Wirkung des Insulins auf das Gehirn – Geschlechtsunterschiede

Während des Studiums lernt man, gerade in der Vorklinik, viel über die den Stoffwechsel regulierenden Hormone. Hier wird besonders ausführlich das Insulin behandelt: der Fokus lag hierbei hauptsächlich auf der Synthese, dem Sekretionsmechanismus der B-Zellen und der Wirkung auf den Stoffwechsel.

Im Rahmen des Nachwuchsförderungsprogramms der DDG hielt Dr. Kleinridders vom DIFE einen Vortrag über die Wirkung des Insulins auf das zentrale Nervensystem und zentrale Insulinresistenz – ein Aspekt der Insulinwirkung der mir bis dahin nicht wirklich bewusst war. Zusätzlich ging er bei einem weiteren Vortrag auf geschlechtsspezifische Unterschiede ein.

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Eine neue Dimension der Diabetes-Forschung

In Zeiten der künstlichen Intelligenz (KI), dem Internet of Things und Big Data verschmilzt auch die Medizin immer mehr mit der Digitalisierung. Im Rahmen des Symposiums „Innovative Diabetesforschung und zukunftsfähige Versorgung – Diabetologie 4.0?!“ wurde versucht dieser Entwicklung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Durch riesige Datenbanken in Kombination mit Algorithmen wäre es besser möglich einen sogenannten „pre-disease state“ bei Diabetes mellitus molekular zu identifizieren und genau hier zu intervenieren; ein unglaublicher Benefit sowohl für PatientInnen, als auch das Gesundheitssystem, welches aufgrund der stark steigenden Inzidenz dieser Erkrankung vor immer mehr Herausforderungen gestellt wird.

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Clinical evidence and experimental proof of mitochondrial dysfunction in diabetic nephropathy

Prof. Isermann elucidated in his talk “Cellular mechanisms: role of mitochondria in the diabetic nephropathy” the evidence of mitochondrial dysfunction in diabetic nephropathy. In a recent human study, genome-wide compartment-specific gene expression profiling and quantitative morphometric analysis of kidney biopsies from 49 Pima Indians with diabetes type 2 and early diabetic kidney disease, showed a link between transcriptional dysregulation and ultrastructural lesions in the diabetic kidney. Tubule-interstitial damage correlated with transcription factors that were enriched for pathways associated with mitochondrial dysfunction. In an experimental mouse model could be already shown in vivo enhanced mitochondrial reactive oxygen species in diabetic nephropathy using a GFP-modified sensor. Although considerate evidence on the mechanisms how hyperglycemia- induced mitochondrial reactive oxygen species participate in the diabetic complications, the translation of this knowledge into therapeutic approaches has failed to show robust responses in delaying or preventing diabetic nephropathy. This might be attributed to the multiple facets of mitochondrial dysfunction in diabetes apart from the production of reactive oxygen species. One important finding in the last years was the functional link observed between mitochondria and endoplasmic reticulum. Moreover, a study from last year showed evidence of fragmented mitochondria in renal tubular injuries in human diabetic nephropathy as well as a correlation between the fragmentation of mitochondria and the tubular damage. Better understanding of the multidimensional role of mitochondria in diabetic late complication could help in the future for the development of novel therapeutics targets.

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Prädiabetes mit Darmbakterien behandeln?

Unsere Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes als mögliche Folgeerkrankung. Beide Erkrankungen gehen mit einer chronischen, niedrigschwelligen Entzündung einher. Doch welchen Einfluss haben unsere Darmbakterien auf diesen pathologischen Prozess?

Diese interessante Frage adressierte Prof Dr. Laudes vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in seinem Vortrag „Microbiota als Determinanten von Inflammation und kardiometabolischem Risiko“ und berichtete von seinen eindrucksvollen Studienergebnissen.

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Basecap – das neue Erfolgsrezept?

