Sport,Spaß und viel Wissenszuwachs – der DDG-Kongress in Berlin

Dass ein Kongress mehr zu bieten hat als viele interessante Vorträge, zeigt der Diabetes-Kongress in Berlin. Uns erwartete ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Sport, dem Austausch mit niedergelassenen Diabetologen und einer informativen Preisverleihung. 

Bereits bei meiner Anmeldung für den Diabetes-Kongress wurde ich auf den Diabetes-Lauf aufmerksam, der im Rahmen des Kongresses stattfand. Ich rechnete mit einem kleinen Lauf am Rande des Kongressalltags. Überrascht wurde ich von einem sehr gut geplanten und zahlreich besuchten Sport-Event. Bereits vor dem Start fand ein gemeinsames Warm machen mit Musik und prominentem Besuch statt.  Die Teilnehmer hätten unterschiedlicher nicht seien können: von ambitionierten Hobbysportlern über Laufanfänger bis hin zu den Walkern war alles vertreten. Der Diabetes-Lauf schloss keinen aus, jeder war Teil dieser Sportveranstaltung. Die Sportler wurden durchgehend motiviert und auch der letzte Teilnehmer wurde mit gebührendem Applaus im Ziel empfangen. Im Anschluss fand eine Siegerehrung, sowohl der Gesamtsieger, als auch der Altersklassensieger, statt.

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Leber und Sport – eine neue Liebesgeschichte

Auch in diesem Jahr haben wieder viele Kongressteilnehmer an dem Diabeteslauf teilgenommen. Über 400 Teilnehmer stellten sich der Herausforderung die 5,5 km lange Strecke in Anlehnung an den 55. Geburtstag der DDG zu bezwingen. Einerseits um Spenden ein zu laufen, andererseits setzt die DDG mit diesem Lauf aber auch ein Zeichen: Prävention durch Sport – und das nicht nur in der Theorie! 

Jeder weiß: Sport ist gut! Aber warum eigentlich? Sport hat positive Einflüsse auf den Blutzuckerspiegel, den Blutdruck und auch auf die Blutfette. Der Einfluss auf die Skelettmuskelzellen ist gut erforscht, doch darüber hinaus gibt es auch viele Einflüsse auf andere Organe.

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Auf die Plätze, fertig, los – Diabetes reduzieren durch Sport!

Im Rahmen des Diabetes mellitus wird Patienten empfohlen sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Bereits länger ist bekannt, dass die Glukoseaufnahme in die Muskulatur Insulin abhängig erfolgt. Die Bindung an seinen entsprechenden Rezeptor bewirkt die Translokation des Transporters Glut4 in die Skelettmuskelmembran. Dieser Mechanismus stellt den Hauptanteil der postprandialen Blutzuckersenkung dar.
Im Rahmen des Diabetes mellitus Typ 2 wird jedoch infolge der Insulinresistenz weniger Glut4 in die Muskelmembran eingebaut. Wie könnte das verändert werden?
In dem Symposium „Neue Ansätze bei der Prävention durch Sport“ zeigte Herr Dr. Maximilian Kleinert aus München, dass durch körperliche Aktivität eine insulinunabhängige Translokaktion von Glut4 in die Skelettmuskulatur erfolgt – nicht nur bei gesunden Probanden, sondern auch im Rahmen des Diabetes mellitus Typ 2. Nach einer Sporteinheit von ca. 1 Stunde hält dieser Effekt ungefähr 1-2 Tage lang an.
Welche Signalwege diese Translokaktion ermöglichen, ob die Wirkung dosisabhängig mit der sportlichen Aktivität steigt und auch ob andere Gewebe auf ähnliche Weise von diesem Mechanismus profitieren sind spannende Ausblicke auf die weitere Forschung.

Ania Prochnicki

Tachykardie gegen Hyperglykämie

Auch dieses Jahr hieß es wieder einmal: Auf die Plätze, fertig, LOS! Der Diabetes Lauf 2019 hat über 500 Läufer an die Startlinie gelockt. Die 10€ Startgeld ermöglichten nicht nur den Erwerb eines (sehr hochwertigen) Laufshirts für den uniformen Look beim Lauf, sondern beinhaltete auch eine Spende an „DiabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe“, welche Aufklärung und Patienteninformation rund um die Diabetologie unterstützt.

Das Tolle an diesem Event ist, dass sich hier alle an den Start trauen: Vom ambitionierten Freizeitsportler (Bestzeiten auf 5,5 km M:18:58 F:23:15) bis zum Sportmuffel – an diesem Donnerstag des Kongresses ging es primär darum den schwierigsten Gegner zu besiegen – nämlich den inneren Schweinehund. Schuhe an, Team-Shirt drüberziehen und ab an den Start. Nachdem der Startschuss fiel, liefen alle in ihrem individuellen Tempo über das Messegelände bis hin zum zentralen Messepark. Hier hatte man bei insgesamt ca. 3 Runden reichlich Gelegenheit seine Teamkameraden und Mitsportler anzufeuern. Bemerkenswert war vor allem die ausgeprägte Gruppendynamik: Blieb jemand stehen, wurde er von den Mitläufern zum weitermachen animiert. 

