Symposium Diabetes und Straßenverkehr: Mit einem Bein im Gefängnis?

Von Marie-Teres Lauff und Daniel Pichler

Wie weit darf ein Arzt gehen, um einen Patienten vor sich und andere vor ihm zu schützen?

Wo fängt Pflicht an und wo macht man sich strafbar?

Diabetiker mit unerwarteten Hypoglykämien stellen ein Risiko für den Straßenverkehr und alle daran beteiligten Personen dar. Der Arzt ist in der Pflicht, den Patienten über seine Einschränkungen und deren Konsequenzen im Alltag aufzuklären und sie ihm verständlich zu machen, zudem — je nach Schweregrad – sollte der Patient auch überzeugt werden, keine aktive Rolle im Straßenverkehr mehr einzunehmen. Doch was passiert und sollte man tun, wenn der Patient keine Einsicht zeigt?

Einer weit verbreiteten Meinung nach sollte man solche Patienten der Führerscheinstelle melden, vor allem um andere Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Doch was die wenigsten wissen: Damit bricht man seine ärztliche Schweigepflicht und macht sich strafbar.

Nichts zu sagen ist auch keine Alternative, da man dadurch seiner Aufklärungspflicht nicht nachkommt und dies Haftungsrisiken birgt. Nur eine mündliche Aufklärung kann eine juristische Stolperfalle sein.

Deshalb ist – wie eigentlich immer in der Medizin – Aufklärung mit schriftlicher Dokumentation das oberste Gebot.

3 Gedanken zu “Symposium Diabetes und Straßenverkehr: Mit einem Bein im Gefängnis?

  1. Ach ja. Und was ist mit denen, welche Bluthochdruck haben? Schlaganfall gefährdet sind? Eine Herzoperation hinter sich haben und herzanfallgefährdet sind? Allen dsas Fahren verbieten? Deutschland und die Vollkaskomentalität…es könnte ja unter Umständen und überhaupt vielleicht was passieren 😬😟😟😟

  2. Hallo,
    Das ein Diabetiker eine gewisse Sorgfaltspflicht haben muss ist klar. Vor der Abfahrt den Blutzucker kontrollieren und bei längeren Strecken öfters eine Pause machen muss um den Blutzucker zu messen . Es gibt genügend andere Chronische Erkrankungen z. B. Chronisches Herzleiden, Epileptischen Anfälle, Narkolepsie unter Therapie oder einfach nur das Alter die genau so gefährlich sein können wie der Diabetes im Straßenverkehr. Es gibt keine konkreten Vorschriften dafür. Der Diabetiker wird eh schon in seiner Freiheit eingeschränkt sei es Beruflich oder in seinem „normalen Leben“. Ich denke es muss ausreichen eine Aufklärung im Führen und lenken eines Kfz im Straßenverkehr und der Facharzt das Attest ausstellt und ansonsten keine weiteren Maßnahmen. Wenn dann doch ein Unfall geschehen sollte, sollten dann auch keine Unterschiede gemacht werden, es kann immer etwas geschehen egal ob gesund oder krank.
    LG
    Claudia Lorch

  3. Natürlich ist nicht jeder Diabetiker eine Gefährdung für den Straßenverkehr und sicherlich gibt es ausreichend andere Faktoren, die für die Sicherheit auf den Straßen berücksichtigt werden sollten.
    Dieser Beitrag fokussiert sich auf die Problematik des Arztes, ob er Patienten, die er als nicht fahrtüchtig einstuft, melden kann oder nicht. Die Erkrankung Diabetes ist hier eher als exemplarisch anzusehen. Eine ähnliche Problematik ergibt sich ja auch bei der Frage, ab wann Senioren den Führerschein abgeben sollten.

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