Auf die Plätze, fertig, los – Diabetes reduzieren durch Sport!

Im Rahmen des Diabetes mellitus wird Patienten empfohlen sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Bereits länger ist bekannt, dass die Glukoseaufnahme in die Muskulatur Insulin abhängig erfolgt. Die Bindung an seinen entsprechenden Rezeptor bewirkt die Translokation des Transporters Glut4 in die Skelettmuskelmembran. Dieser Mechanismus stellt den Hauptanteil der postprandialen Blutzuckersenkung dar.
Im Rahmen des Diabetes mellitus Typ 2 wird jedoch infolge der Insulinresistenz weniger Glut4 in die Muskelmembran eingebaut. Wie könnte das verändert werden?
In dem Symposium „Neue Ansätze bei der Prävention durch Sport“ zeigte Herr Dr. Maximilian Kleinert aus München, dass durch körperliche Aktivität eine insulinunabhängige Translokaktion von Glut4 in die Skelettmuskulatur erfolgt – nicht nur bei gesunden Probanden, sondern auch im Rahmen des Diabetes mellitus Typ 2. Nach einer Sporteinheit von ca. 1 Stunde hält dieser Effekt ungefähr 1-2 Tage lang an.
Welche Signalwege diese Translokaktion ermöglichen, ob die Wirkung dosisabhängig mit der sportlichen Aktivität steigt und auch ob andere Gewebe auf ähnliche Weise von diesem Mechanismus profitieren sind spannende Ausblicke auf die weitere Forschung.

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1921 bis 2019 – bleibt Insulin die einzig sinnvolle Therapie des Typ-1-Diabetes? Eine Diskussion über SGLT2-Inhibitoren als Therapieerweiterung

1921 entdeckten Frederik Banting und Charles Best das Hormon, um das sich heute so viel dreht: das Insulin. Wie vielfältig die Wirkung und der Einfluss auf unseren Stoffwechsel sind, war da noch nicht klar. Dennoch ist es ein Durchbruch in der Diabetesforschung und die erste ‚echte Therapie‘ für tausende Diabetiker. Bis heute. 

Wie kann es sein, dass innerhalb von fast 100 Jahren Insulin die einzige Therapie für Typ-1-Diabetes bleibt? Oder ist es vielleicht gar nicht so aussichtlos, wie es klingen mag? 

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Typ-2-Diabetes heilen… Traum oder Realität?

Auf dem DDG-Kongress durfte ich Teil eines außergewöhnlich spannenden Symposiums sein: Es ging um die Frage, ob Typ-2-Diabetes (T2D) heilbar ist.
Die 4 dazu vorgestellten Vorträge haben ausdrücklich gezeigt, dass der T2D tatsächlich vor allem in den ersten Jahren reversibel zu sein scheint. Was ich als Zuschauer an den Vorträgen besonders interessant fand, ist dass Uneinigkeit darüber zu herrschen scheint, ob dies mit einer strengen Diät zu erreichen wäre oder ob hierfür auf Operationen wie die Magen-Bypass-OP gesetzt werden müsse.

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Wenn sportliche Betätigung keine Wirkung zeigt

Im allgemeinen Volksmund ist bekannt, dass Bewegung und sportliche Aktivität positive präventive Effekte auf metabolische und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Menschen, die trotz ausreichender Bewegung keine Gewichtsreduktion erreichen wird jedoch häufig unterstellt das Trainingsprogramm nicht korrekt auszuführen oder in ihrer Ernährungsweise ungesund zu leben. Solch eine Unterstellung könnte diesen Menschen Unrecht geben, die, bezogen auf körperliche Aktivität, zu den sogenannten Non-Respondern gehören.
Dr. Pesta (Düsseldorf) sprach zu diesem Thema und über neue Forschungsinhalte in dem Symposium „Neue Ansätze bei der Prävention durch Sport“.

