Unterzuckert… Segen oder Fluch?

Ob eine Unterzuckerung nur Gefahren birgt oder dem Körper auch etwas beibringen kann – darüber wurde am Donnerstagnachmittag diskutiert.

Dr. Lehrke, der uns zeigte, dass es bei einer Hypo zu neu auftretenden AV-Blöcken und epileptischen Anfällen kommen kann, führte den Begriff der Lernhypoglykämien ein: Dies sind Hypoglykämien, aus denen der Körper „lernt“ und somit für eine schwere Hypoglykämie besser gewappnet ist.

Auch als die Auswirkungen auf das Gehirn besprochen wurden, kam der Hinweis, dass durch leichte, vorangegangene Hypos die Glukosetransporter hochreguliert würden und die Glukoseaufnahme in der Ernstsituation verbessert stattfinden kann. Besonders vulnerabel für zu niedrige Blutzuckerwerte seien vor allem Kinder und ältere Patienten.

Doch ist das der Sinn der Sache – leichte Hypoglykämien, um sich besser für eine Schwere zu wappnen? Wohl eher nicht. Da schwere Hypoglykämien langfristig zu einem Abfall der kognitiven Leistungsfähigkeit, zum erhöhten Demenzrisiko und zu einer erhöhten Mortalität führen, ist eine strikte Blutzuckereinstellung die allerbeste Prävention, so Professor Hanefeld.

Mich haben die Vorträge an diesem Nachmittag besonders beeindruckt, da mir nicht klar war, wie viele langfristige Komplikationen eine Hypoglykämie mit sich bringt. Die Session zeigte mir einmal mehr, dass Diabetes viel mehr ist als nur „Zucker“ – eine Krankheit, die den ganzen Körper betrifft und noch viele Geheimnisse birgt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.