Closed-loop-Systeme: nur mit hohem Schulungsaufwand und das ist auch gut so!

Als junge Assistenzärztin in einer Kinderklinik mit einer Diabetesstation in Nordrhein-Westfalen interessierte mich das Symposium „Von CGM und SUP zum closed loop“. Ich sehe, wie viele Kinder aus unserer Klinik von den Continuous Glucose Monitoring (CGM)-Systemen und den Insulinpumpen profitieren. Der großen Frage „Wann kommt die künstliche Bauchspeicheldrüse?“ ist Dr. T. Danne aus Hannover nachgegangen.

Zu Beginn des Symposiums stellte Dr. R. Holl die Studie HypoDe vor. In dieser konnte gezeigt werden, dass die Nutzung von CGM Hypoglykämien um ca. 2/3 reduziert. Er zeigte auch, dass der Anteil der Patienten mit Pumpentherapie in den letzten Jahren rasant gestiegen ist, gerade in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Der Anteil der Patienten mit Insulinpumpe bei Kinder <5 Jahren liegt aktuell bei ca. 90%. Auch der Anteil der Patienten mit CGM liegt zwischen 50-70% in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen.

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winDiab mit Hindernissen / dentDiab – Mundhygiene soll auf den Schulungsplan

Von Jonas Kortemeier

Wie schon bei zahlreichen anderen Veranstaltungen war auch hier die Teilnahme nur erschwert möglich, diesmal nicht aufgrund von Überfüllung, sondern wegen schlecht geplanten Besucherströmen, die ein Verlassen der Einführungsveranstaltung nur im Schneckentempo ermöglichten. Wer es trotzdem schaffte bei der Sitzung „winDiab – Personalisierte Therapie“ einzutrudeln bekam hier einen interessanten Einblick, an welchen Stellen die Interdisziplinarität der Behandlung von Menschen mit Diabetes noch erweiterungswürdig ist.

dentDiab: Über Zahnverlust und Diabetes

Zum dentDiab Vortrag kam ich leider zu spät, die Message war aber: Zähne müssen Inhalt der Schulung/Betreuung sein, da nach dentDiab Ergebnissen Zahnverlust, Mundhygiene und Parodontitis positiv mit dem HbA1c und Adipositas korrelieren.

gestDiab: Über Schwangerschaft und Übergewicht

Bei gestDiab wurde neben der Einstellung der BZ-Werte während der Schwangerschaft großes Augenmerk auf die Gewichtsentwicklung während der Schwangerschaft gelegt. Bei adipösen Schwangeren sei  auch ohne GDM das Risiko einer Makrosomie, Geburtskomplikationen und einem bis zu 30 % höherem Risiko, dass das Kind bis zum 18. Lebensjahr einen Typ 1 Diabetes entwickelt. Die Daten von gestDiab entstanden im Zeitraum von 2008 bis Ende 2014 und umfassen ca 10000 Schwangerschaften.

Closed loop System – Wer bekommt eine künstliche Bauchspeicheldrüse?

Der letzte Vortrag zeigte einen Rückblick über eine große EU geförderte Studie zur Realisierung eines Closed loop Systems, genannt  AP @home (AP=artificial pancreas). Hier wurde über die erfolgreiche Anwendung eines solchen Systems für insgesamt 85000 Stunden berichtet. Pumpen, CGM Systeme, Handys und transmitter wurden hierfür zu einem handgemachten Closed loop gebastelt, der trotzdem gute klinische Ergebnisse lieferte. Vor der Marktreife wird hier aber noch einige Entwicklungsarbeit nötig sein, bis Anwender nicht mehr wie Cyborgs durch die Gegend laufen. Interessant war zudem ein neuer ethischer Konflikt: wer kriegt es?