Diabetes mellitus: Depression und Diabetes Distress

Depression ist eine häufige Komorbidität des Diabetes mellitus: Sie geht mit einer schlechteren Lebensqualität, höheren Gesundheitskosten, einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von diabetesbezogenen Komplikationen und erhöhten Mortalitätsraten einher. Der Vortrag hatte das Motto „Depression und Diabetes – Immer noch eine unheilvolle Kombination“.

Inzidenz einer Depression bei Diabetes Mellitus
Die Heinz-Nixdorf-Recall Studie untersuchte das 10-Jahres-Risiko bei Menschen mit Diabetes (diagnostiziert und nicht diagnostiziert) eine Depression zu entwickeln – verglichen mit Menschen ohne Diabetes. Erklärungsansätze für Komorbidität und longitudinale Studien sind selten, oft mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die Ergebnisse der Studie liegen zwar mittlerweile vor, müssen aber noch weiter diskutiert werden. Es scheint allerdings keine erhöhte Inzidenz gegenüber Menschen ohne Diabetes bei baseline zu geben – interessant: dieser Effekt ist bei Männern möglicherweise ausgeprägter.

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Gefahrenanalyse Hypoglykämie

Kommentar zum DDG Symposium Hypoglykämien – Wie belastend wie gefährlich?

Im alltäglichen Patientenumgang kann es leicht passieren, dass man die Hypoglykämie – ein nicht seltenes Ereignis bei Diabetikern – in ihrer Gefahr unterschätzt. Der ausgezeichnete Vortrag von Dr. Holstein aus Detmold diente als wilkommene Wissensauffrischung, um die Gefahren und Langzeitfolgen dieses Zustands bei Patienten angemessen einzuschätzen. Weiterlesen

Stationäre oder ambulante Pumpeneinstellung?

Hat man dann die Pumpe genehmigt bekommen, dann stellt sich die Frage, ob man sein Leben mit der Pumpe stationär oder ambulant beginnen möchte.

Für beide Optionen gibt es sehr gute Argumente:

Im stationären Bereich wird mach intensiv und ausführlich geschult. Ausgebildete Ärzte und Pfleger erklären Funktion und Umgang mit der Pumpe von Anfang an und man kann beliebig viel nachfragen. Es gibt einem einfach mehr Sicherheit, dass geholfen wird, wenn das neue „Accessoire“ mal piepst oder sich beschwert. Die Vorteile der Pumpe muss man auch erst kennen lernen. Die erhöhte Basalrate zum Beispiel, die kannte ich nicht von meiner intensivierten Insulintherapie. Außerdem stärkt es die eigene Sicherheit,  wenn man Menschen gibt, die die gleichen Probleme und Fragen hat, wie man selbst.

Die Einstellung im ambulanten Bereich ist natürlich alltagsnäher, der Tagesablauf ist „normaler“. Man geht am ersten Tag zum Diabetologe und Diabetesberater, diese erklären die Pumpe und den Umgang. Anschließend muss man sich alleine mit dem neuen Tool zurecht finden. Telefonisch ist aber jederzeit ein Ansprechpartner erreichbar, der bei Fragen oder Problemen helfen kann.

Letztlich muss jeder das finden, was für ihn am Besten ist! Wer unsicher im Umgang mit technischen Geräten ist oder sich leicht Sorgen macht, sollte eine stationäre Behandlung vorziehen. Wer selbstsicher genug ist, kann die neue Pumpe aber auch gleich im Alltagstest prüfen.

Patientenversorgung mit Diabetes ein Drahtseilakt

In Deutschland gibt es aktuell fast sechs Millionen Diabetiker, was rund 9 Prozent der Bevölkerung sind. Das schlägt sich auch bei den Patienten im Krankenhaus nieder. 36 Prozent der Patienten in Kliniken sind Diabetiker. Grade die Langzeitpflege und Patientenversorgung stehen vor großen Herausforderungen. Weiterlesen

Diabetes-Versorgung in Entwicklungsländern

Von Luise Poser

Als ich bei Pubmed einfach „diabetes children“ eingab, freute ich mich – wegen einer persönlichen Beziehung zu Kenia – über den aktuellsten Beitrag (Glycemic Control in Kenyan Children and Adolescents with Type 1 Diabetes Mellitus. Ngwiri T1, Were F2, Predieri B3, Ngugi P4, Iughetti L3 Int J Endocrinol. 2015).

