Das Beste der Hormone gegen Typ-2-Diabetes!

Warum sind neue Wege in der Diabetestherapie erforderlich? Diese Frage beantwortete Dr. Müller direkt zum Auftakt des DDG-Stipendiatenprogramms in seinem Vortrag: Die zunehmende Adipositas-Epidemie, der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes, ist nicht durch konservative Behandlungen einzudämmen. Da auch die zurzeit existierenden pharmakologischen Therapien wenig effektiv sind, werden dringend Alternativen benötigt.

„So weit so gut“ oder „von der Theorie zur Praxis“ – wie es sich im Falle des DDG-Kongress sagen lässt: Denn, wie neue Wege in der Diabetes-Therapie aussehen können, erläuterte nicht nur Dr. Müller im weiteren Verlauf seines Vortrags. Nur zwei Tage später wurde Professor Tschöp für die Entwicklung neuer Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes vom DDG ausgezeichnet. Über 13 Jahre lang arbeitete Tschöp gemeinsam mit dem Chemiker Professor DiMarchi an der Entwicklung so genannter Poly-Agonisten. 

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Chirurgie: Nicht immer eine Lösung

„Messer sticht Metformin“, „Diabetes durch bariatrische Chirurgie geheilt“, „Adipositas – keine Erkrankung der Inneren Medizin“… Diese und mehr plakative Überschriften geistern durch die Presse und machen auch vor den Toren des DDG-Kongresses nicht halt. Dabei werden in der Euphorie der kurzfristigen und durchaus positiven Ergebnisse der Sleeve-Gastrektomien und Magen-Bypass-Operationen häufig Langzeitfolgen gar nicht erst erwähnt. 

Herausgestochen ist deshalb der Vortrag von Herrn Prof. Aberle aus Hamburg, der die möglichen negativen Folgen der immerhin mindestens 10% der Patienten, die hinterher nicht joggend im Alten Elbtunnel anzutreffen sind, präsentierte. Insbesondere die steigende Inzidenz der psychischen Störungen (Depression, Selbstverletzung, Alkoholabusus) hinterlässt ein ungutes Gefühl in der Magengegend und zeigt, dass man auch bei Übergewicht dringend und zwingend nach der eigentlichen Ursache suchen muss. Mit Essen lässt sich vermeintlich viel kompensieren: fällt dies plötzlich weg, scheint sich offensichtlich eine bereits seit längerem bestehende Depression zu demaskieren, mit der Patienten unter Umständen alleine gelassen werden.

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Wie kleine Dinge Großes vollbringen

Überall sieht und erkennt man sie, die kleinen, flachen, weißen Sensoren an Armen, Bauch oder Hüfte. Egal ob jung, ob alt, ob Sportler oder Couch-Potato. Der digitale Fortschritt hat sie alle überzeugt und eine neue Community kreiert.

Es ist DIE neue digitale Technik, das continuous glucose monitoring, welches ganz eindeutig in den letzten Jahren zu der Neuerung unter den Therapieoptionen des Diabetes mellitus zählt. Ob das Flash Glukose Messsystem (FGM) von Abbott oder das Real-Time-CGM-System (rtCGM) von Dexcom, wer auf dem diesjährigen Diabetes Kongress seiner Umgebung nicht nur mit Ohren sondern auch mit Augen gefolgt ist, hat sie erkannt: in der Schlange am Kaffeestand, in der Sitzreihe direkt vor einem oder morgens früh in der S-Bahn auf dem Weg zum ersten Vortrag des Tages.

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Wenn aus Social Network Wissenschaft wird

Instagram, Twitter, Facebook und WhatsApp sind Namen, die jeder kennt und mit etwas verbindet. Das soziale Netzwerk war bis jetzt für mich nur ein Tool zur Kommunikation und zum Zeitvertreib. Schnell eine WhatsApp geschrieben, ein Bild bei Instagram gepostet und eben noch den Status bei Facebook geändert. Was heutzutage so einfach für jedermann geht, ging 2008 als Ijad Madisch ResearchGate gründete nur schwer.

 Der diesjährige Fest- und Eröffnungsredner meinte es genauso damals wie auch heute ernst, als er verkündete, die Welt zu verändern und den Nobelpreis anstrebt. Am Anfang nur müde belächelt und von seinem Chef vor die Wahl gestellt, ob er entweder seinen Traumgespinnst nachläuft oder seinen Job behalten kann, entschied sich Madisch dafür, dass er mehr kann.

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Enteroviren und Typ 1 Diabetes

In seinem Vortrag „The insulin granule as a key target of autoimmunity in type 1 diabetes“ ging K. Knoch (DZD Deutsches Zentrum für Diabetesforschung) auf die Korrelation von Enteroviren und Typ-1-Diabetes mellitus ein.

Eine Korrelation zwischen Enteroviren und Typ-1-Diabetes steht momentan unter Diskussion: Im Menschen könne der Enterovirus nicht im exogenen Gewebe replizieren, daher bliebe nur die β-Zellen.

Die Coxsackieviren B (CVBs) gehören zu den möglichen Umweltfaktoren, die an der Pathogenese des Typ-1-Diabetes beteiligt sind. Faktoren der cap-unabhängigen Übersetzung in β-Zellen spielen auch bei der Translation von Insulingranulatkomponenten eine Rolle. Insbesondere die CVB-Infektion von β-Zellen reduziert stark die Speicherung und Freisetzung von Insulingranulaten.

