Von den Guten und den Bösen (Fettsäuren)

„Falsche Nomenklatur bedeutet falsche Regeln, evtl. sogar Erhöhung der Mortalität“ – eine Aussage von Prof. Dr. Clemens von Schacky, die man nicht direkt im Kopf hat, wenn man mit dem Einkaufswagen durch den Supermarkt schlendert und den Wocheneinkauf erledigt.
Schon eher leuchten bei vielen Leuten die Alarmglocken, wenn sie „Transfette“ hören. Ein Produkt, welches viel Transfettsäuren enthält, wird auf keinen Fall gekauft, da diese ja die schlechten Fettsäuren sind! Aber stimmt das überhaupt?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht.  Wie Prof. von Schacky aufzeigt ist die konventionelle Nomenklatur der Fettsäuren schlicht zu unpräzise. Sie gibt keine genaue Auskunft über Struktur, biologische und metabolische Eigenschaften oder prognostische Aussagekraft der individuellen Fettsäure; eine Einteilung in gute (ungesättigte) und schlechte (gesättigte/Trans-) Fettsäuren ist damit falsch.
Die Fettsäuren der einzelnen Untergruppen unterscheiden sich von einander. Ein Schlüsselwort ist hierbei die „individuelle“ Einschätzung der verschiedenen Fettsäuren. So finden sich auch unter den Transfetten einige, die sehr wohl das Leben verlängern können!

Gesetze zur Verbannung von Transfetten aus Lebensmitteln „leeren das Kind mit dem Bade aus“, wie Prof. von Schacky treffend formuliert. Zweifelsfrei werden auch Transfette, die negative Einflüsse auf den Körper haben können, reduziert – aber eben nicht spezifisch. Denn in diesem Zuge werden ebenfalls Vertreter der Transfette, die gezeigt haben, dass sie sich positiv auf das Überleben auswirken (diese finden sich vor allem in Milch und Milchproduktion), aus den Lebensmitteln entfernt.  

Welch enormen Einfluss eine gesunde Ernährung auf unsere Gesundheit hat wird immer deutlicher. Ein zentraler Bestandteil dieser gesunden Ernährung stellen die Fettsäuren dar. Es bleibt spannend, wie sich diese neuen Erkenntnisse in kommender Zeit auf unsere Ernährung auswirken.

Johannes Schulte

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