Spannende Diskussion über Loopings in der Diabetestherapie

Eine der sicherlich am meisten besuchten Veranstaltungen der diesjährigen Herbsttagung der DDG war die Diskussion unter der Moderation von Prof. Dr. D. Müller-Wieland über Loopings in der Diabetestherapie.

  1. Akt: T. Korte aus der Sicht des Betroffenen
    Herr Korte gab mit seiner Schilderung davon, welche Auswirkungen eine Diabeteserkrankung habe (d.h. bei ihm ca. 60.000 Blutzuckermessungen und ca. 30.000 Spritzen), einen sehr eindrücklichen Einblick in das Leben mit Diabetes Typ 1. Er erläuterte, wie er zum Looping kam und als Fachmann auf dem Gebiet der IT-Sicherheit damit zurechtkomme. Interessant waren auch die Grafiken seiner Blutzuckerwerte, die seit dem Beginn des Looping ziemlich konstant bleiben.
  2. Akt: A. Dorn aus der Sicht des Juristen
    Herr Dr. Dorn beleuchtete die juristische Sicht des Loopens, zu der es keine Gesetzessprechung gebe. Als einzigen Richtungsweiser gebe es ein durch die DDG in Auftrag gegebenes Gutachten. Es sei weder strafbar noch ordnungswidrig zu loopen. Problematisch sei jedoch, dass medizinische Produkte kombiniert würden, so dass es dann möglicherweise zu einem Haftungsausschluss der Hersteller komme. Insgesamt gebe es momentan aber keine Rechtssicherheit noch sei eine seriöse Vorhersage über eventuelle Gerichtsentscheidungen möglich.
  3. Akt: U. Thurm aus der Sicht der Diabetesberaterin
    Frau Thurm, Diabetesberaterin und selbst Looperin, stellte in ihrem Vortrag ganz klar die Vorteile des Loopens in den Vordergrund. Sie plädierte dafür, mit motivierten Patienten beim Loopen zusammenzuarbeiten und sie zu unterstützen und Schulungen weiter auszubauen.
  4. Akt: N. Scheper aus der Sicht des Arztes
    Herr Dr. Scheper brachte noch zwei weitere Punkte in die Diskussion ein: Warum häufig bei Loopern der BZ-Spiegel eher eine gerade Linie darstelle und wie denn die Situation sei, wenn Eltern für ihre Kinder ein Looping-System bauen würden.

Im Folgenden konnte das Publikum Anmerkungen und Argumente vorbringen. Ich persönlich nahm aus der Debatte vor allem mit, dass man Loopern die Angst davor nehmen solle, ihrem Arzt zu sagen, dass sie loopen. Und dass die Verweigerung, Insulinrezepte auszustellen, keine adäquate Reaktion sei. Mein persönliches Fazit als Looper-Laie: Looping ist eine spannende Innovation mit einer deutlichen Lebensqualitätsverbesserung der Nutzer – Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Betroffenen gut mit Diabetes auskennen.

Andrea Nücken (Medizinstudentin)

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