Telemedizin-Projekt ViDiKi – ein Ausblick in die zukünftige Versorgung von Diabetespatienten?

Der Kongressvortrag von Frau Dr. von Sengbusch mit dem Titel „Telemedizinische Diabetesversorgung bei Kindern: neue Perspektive“ erläuterte anschaulich die Möglichkeit eines möglichen zusätzlichen Nutzen durch Telemedizin, gerade in Regionen mit einer geringen Dichte an Diabetologen oder bei schwierigen metabolischen Phasen des Patienten.

In der Studie speichern die Patienten ihre Daten der CGM-, Pen- und Pumpensysteme automatisch, über eine verschlüsselte Verbindung, in einer Cloud. Diese sind dann für den Telemediziner jederzeit und überall abrufbar. Die Beratung erfolgt dann zu vereinbarten Terminen via Videoverbindung. Die Patienten werden im ViDiKi-Projekt zusätzlich zur aktuellen Versorgung durch einen Diabetologen individuell in regelmäßigen Abständen durch einen Telemediziner betreut. Zudem bietet die Telemedizin den Vorteil, dass der Patient in seinem gewohnten Umfeld betreut wird und keine weitere Anreise notwendig ist. Dies ist gerade in einer Region mit einer geringen Dichte an Diabetologen von Vorteil. Die Anmerkungen des Telemediziners zur aktuellen Einstellung des Patienten sowie weitere Anregungen für Therapieoptimierungen werden vorab per Email versendet. Eine geringe Drop-out-Rate und das positive Feedback seitens der teilnehmenden Patienten, lässt mich darauf schließen, dass Telemedizin zukünftig ein fester Bestandteil der Patientenversorgung sein wird.

Natürlich stellt sich direkt die Frage nach der Wahrung des Datenschutzes und der Sicherheit der hochgeladenen medizinischen Patientendaten. Bei dem ViDiKi-Projekt wurden ausschließlich verschlüsselte Textnachrichten, E-Mails und Videoverbindungen verwendet. Es wäre meiner Meinung nach wünschenswert, wenn alle Hersteller von CGM-, Pen- und Pumpensystemen in Zukunft eine, vor unbefugten Zugriffen gesicherte, Cloud für das Hochladen von Patientendaten zur Verfügung stellen würden. Dies würde sicherlich auch für die jetzige Patientenbetreuung einen zusätzlichen Nutzen darstellen.

Die Möglichkeit der Telemedizin als zusätzlicher Patientenkontakt kann selbstverständlich auch von den Diabetesberatern sinnvoll genutzt werden. Und ich bin davon überzeugt, dass die Telemedizin auch die Möglichkeit bietet die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker zu verbessern. Da beispielsweise auch die in der Apotheke vorliegenden medizinischen Daten und Angaben zur aktuellen Compliance/Adhärenz des Patienten hochgeladen werden könnten.

Maira Anna Deters

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