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Mechanismen der Immuntoleranz erforschen und diese wiederherstellen

Die Vision des Hemholtz Zentrums (München): Mechanismen der Immuntoleranz erforschen und diese wiederherstellen. In der Session „Typ-1-Diabetes“ und Ihren Vorträgen ging Frau Dr. Daniel auf diese Vision ein.

„Immunmodulation in Typ-1-Diabetes: Welche Voraussetzungen benötigt eine „Diabetesimpfung“?“ Die Entstehung von Diabetes Mellitus Typ 1 (T1DM) ist ein Komplex aus 3 verschiedenen Phasen mit progredienter Abnahme der β-Zellen.
Phase 1: genetisches Risiko und Umweltfaktoren; Phase 2: präsymptomatische Phase mit Inselautoantikörpern und Phase 3: symptomatische Glukose-Intoleranz.

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Wer hat an der Uhr gedreht…

…ist es wirklich schon so spät? Der Kongress ging viel zu schnell vorbei! Liebe DDG: Danke für die vielen schönen Momente!

In Bochum startete ich mit stockdusterem Himmel, Hagel und Gewitter. „Fängt ja schonmal gut an“, dachte ich mir. Doch angekommen in Berlin: Strahlend blauer Himmel!

Neben vielen Sonnen-Momenten, Kaffee auf der City-Cube-Terrasse mit großartigen Leuten und tollen neuen Bekanntschaften (Grüße nach Aachen, Nürnberg und Würzburg!) durfte ich viele lehrreiche Vorlesungen besuchen und Gespräche führen.

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Mozartmusik oder doch lieber den Gestationsdiabetes behandeln?

Innerhalb des Programmes der Nachwuchsförderung gab es auch wieder den tollen und sehr informativen Nachwuchstag. Es wurden wieder viele interessante Vorträge gehalten – dieses mal gab es auch eine Session über Schwangerschaft und Diabetes. Besonders interessant fand ich die Ergebnisse der aktuellen Forschung von L. Fritsche und seiner Arbeitsgruppe aus Tübingen. Er präsentierte uns in seinem Vortrag „Neue Erkenntnisse zu Gestationsdiabetes“, das die kindliche Herzfrequenzrate durch akut hohe mütterliche Blutglukosewerte ansteigt. Diese hat somit eine direkte, akute Auswirkung auf das Kind. Zudem wurden Experimente durchgeführt, welche zeigten, dass Feten von Müttern mit einem Gestationsdiabetes im Verlauf der Schwangerschaft immer weniger auf akustisch und visuell provozierte Signale im Vergleich mit Feten von Müttern ohne den Diabetes reagieren. Ich fand diese Ergebnisse ziemlich erschreckend. Eine Reizüberflutung durch ständige Mozartmusik auf dem Bauch ist eben doch nicht die Lösung, sondern Prävention und rechtzeitige, nämlich schon vor der Schwangerschaft stattfindende Aufklärung.

Miriam Zimmermann

Bedeutung von Insulin im Gehirn

Mich persönlich hatte besonders der Vortrag von Herrn Heni über die Bedeutung von Insulin im Gehirn interessiert. Normalerweise wird v.a. über die Wirkung von Insulin im GI-Trakt geredet, obwohl es lange bekannt ist, dass Diabetes und Gehirn zusammenhängen. In dem Vortrag von Dr. Heni, der während des Kongresses der DDG den Ferdinand-Bertram Preis erhalten hat, wurde den Teilnehmern dieses Thema näher gebracht.

Die Wirkung von Insulin im Gehirn wurde anhand einer Studie mit nasaler Insulingabe bei norm- und übergewichtigen Probanden beleuchtet. Mittels MRT konnte ihre Wirkung dosisabhängig in verschiedenen Gehirnarealen (Gyrus fusiformis, Hypothalamus, Hippocampus, Präfrontallappen) nachgewiesen werden. Es konnte gezeigt werden, dass bei insulinresistenten Probanden (=Übergewichtigen) im Gehirn keine Insulinwirkung hervorgerufen wird. Dafür wurden bei gesunden Probanden durch die nasale Applikation von Insulin der Stoffwechsel angekurbelt, die endogene Glukoseproduktion in der Leber reduziert und die Glukoseaufnahme in den Muskel stimuliert.

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Knapp 100 Jahre nach Banting & Best: Paradigmenwechsel in der Therapie des Typ-1-Diabetes

Sessions: Typ-1-Diabetes – Auf zu neuen Ufern, Neue Therapieoptionen bei Typ-1-Diabetes

Mit den SGLT-Inhibitoren Dapa- und Sotagliflozin sind 2019 erstmals orale Antidiabetika als Add-on-Therapie zu Insulin für erwachsene Patienten mit einem unzureichend kontrollierten Typ-1-Diabetes und BMI ≥ 27 kg/m² zugelassen. Die potenziell lebensbedrohliche (euglykämische) diabetische Ketoazidose als klassenspezifische Nebenwirkung der SGLT-Inhibitoren sei beherrschbar, so Prof. Dr. med. Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover – das Risiko ließe sich durch eine sorgfältige Patientenselektion und –schulung nach dem STICH-Protokoll (STop des SGLT-Inhibitors, Insulininjektion, Cohlenhydrate, Hydrierung) sowie Blutketonselbstmonitoring minimieren. Damit steht 2019 erstmals eine (zusätzliche) orale Therapieoption bei Typ-1-Diabetes zur Verfügung – ein historischer Moment?!

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