Stressdiabetes als Überlebensvorteil

26. Mai 2017 Privatdozent Dr. Michael Haap

Als wir am Freitag um kurz vor 12 den Sitzungssaal „Pfeiffer“ durch den Vordereingang betreten wollten, schüttelte die nette DDG-Helferin schon lachend den Kopf. „Versucht es am besten gleich am Hintereingang.“ Dort angekommen steckten wir vorsichtig den Kopf durch die Tür und merkten schnell: Dieses Thema scheint nicht nur uns, sondern auch die Menge zu interessieren. Glücklicherweise konnten wir noch einen Stehplatz in der letzten Reihe ergattern. Weiterlesen

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Die Pneumokokkenpneumonie – eine Risikoerkrankung bei erhöhtem Blutzuckerspiegel?!

25. Mai 2017, kurz vor 11 Uhr im Sitzungssaal „Pfeiffer“, Halle A1. Prof. H. Becker aus Hamburg beginnt seinen Vortrag zum Thema „Ambulant erworbene Pneumonie bei Diabetes“ mit einem Fallbeispiel, das aufhorchen lässt…

Fallbeispiel
Eine junge Dame (jung für das sonstige Patientenklientel einer internistischen Abteilung), bei der seit Kurzem ein Diabetes mellitus Typ 2 bekannt ist, stellt sich mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustands und hohem Fieber in der Notaufnahme vor. Ein durchgeführtes Thoraxröntgen zeigt schnell eine Pneumonie, der klinische Verlauf ist jedoch unerwartet dramatisch. Es kommt zu einer weiteren Zustandsverschlechterung. Die Patientin wird auf die Intensivstation verbracht, künstlich beatmet und kann schließlich unter einer breiten antibiotischen Therapie sowie Volumen- und Katecholamingabe langsam stabilisiert werden. Nach weiteren Komplikationen (unter anderem eine Herpes Simplex-Pneumonie, eine Kathetersepsis und eine Critical Illness-Polyneuropathie) kann die Patientin nach 57 Tagen in der Klinik in eine Rehabilitationseinrichung verlegt werden.

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Gefahrenanalyse Hypoglykämie

Kommentar zum DDG Symposium Hypoglykämien – Wie belastend wie gefährlich?

Im alltäglichen Patientenumgang kann es leicht passieren, dass man die Hypoglykämie – ein nicht seltenes Ereignis bei Diabetikern – in ihrer Gefahr unterschätzt. Der ausgezeichnete Vortrag von Dr. Holstein aus Detmold diente als wilkommene Wissensauffrischung, um die Gefahren und Langzeitfolgen dieses Zustands bei Patienten angemessen einzuschätzen. Weiterlesen

Symposium Diabetes und Straßenverkehr: Mit einem Bein im Gefängnis?

Von Marie-Teres Lauff und Daniel Pichler

Wie weit darf ein Arzt gehen, um einen Patienten vor sich und andere vor ihm zu schützen?

Wo fängt Pflicht an und wo macht man sich strafbar?

Diabetiker mit unerwarteten Hypoglykämien stellen ein Risiko für den Straßenverkehr und alle daran beteiligten Personen dar. Der Arzt ist in der Pflicht, den Patienten über seine Einschränkungen und deren Konsequenzen im Alltag aufzuklären und sie ihm verständlich zu machen, zudem — je nach Schweregrad – sollte der Patient auch überzeugt werden, keine aktive Rolle im Straßenverkehr mehr einzunehmen. Doch was passiert und sollte man tun, wenn der Patient keine Einsicht zeigt? Weiterlesen

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Widerspruch Tagesprofil und HbA1c? Und ein Tipp zum Schwangerschaftsdiabetes!

Tolle Werte Tageszuckerwerte, aber hoher Langzeitwert?

1) Ist der Patient lange Zeit gewohnt, seine Werte in mg/dl zu protokollieren? Und hat jetzt ein neues Gerät bekommen? Vielleicht schreibt er seine „neuen“ Werte in einem alten Schema fort, zum Beispiel folgendermaßen:100 – aber mit der neuen Einheit mmol/l entspricht sein 100 Wert einem Zuckerwert von 180mg/dl. Der Patient hat versehentlich den Punkt weggelassen, sein eigentlicher Wert ist 10.0mmol/l. Somit ist der HbA1c entsprechend hoch!

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Wie sicher ist eigentlich unsere Therapie?

Mit diesem Thema beschäftigten sich vier Dozenten.

Im ersten Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Forst aus Mainz ging es um die Sicherheit von Sulfonylharnstoffe. Dieser zeigte auf, dass die Sulfonylharnstoffe den Blutzucker gut senken, allerdings nur temporär, also ca. 6 bis 24 Monate, dann sei die Wirkung nicht mehr so gut. Insgesamt verschlechtert sich der Proinsulinspiegel, das viszerale Fett und das Gewicht steigen, es besteht eine Hypoglykämiegefahr und die Gegenregulation vermindert sich. Viele Daten und Metaanalysen zeigen, dass die Mortalität durch Sulfonylharnstoffe steigt. Herr Prof. Dr. med. Forst schließt mit den Worten, dass diese Medikamentengruppe heute nicht mehr zugelassen würden, allerdings aus ökonomischen Gründen dennoch oft verschrieben werden, allerdings immer weniger.

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Hypoglykämien: Der Supergau …oder doch nicht?

Von Heike Rukundo

Mit großem Interesse bin ich im Themenblock „Insulintherapie des Diabetes Mellitus Typ 2“ gelandet. Die Vorträge waren durchweg gut, am meisten hat mich jedoch der Vortrag von Herrn Kern mitgenommen, ob Hypoglykämien immer noch gefährlich seien.

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Was? Wieso? Man sollte doch bitte jegliche Hypoglykämie vermeiden. Oder?

Sehr interessant war, dass schwere Hypoglykämien das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen verdoppeln. Auch erhöht sich das Risiko einer Demenz zu erliegen deutlich durch das Auftreten von schweren Hypoglykämien und die kognitive Leistungsfähigkeit im allgemeinen reduziert sich bei älteren Patienten mit Typ 2 Diabetes.

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