Zum 55-jährigen Bestehen der DDG war der Unterhaltungswert der Eröffnungsveranstaltung durch den erfrischenden Vortrag von Dr. Ijad Madisch kaum zu übertreffen, in dem er von seiner „verrückten Idee bis hin zu einer bahnbrechenden Technologie“ referierte. Der Mediziner und promovierte Virologe darf sich zusätzlich als Mitgründer des Berliner Start-ups „ResearchGate“, einer Art sozialen Netzwerks für Forscher aus allen Wissenschaftsbereichen bezeichnen. Ijad Madisch prangert an, dass momentan nur ein Bruchteil der gesamten Forschungsergebnisse in Fachjournalen veröffentlicht wird – der sogenannte Publikationsbias schlägt hier zugrunde. Indem bevorzugt „positive“ beziehungsweise signifikante Ergebnisse veröffentlicht werden, wohingegen nicht-signifikante Ergebnisse in den Schubladen der Forschungsinstitute verbleiben, entsteht eine verzerrte Darstellung der Datenlage. Genau diese Erkenntnisse oder missglückten Experimente möchte der gebürtige Wolfsburger auf seiner Plattform, die auch als „Facebook der Wissenschaft“ tituliert wird, bereitstellen, damit keine Fehler mehrfach gemacht werden und Durchbrüche in der Wissenschaft gemeinsam schneller erreicht werden können.

Besonders beeindruckend habe ich das unkonventionelle Auftreten des Unternehmers empfunden, das er unberührt von seinem Gegenüber in scheinbar allen Situationen beibehält. So sorgte ein 20018 entstandenes Foto für Furore, welches Ihn mit Angela Merkel und weiteren Experten des Digitalrates der deutschen Bunderegierung, zu welchem er sich ebenfalls zählen darf, in Superman-Cap, kurzer Hose und Sneakers abbildet. Vermutlich hat auch diese lockere Art, neben seinem visionären Denken seine Dienste geleistet, als er Bill Gates als Investor mit an Bord von „ResearchGate“ holen konnte, welches inzwischen über 15 Millionen Mitglieder verzeichnen kann.

Die Organisatoren haben meiner Meinung nach eine gute Wahl für den Eröffnungsvortrag getroffen, da die DDG und „ResearchGate“ durch den gemeinsamen Leitgedanken der Vernetzung von Wissenschaftlern verbunden sind.

Julia Hummel

Die Bedeutung der zirkadianen Rhythmik

In der Session „Die richtige Zeit zum Essen und Schlafen – Chronobiologische Aspekte der Prävention“ wurden wichtige Aspekte der zirkadianen Rhythmik referiert und neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit Leberstoffwechsel, Schlaf und Ernährung präsentiert. Die Session wurde von Prof. Anette Buyken und Prof. Sebastian Schmid geleitet und umfasste vier Vorträge.
Mir persönlich ist besonders der Vortrag von Herrn Prof. Hans Reinke im Gedächtnis geblieben. Er hat zunächst erläutert, dass die zirkadiane Rhythmik anhand von Aktivatoren und Repressoren gesteuert wird, dass dieser Vorgang in jeder Zelle des menschlichen Körpers abläuft und so gut wie alle Körperfunktionen beeinflusst. Das System wird dabei von einer Master-Uhr im Hypothalamus synchronisiert, die durch Lichteinfall auf die Retina reguliert wird. Die Bedeutung der zirkadianen Rhythmik auf den Stoffwechsel konnte er anhand zweier Versuche im Mausmodelle noch einmal hervorheben. In einem gab er Gruppen von Mäusen einmal abends und einmal nachts die gleichen Dosen Cyclophosphamid, was dazu führte, dass die Mäuse mit nächtlicher Gabe alle verstarben, bei der abendlichen Gabe aber 70% überlebten. Im anderen Mausmodell hat er Knockout-Mäuse untersucht, bei denen er Gene zur Regulierung der zirkadianen Rhythmik ausgeschaltet hat. Das hatte gravierende Folgen wie Adipositas oder Diabetes. Wie weitreichend die Folgen einer gestörten zirkadianen Rhythmik für den Menschen sind, lässt sich nur erahnen, zum Beispiel anhand von Untersuchungen von Schichtarbeitern, die ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas aufweisen.
Insgesamt wurde mir durch diese Session bewusst, wie weitreichend der Einfluss der zirkadianen Rhythmik auf viele verschiedene Vorgänge im menschlichen Körper ist. Dabei konnten schon erste Erkenntnisse, wie ein veränderter Insulinbedarf im Laufe des Tages, gewonnen werden. Es muss aber noch sehr viel mehr und intensiver geforscht werden, um weitere solche Erkenntnisse und auch daraus resultierende Therapieempfehlungen zu erlangen.

