnarzt wird diskutiert. Auch der Gesundheitspass könnte ein zahnärztliches Konsil enthalten. Durch Gingivitis und Parodontitis verursachter Zahnverlust beeinflusst nämlich nicht nur das Ernährungsverhalten Betroffener, sondern auch die Auswirkungen dessen auf die Diabetes-Therapie bei betroffenen Diabetikern. Also liebe Mitstreiter: Der Mund is(s)t manchmal relevanter als man denkt.

Mirjam Bassy

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