Die Bedeutung der zirkadianen Rhythmik

In der Session „Die richtige Zeit zum Essen und Schlafen – Chronobiologische Aspekte der Prävention“ wurden wichtige Aspekte der zirkadianen Rhythmik referiert und neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit Leberstoffwechsel, Schlaf und Ernährung präsentiert. Die Session wurde von Prof. Anette Buyken und Prof. Sebastian Schmid geleitet und umfasste vier Vorträge.
Mir persönlich ist besonders der Vortrag von Herrn Prof. Hans Reinke im Gedächtnis geblieben. Er hat zunächst erläutert, dass die zirkadiane Rhythmik anhand von Aktivatoren und Repressoren gesteuert wird, dass dieser Vorgang in jeder Zelle des menschlichen Körpers abläuft und so gut wie alle Körperfunktionen beeinflusst. Das System wird dabei von einer Master-Uhr im Hypothalamus synchronisiert, die durch Lichteinfall auf die Retina reguliert wird. Die Bedeutung der zirkadianen Rhythmik auf den Stoffwechsel konnte er anhand zweier Versuche im Mausmodelle noch einmal hervorheben. In einem gab er Gruppen von Mäusen einmal abends und einmal nachts die gleichen Dosen Cyclophosphamid, was dazu führte, dass die Mäuse mit nächtlicher Gabe alle verstarben, bei der abendlichen Gabe aber 70% überlebten. Im anderen Mausmodell hat er Knockout-Mäuse untersucht, bei denen er Gene zur Regulierung der zirkadianen Rhythmik ausgeschaltet hat. Das hatte gravierende Folgen wie Adipositas oder Diabetes. Wie weitreichend die Folgen einer gestörten zirkadianen Rhythmik für den Menschen sind, lässt sich nur erahnen, zum Beispiel anhand von Untersuchungen von Schichtarbeitern, die ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas aufweisen.
Insgesamt wurde mir durch diese Session bewusst, wie weitreichend der Einfluss der zirkadianen Rhythmik auf viele verschiedene Vorgänge im menschlichen Körper ist. Dabei konnten schon erste Erkenntnisse, wie ein veränderter Insulinbedarf im Laufe des Tages, gewonnen werden. Es muss aber noch sehr viel mehr und intensiver geforscht werden, um weitere solche Erkenntnisse und auch daraus resultierende Therapieempfehlungen zu erlangen.

Weiterlesen