Thomas Fischer

Gewichtsreduktion bei Adipositas durch einen Wirkstoff aus traditioneller chinesischer Arzneipflanze

Zum Thema „Adipositas“, als einer der Hauptrisikofaktoren für Typ-2-Diabetes mellitus, gab es viele Beiträge und Diskussionen auf dem Diabetes-Kongress in Berlin.

In der Session „Neue Mechanismen für die Prävention und Therapie des Diabetes“ sprach Dr. Paul Pfluger über die Rolle des Sättigungshormons Leptin und Leptin-Sensitizer in der Adipositas-Therapie.

Nach einer kurzen Einführung über die Funktion von Leptin in der Regulation der Nahrungsaufnahme erläuterte er den Begriff der Leptinresistenz. Diesen definierte er als Funktionsmangel von exogen zugeführtem Leptin, da die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen kontrovers und noch nicht eindeutig geklärt sind.

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Mein DDG-Kongress und die Patienten-Präferenzen in ihrer Diabetes-Therapie

Im Mai dieses Jahres durfte ich bereits zum 2. Mal als Reisestipendiatin an der jährlichen Tagung der DDG in Berlin teilnehmen. Traditionell steht der Gruppe der StipendiatInnen bei der DDG-Jahrestagung ein vielfältiges, eigens zusammengestelltes Programm zur Verfügung, welches das restliche Kongressprogramm ergänzt.

Zunächst galt es, neben dem Zeitplan des Stipendiatenprogramms die eigenen Interessensschwerpunkte zu definieren und dann im breiten Angebot an Beiträgen zu verfolgen. Meine Schwerpunktsetzung gründete sich dabei auf zweierlei:
Zum einen beschäftige ich mich als Doktorandin mit bariatrischer Chirurgie und deren Auswirkung auf Folge- und Begleiterkrankungen, insbesondere mit Blick auf die postoperative Lebensqualität; zum anderen habe ich in den letzten Monaten einen Teil meines Praktischen Jahres in einer allgemeinmedizinischen Praxis verbracht, deren Schwerpunkt neben der hausärztlichen Versorgung auch auf der Betreuung von DiabetespatientInnen liegt.

Vor diesem Hintergrund interessierten mich v.a. Beiträge, die den Stellenwert und die Anwendung verschiedener Medikamente in der breiten Praxis beleuchteten sowie die bestmögliche Patientenschulung und -motivation zum Thema hatten. Einen Programmpunkt, der mich im Hinblick auf den Faktor „Lebensqualität“ als wichtige Maßgabe für Therapieentscheidungen und auch mit der ambulanten diabetologischen Versorgung im „Hinterkopf“ sehr interessiert hat, möchte ich kurz vorstellen.

Es handelte sich dabei um einen Vortrag, der sich mit den „Präferenzen der Patienten bezüglich ihrer Diabetes-Therapie“ beschäftigte. Aus der Mitarbeit in der diabetologischen Schwerpunktpraxis ist mir in diesem Zusammenhang v.a. die recht hohe Skepsis vieler PatientInnen gegenüber zu injizierenden Medikamenten in Erinnerung geblieben – gleichzeitig ist deren Verordnung im Krankheitsverlauf häufig unumgänglich. Als MedizinerInnen bewerten wir Medikamente, Operationen und andere Therapieoptionen unter Bezugnahme auf deren in Studien belegte Wirksamkeit. Wir beurteilen den Therapieaufwand und zu erwartenden Nutzen, um evidenzbasiert zu einer Entscheidung zu kommen. Klar ist jedoch auch, dass der statistische, letztlich studienbasierte Nutzen einer Therapiestrategie nicht immer exakt auf die individuellen PatientInnen übertragbar ist. Deren Mitarbeit und Unterstützung ist jedoch unerlässlich, sodass mir die Präferenz der Patienten als wichtiger Anteil der Therapieentscheidung erscheint.
Wird diese von vornherein miteinbezogen, können unter Umständen therapeutische Umwege vermieden werden. Im Vortrag wurden der Aufbau und Ablauf einer wissenschaftlichen Erfassung der Patientenpräferenz gezeigt. Weiterhin wurden verschiedene Aspekte der Therapie mit Diabetologika je nach aktueller Medikation durch das Studienkollektivs bewertet, etwa die Angst vor Unterzuckerungen und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Zusammenfassend ergab sich eine Analyse der Faktoren, die die untersuchte Patientengruppe als besonders wichtig für ihre Diabetestherapie erachtet. Auch wenn sich die verschriebene Medikation nicht einzig daran orientieren kann, was das Kollektiv der PatientInnen präferiert, so lässt sich hier doch schwerpunktmäßiger Beratungsbedarf ableiten.