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5,5 km lange Diabetesprävention

Auf dem diesjährigen DDG-Kongress haben mich besonders die Vorträge zu neuen Ansätzen bei der Prävention von Typ-2-Diabetes Mellitus interessiert. Dominik Pesta hat die Session, moderiert von Alexandra Chadt und Annette Schürmann, mit seiner Präsentation zu der Frage von Responder/Non-Responder eröffnet. Diese wurde durch einen ansprechenden Vortrag von Christina Weigert über die Rolle der Leber bei Diabetesprävention durch Sport ergänzt.

Sie ist zunächst auf die möglichen systemischen Funktionen von Hepatokinen sowie Succinat eingegangen, die durch physische Belastung induziert werden. Neben der Tatsache, dass die Leber bei sportlicher Aktivität transkriptionelle Veränderungen aufweist, reguliert sie die Kompensation von energieüberschüssiger Ernährung bei Personen, die an Typ- 2-Diabetes Mellitus erkrankt sind. Dies basiert auf einer gesteigerten mitochondrialen Respiration, die als O2-Flux in isolierten Mitochondrien der Leber bestimmt wurde. Da die Entnahme von Leberbiopsien für groß angelegte Studie keine Option darstellt, wurden diese Erkenntnisse aus Mausstudien bspw. mittels ipGTT-, Körpergewicht-, Leber-Triglyceridspiegel- und Insulinlevel-Bestimmung gewonnen. Außerdem spielt der dabei einhergehende Anstieg an Succinat eine Schlüsselrolle.

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Lerche oder Eule? – Wann du Sport machen solltest

Symposium: Neue Ansätze bei der Prävention durch Sport, D. Pesta

Die positiven Effekte von Sport auf die Blutzuckerregulation sind lange bekannt, man unterscheidet hierbei in akute und chronische Effekte der körperlichen Aktivität. Durch akutes Training z.B. kommt es zu einer Optimierung der Glykämie durch eine verbesserte nicht-Insulin-abhängigen Glucoseaufnahme in den Skelettmuskel. Durch chronisches Training hingegen wird der positive Effekt auf die Blutzuckerregulation durch eine verbesserte Mitochondrienfunktion erzielt.

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Endlich! Schnell, glücklich und mit weniger Hypoglykämien zum Ziel!

Wie viele Menschen unter uns haben sich schon einmal Gedanken gemacht einen Marathon zu laufen? Wie viele derer sind tatsächlich einen Marathon gelaufen? Ich denke, die wenigsten unter uns. Nun stellen Sie sich mal vor, Sie hätten zusätzlich Diabetes und müssten ständig Angst haben während des Trainings oder dem Wettkampf in Unterzucker zu rutschen? Beinahe unvorstellbar! Weiterlesen

Pokemon Go zur Diabetes-Prävention

Pokemon Go spaltet die Gesellschaft: Die einen laufen Zombie-artig mit stierem Blick aufs Smartphone durch die Stadt. Die anderen regen sich darüber auf, ständig angerempelt zu werden. Ich persönlich verstehe nicht, warum junge Erwachsene, die ich bisher eigentlich für ziemlich cool hielt, plötzlich durch die Stadt ziehen und kleine Monster fangen. Aus medizinischer Sicht bewirkt die App bei ihren Nutzern, was Ärzte und Gesundheitsbehörden seit Jahren vergebens predigten: sie bewegen sich, anstatt den Feierabend mit Playstation und Netflix auf der Couch zu verbringen. Weiterlesen

Diabetes und Sport: Wenn die Gene nicht mitlaufen

Wie wichtig regelmäßige Bewegung für die erfolgreiche Prävention und Therapie von Diabetes ist, stellte bereits Olympiasieger Dieter Baumann in seiner Eröffnungsrede eindrucksvoll dar. Mit viel Witz und Enthusiasmus rief er eindringlich die Zuhörer zu mehr Bewegung im Alltag auf. Doch profitiert wirklich jeder gleichermaßen von der gesundheitsfördernden Wirkung von Sport, etwa durch eine langfristige Verbesserung der Insulinsensitivität? Weiterlesen

Die Paul-Langerhans-Vorlesung 2015

Von Christina H.

Die Epigenetik findet eher selten einen Weg in die Hausarztpraxis, in der ich arbeite. Wenn doch, dann klopft sie leise an, setzt sich auf den Besucherstuhl und sieht mich fragend an:

„Ob ich mir wohl nie überlegt hätte, was passiert, wenn meine Patienten hier und da meinen Rat befolgen und anfangen, sich zu bewegen?“. „Sie verfluchen mich? Sie müssen danach zum Orthopäden? Wechseln sie womöglich den Hausarzt? Sie decken sich zunächst mit neuen Sportsachen ein?“ „Nicht ganz. Nicht nur, jedenfalls. Das Zauberwort lautet Methylierung. Jede einzelne Sporteinheit verändert unsere Genexpressionsmuster. Individuell unterschiedlich versteht sich.“

Ein faszinierender Gedanke. Beruhigend. Womöglich merkt sich der Körper doch jede Runde, die wir uns schwitzend um innerdeutsche Binnengewässer schleppen. Darüberhinaus eine Erklärung für den unterschiedlichen Effekt, den Sport bei verschiedenen Menschen hat? Vielleicht.

Professor Juleen Zierath, Preisträgerin der diesjährigen Paul-Langerhans-Medaille, verleiht der Epigenetik ein beeindruckendes, fast magisches Gesicht ohne Scheu vor dem Praxistest.

Epigenetische Veränderungen – ein verheißungsvolles Erklärungmodell für die individuell unterschiedliche Reaktion unserer Patienten auf Präventionsmaßnahmen und Umwelteinflüsse.