Chirurgie: Nicht immer eine Lösung

„Messer sticht Metformin“, „Diabetes durch bariatrische Chirurgie geheilt“, „Adipositas – keine Erkrankung der Inneren Medizin“… Diese und mehr plakative Überschriften geistern durch die Presse und machen auch vor den Toren des DDG-Kongresses nicht halt. Dabei werden in der Euphorie der kurzfristigen und durchaus positiven Ergebnisse der Sleeve-Gastrektomien und Magen-Bypass-Operationen häufig Langzeitfolgen gar nicht erst erwähnt. 

Herausgestochen ist deshalb der Vortrag von Herrn Prof. Aberle aus Hamburg, der die möglichen negativen Folgen der immerhin mindestens 10% der Patienten, die hinterher nicht joggend im Alten Elbtunnel anzutreffen sind, präsentierte. Insbesondere die steigende Inzidenz der psychischen Störungen (Depression, Selbstverletzung, Alkoholabusus) hinterlässt ein ungutes Gefühl in der Magengegend und zeigt, dass man auch bei Übergewicht dringend und zwingend nach der eigentlichen Ursache suchen muss. Mit Essen lässt sich vermeintlich viel kompensieren: fällt dies plötzlich weg, scheint sich offensichtlich eine bereits seit längerem bestehende Depression zu demaskieren, mit der Patienten unter Umständen alleine gelassen werden.

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Distress und Depression – Wer ist betroffen und welche Folgen und Möglichkeiten ergeben sich für die Zukunft?

Die Psyche spielt eine große Rolle in der Entwicklung des Diabetes und auch in der Entwicklung von Folgeerkrankungen bei Menschen mit diagnostiziertem Diabetes. Insbesondere das Vorliegen einer manifesten Depression und diabetesbezogenen Belastungen, die mit dem chronischen Krankheitsverlauf einhergehen (Diabetes Distress) stellen Risikofaktoren für Komplikationen und früheres Versterben dar.

Eine Auswertung der prospektiven Heinz-Nixdorf-Recall-Studie mit 10-jahres Follow-up zeigte ein erhöhtes Chancenverhältnis (Odds Ratio) für Depression bei Menschen mit bekanntem Diabetes gegenüber Menschen ohne Diabetes – jedoch schloss das Konfidenzintervall die 1 („Nulleffekt“) ein und erreichte somit keine statistische Signifikanz. Bei Männern mit Diabetes war das Chancenverhältnis für Depression gegenüber Frauen erhöht – Gründe hierfür bedürfen weiterer Forschung.

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Diagnose Diabetes – „Ist doch nichts dabei!“

„Diabetes und Depression – immer noch eine unheilvolle Kombination“ – unter diesem Titel wurden die diesjährigen Beiträge zum Thema Depression als eine sehr häufig vorkommende Komorbidität des Diabetes vorgestellt. Herr Dr. Bernhard Kulzer formulierte in meinen Augen sehr treffend, dass betroffene Patienten häufig medizinisch eingestellt und im Anschluss mit ihrer Diagnose auf sich allein gestellt in den Alltag entlassen werden. Was hierbei leider immer noch zu sehr in den Hintergrund rückt, jedoch sehr präsent ist, sind die psychosozialen Belastungen rund um die Diagnose Diabetes, die viel mehr Aufmerksamkeit bedürfen.

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Diabetes mellitus: Depression und Diabetes Distress

Depression ist eine häufige Komorbidität des Diabetes mellitus: Sie geht mit einer schlechteren Lebensqualität, höheren Gesundheitskosten, einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von diabetesbezogenen Komplikationen und erhöhten Mortalitätsraten einher. Der Vortrag hatte das Motto „Depression und Diabetes – Immer noch eine unheilvolle Kombination“.

Inzidenz einer Depression bei Diabetes Mellitus
Die Heinz-Nixdorf-Recall Studie untersuchte das 10-Jahres-Risiko bei Menschen mit Diabetes (diagnostiziert und nicht diagnostiziert) eine Depression zu entwickeln – verglichen mit Menschen ohne Diabetes. Erklärungsansätze für Komorbidität und longitudinale Studien sind selten, oft mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die Ergebnisse der Studie liegen zwar mittlerweile vor, müssen aber noch weiter diskutiert werden. Es scheint allerdings keine erhöhte Inzidenz gegenüber Menschen ohne Diabetes bei baseline zu geben – interessant: dieser Effekt ist bei Männern möglicherweise ausgeprägter.

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