Normalerweise würde man folgende Dinge bei Bewegung erwarten:
Der Metabolismus wird erhöht, ebenso die Hautdurchblutung und der Sauerstoffbedarf und -transport, das zentrale Nervensystem wird angeregt, die Skelettmuskulatur verstärkt genutzt und aktiviert.
Ein Responder würde auf diesen Reiz mit der Anschaltung von bestimmten Genen und Transkriptionsfaktoren reagieren und z.B. eine bessere Insulinsensitivität erreichen. Es stellt sich ein Trainingseffekt ein. Bei Resistenz oder sogenannten Non-Respondern bleibt dieser positive Bewegungseffekt weitestgehend aus.

In einer Studie mit Patienten mit Typ-2-Diabetes zeigte sich eine heterogene Anpassung auf ein standardisiertes Trainingsprogramm (10 Wochen, 4x/Woche Training, Messung von in-vivo Mitochondrienfunktion und Insulinsensitivität). Während Responder mit einer verbesserten Insulinsensitivität reagierten, zeigten Non-Responder keine Verbesserung oder sogar eine Verschlechterung des HbA1c. Dr. Pesta und seine Arbeitsgruppe sind nun bemüht, herauszufinden, was molekulare Grundlage für diese unterschiedliche Trainingsantwort sein kann und wie Patienten geholfen werden kann, die auf ein Standardtraining nicht ansprechen.

Diskutiert werden Methylierungsunterschiede im Muskel, die Einfluss auf den Glutathionstoffwechsel und damit die antioxidative Abwehr haben; sowie genetische Faktoren. In Bezug auf den NDUFB6-Polymorphismus konnte gezeigt werden, dass Träger eines bestimmten Allels nach Bewegung eine bessere Insulinsensitivität zeigten. Dieses Gen, das für die Untereinheit 1 der Atmungskette kodiert, moduliert möglicherweise auch den Effekt der Bewegung.

Dr. Pesta machte in seinem Vortrag deutlich, dass es keine standardisierte Reaktion bei Menschen auf bestimmte Trainingseinheiten gibt: Es ist daher wichtig herauszufinden, wie man Menschen helfen kann, die nicht auf herkömmliche Bewegungsangebote ansprechen.

Debora Ruf

Adipositas – Neuer Ansatzpunkt zur Behandlung im Gehirn?

Ferdinand-Bertram-Preis der DDG auf dem Diabeteskongress 2019

Übergewicht behandeln? Eine Problematik bei der Behandlung von Adipositas liegt sicher darin, dass eine Lifestyle-Änderung oft nur schwierig umzusetzen ist. Leider ist Adipositas oft durch den Lebensstil (fehlerhafte Ernährung, mangelnde Bewegung) verursacht. Gibt es vielleicht andere Faktoren, die Adipositas begünstigen, an denen eine Therapie ansetzen könnte?

Bei der Verleihung des Ferdinand-Bertram Preises der DDG stellte Prof. Dr. med. Heni heraus, dass das Gehirn eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Adipositas einnimmt. Grundlage dafür ist die Insulinwirkung auf Neurone des Hypothalamus. Tatsächlich werden die hypothalamischen Neurone durch Insulin erregt und hemmen die Glukoneogenese in der Leber. Insulineffekte auf den Hypothalamus haben somit einen positiven Effekt auf den peripheren Glukosestoffwechsel. Interessanterweise fehlt dieser Mechanismus bei übergewichtigen Personen und begünstigt die Entwicklung von Übergewicht. Ursache dafür ist eine Insulinresistenz im Gehirn, die bei adipösen Personen häufig vorliegt.

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Praxisdialog Ernährung – rund ums Thema Alkohol, n-3-Fettsäuren und Hafertage

Für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ist Ernährung ein wichtiger Grundfeiler in der Therapie. Im Praxisdialog „Ernährung“ ging es um Empfehlungen zum Alkoholkonsum, zu n-3 Supplementen und die Wirksamkeit von Hafertagen.

