Testosteron und Diabetes – was hat das miteinander zu tun?

Von Tobias Baumgartner

Ein Typ-2-Diabetes kommt selten allein. Meistens tritt er in Kombination mit vielen anderen Krankheiten auf. Diese Woche habe ich eine Studie entdeckt, die aufzeigt, wie sehr Diabetes auch mit anderen Hormon-Kreisläufen interagiert.

Zum Beispiel mit dem Testosteron, das unter anderem über die Hypophyse und den Hypothalamus reguliert wird. Bei vielen Übergewichtigen liegt ein Testosteronmangel vor, der nicht nur zum Verlust der Libido, sondern auch zur weiteren Gewichtszunahme beiträgt. Je mehr, Gewicht, desto größer das Risiko auf Diabetes und desto höher das Defizit an Testosteron – ein Teufelskreis.

Eine Studiengruppe an der State University of New York hat untersucht, wie man diesen Teufelskreis unterbrechen könnte. Sie haben Männer beobachtet, die sowohl an Typ-2-Diabetes als auch an Testosteron-Mangel litten. Die Patienten wurden dann mit Testosteron behandelt – innerhalb von 24 Wochen sank bei den Männern der Körperfettanteil. Gleichzeitig besserten sich auch die Insulinresistenz und der Blutzuckerspiegel. Dank der Testosterongabe konnte das körpereigene Insulin seine Wirkungen besser entfalten. Außerdem steigerte das zusätzliche Testosteron die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Diabetiker mit gleichzeitigem Testosteron-Mangel profitieren also eindeutig von der Hormonzufuhr.

Diese Studie zeigt sehr eindrucksvoll, wie sehr all die Botenstoffe in unserem Körper interagieren und man sollte nie außer Acht lassen, dass nicht nur Insulin alleine, sondern viele verschiedene Signale auf den Energiehaushalt einwirken.

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