Blutzucker-Tagebuch und Diabetes-Utensilien

Quelle: Fotolia/Fovito

Ich möchte ihn gar nicht im Detail wiedergeben, sondern nur ein paar einzelne Zeilen zitieren, die mich nachdenklich gemacht haben.

Wer den Artikel nachlesen möchte, findet die Langfassung hier. Dort werden natürlich auch die Quellenangaben geliefert.

…“Home blood sugar monitoring is taught to patients who can afford the strips.“ … „Values of HbA1c were not normally distributed: their range was 6.4-19%, median HbA1c was 12.1%.“ … „The overall prevalence of poor control was 72% when a cut-off HbA1c of 8% was used.“ … „Only about one-third of patients in the study had fridges to store their insulin.“ … „All children received a conventional insulin regimen.“ … „Only 28% of Kenyan children and adolescents with T1DM had reasonable control. … better than data obtained in Sudan where reasonable control was found in only 12.5% of patients.“ … „In the absence of a publically funded healthcare system, these costs are borne almost entirely by individuals. In this context, poor disease prognosis with higher morbidity and mortality seems to be the unavoidable outcomes.“ … „Elbagir et al. in Sudan had found that patients faced with scarcity of insulin actually reduced their insulin per dose or the number of doses per day in order to stretch their supply. Tanzanian children with T1DM, in addition to limited supply, reduce spontaneously the prescribed dose of insulin to guaranty a longer period and lower cost of treatment.“ …

Hier trudeln gefühlt ständig Werbebotschaften neuer Medikamente, Insuline, Blutzuckermessgeräte oder Insulinpumpen ins Haus, während es an anderen Orten – nicht nur in Afrika – etwa an Ressourcen für eine adäquate Kühlung der Insulinvorräte mangelt, die es wiederum auch nicht immer und überall gibt.

Sich solche Dinge vor Augen zu führen, hilft doch immer mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

An vielen tagen ärgern wir uns über Belanglosigkeiten – ob sie nun mit Diabetes zu tun haben oder nicht. Stattdessen sollte man sich wohl einmal öfter freuen, wie gut es einem geht – sogar als Diabetiker zum Beispiel hier in Deutschland. Die Krankheit nervt Betroffene fast jeden Tag, gar keine Frage! Doch haben wir hier tolle Möglichkeiten Patienten so zu versorgen und zu betreuen, dass schlimme Folgeerkrankungen vermieden werden und das Leben trotzdem lebenswert bleibt. Arbeiten wir also an der Motivation, diese zu nutzen!

Kreativ und alltagstauglich: Innovationen aus Patientenhand

Von Peter Grabitz

Die ärztliche Tätigkeit ist eine besondere Form der Dienstleistung. Der Patient als Leistungsempfänger nimmt Behandlungen und Ratschläge vom Arzt seines Vertrauens entgegen. Wenn Patienten ihre Interessen nicht ausreichend vertreten sehen, organisieren sie sich in online Patientenforen oder Interessengruppen. Hin und wieder verklagen sie auch.

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Weiterentwickeln, zuhören und schulen!

von Luise Poser

… das waren die Forderungen der Referenten der Update-Sitzung „Diabetes und Realität bei Kindern und Jugendlichen“.

Prof. Heinemann stellte hierbei aktuelle und realistische Neuerungen der Diabetes-Therapie vor. Demnach schätzt er etwa artifical-pancreas-Konzepte für ziemlich bald alltagstauglich ein. In jedem Fall hält er die Zuhörer an, neugierig zu bleiben und sich die Freude am Ausprobieren zu erhalten! Weiterlesen