Wer trinkt nicht gerne mal ein Glas Wein oder Bier? Der durchschnittliche Verzehr der Männer liegt dabei sogar bei 12l Bier/Person/Woche – und liegt damit deutlich über den Empfehlungen von 20g Alkohol/d (Frauen 10g/d). Wie sieht das ganze bei Menschen mit Diabetes mellitus aus? Ein moderater Alkoholkonsum scheint keinen Bezug zum nachfolgenden Blutzucker zu haben. Und bei Hypoglykämien? Der Abbau von Alkohol hemmt die Gluconeogenese (hierfür benötigtes NAD+ – Umwandlung von Malat zu Oxalacetat – wird für den Alkoholabbau in der Leber benötigt). Wird der Alkohol zur Mahlzeit zu sich genommen, muss sich anscheinend keine Sorgen um ein Hyporisiko gemacht werden – bei Nüchternheit hingegen erhöht sich Risiko gering. Glucagon hilft hier nicht! Studien zeigen auch, dass ein moderater Alkoholkonsum (10g Männer; 5g Frauen) positive Effekte auf das Diabetesrisiko hat.

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Neues vom Diabetes Kongress: „Closed Loop“-System bald auch in Deutschland verfügbar

Tägliches Blutzuckermessen und Insulinspritzen – das soll bald ein Ende haben, denn voraussichtlich im Jahr 2018 werden „Closed Loop“-Systeme in Deutschland verfügbar sein. Ein „Closed Loop“-System („geschlossener Kreis“) vernetzt eine Insulinpumpe mit einem Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung im Unterhautfettgewebe, einem Blutzuckermessgerät zur Kalibrierung des Sensors sowie einem Computerprogramm, das die automatische Steuerung der Insulinpumpe übernimmt. Alle Geräte kommunizieren drahtlos miteinander. Weiterlesen

Typ-1 Screening bei Neugborenen: Sächsische Studie geht an den Start

Insgesamt 5000 Neugeborene sollen an dem bundesweiten Freder1k-Screening teilnehmen. Anders als das bayrische Vorgängerprojekt Fr1da startet das Modell nicht erst im Alter von zwei Jahren, sondern direkt nach den Geburt. Gesucht werden dabei drei Risikogene, die zur Entstehung der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes beitragen. Die Früherkennungsuntersuchung soll ab sofort allen Eltern in Sachsen an zehn Kliniken angeboten werden. Ziel soll nicht nur die Früherkennung und Behandlung eines Diabetes sein, sondern auch die Entwicklung eines Impfstoffs, mit denen besonders gefährdete Kinder vor der Erkrankung geschützt werden können. Heißer Kandidat: Insulin selbst. Weiterlesen

Senkrecht oder schräg, je nach Geschmack!

Wie kommt eigentlich das Insulin der Insulinpumpe in das Unterhautfettgewebe? Diese Frage beschäftigte mich zu Anfang meines neuen Lebens mit Insulinpumpe. Zunächst besaß ich eine Kanüle, die senkrecht durch die Haut stach. Sie hatte eine praktische rosa Stechhilfe am Katheter, sodass sich die Nadel recht schmerzfrei einführen ließ. Dennoch hatte ich mit der senkrechten Einstich-Variante meine Probleme.

Meine Zuckerwerte schossen plötzlich in diese Höhe  – sogar im Ketonbereich! Ketone kommen frei, wenn der Körper Fettgewebe abbaut um die Energieversorgung zu sichern. Im Ernstfall können sie das Blut übersäuern und ein lebensgefährliches diabetisches Koma auslösen. Es war, als würde das Insulin gar nicht in meinem Körper ankommen. Der Gedanke machte mir Angst. Mein Vertrauen in die Insulinpumpe war dahin. obwohl ich verschiedene Nadel-Längen ausprobierte, kam ich bei allen zum gleichen Ergebnis.

Völlig verzweifelt habe ich bei meinem Diabetologen einen Termin vereinbart. Hier traf ich eine sehr nette Diabetesberaterin, die mir einen anderen Typ Nadel empfahl. So probierte ich zum ersten Mal die schräge Nadel aus. Etwas gewöhnungsbedürftig war, dass es da keine Stechhilfe gab. Aber mittlerweile komme ich auch ohne gut zurecht. Meine Werte normalisierten sich.

Seitdem bin ich also für schräg.