Insgesamt war der Kongressbesuch in Berlin für mich eine motivierende Erfahrung, die mir im Rahmen des Reisestipendiums ermöglicht wurde. Neben allen wissenschaftlichen Highlights schätze ich daran insbesondere die Möglichkeit, sich mit anderen Studierenden auszutauschen und zu vernetzen. Positiv hervorheben möchte ich hier die DDG Night, die, wie auch schon beim letzten Mal, einen ungezwungenen Rahmen dafür bot und mit viel Liebe zum Detail gestaltet war.

Anna Fobbe

Diabetes Kongress 2019 – Doch nur eine Typ-Frage?

Der von der DDG jährlich stattfindende Diabetes-Kongress, stellte für mich meine erste aktive Teilnahme an einem Kongress dar: hier leistete ich mit einer Posterpräsentation einen Beitrag zum Kongressprogramm. Als junge Wissenschaftlerin bin ich durch solche Veranstaltungen kontinuierlich neuen Herausforderungen gestellt. Daher half mir das Stipendiatenprogramm einen Überblick über das vielseitige Programm zu erhalten und die Teilnahme so lehrreich wie möglich zu gestalten. Beim „Nachwuchs für Nachwuchs“-Programm teilten MentorInnen ihre persönlichen Programm-Empfehlungen mit uns, wovon die Paul-Langerhans-Vorlesung mit stattfindender Preisverleihung besonders hervorgehoben wurde. 

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Highlight DDG-Preisverleihung 2019 – aus Sicht einer Frau

Die Preisverleihung der DDG 2019, gekoppelt an spannende Vorträge und neuesten Erkenntnissen.
Mein persönliches Highlight: die Paul-Langerhans Medaille 2019, welche an Herrn Prof. Dr. med. Dr. h.c Matthias Tschöp überreicht wurde. Prof. Tschöp, den ich bis dato aus diversen meinerseits zitierten Publikationen kannte, live auf der Bühne vor mir mit seinem Vortrag über „Poly-Agonisten für Type-2-Diabetes: Entdeckung, Mechanismen und klinische Wirksamkeit.“ Das war schon ein tolles Erlebnis!
Anschließend wurde Herr Prof. Dr. Martin Heni mit dem Ferdinand-Bertram-Preis ausgezeichnet, Prof. Dr. Andreas F.H. Pfeiffer erhielt den Werner-Creutzfeldt-Preis 2019, Prof. Dr. phil. Norbert Hermanns und Prof. Dr. phil. Bernhard Kulzer wurden mit der Helmut-Otto-Medaille geehrt und der Silvia King-Preis ging an Herrn Dr. med. Thomas Ebert und Dr. rer. nat. Isabelle Serr.
Ein PreisträgER nach dem anderen betrat die Bühne bedankte sich und hielt eine kurze Dankesrede.
Schließlich wurden Herr Dr. med. Matthias Kaltheun und Diana Droßel auf die Bühne gebeten, um mit der Gerhardt-Katsch-Medaille ausgezeichnet zu werden. Meine Kollegin und ich schauten uns gleichzeitig an: „endlich eine FRAU!“ Eine Frau, ja. Eine Frau, die für ihre hervorragende Forschung ausgezeichnet wurde, nein. Frau Droßel ist die Patientin von Herrn Dr. med. Kaltheun. In meiner Kollegin und mir kam die Fragen auf, ob es in der gesamten Diabetes-Forschung denn keine Frau gibt, die einen Preis für hervorragende Forschung und Ergebnisse verdient hat?
Natürlich hat jeder, der heute eine Ehrung erhielt, diese auch verdient, keine Frage! Während mein Blick jedoch durch den Saal wandert und ich in etwa zur Hälfte der Zuschauer Frauen entdeckte, bleibt bei mir die Frage im Kopf: „und was ist mit einer Frau…“.
Wann werden wir endlich den Punkt erreichen, an dem wir Frauen wahr genommen werden?
Natalie Wahlers